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Geld zugesagt fürs Frauenhaus

Norderstedt, Kaltenkirchen Geld zugesagt fürs Frauenhaus

Das Frauenhaus in Norderstedt ist in die Jahre gekommen und soll noch in diesem Herbst durch einen Neubau ersetzt werden. Mit rund 3000 Euro - bei Kosten von rund 1,8 Millionen Euro - beteiligt sich voraussichtlich die Stadt Kaltenkirchen.

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So ähnlich wie in diesem Legostein-Modell sieht das neue Frauenhaus in Norderstedt aus. Es soll im Herbst in Betrieb gehen und Gewaltopfern Schutz bieten. Wo sich das Gebäude befindet, ist geheim.

Quelle: Isabelle Pantel

Norderstedt / Kaltenkirchen. In ihrer jüngsten Sitzung einigten sich die Mitglieder des Sozial- und Gleichstellungsausschusses darauf, dass der Zuschuss im ersten Nachtragshaushalt der Stadt einzuplanen sei.

 Der ehemalige Norderstedter Pastor Gunnar Urbach hat sich des Projektes angenommen. In vielen Städten und Gemeinden sowie bei anderen öffentlichen Stellen ist er bereits vorstellig geworden, um Spendengelder und freiwillige Leistungen für das neue Frauenhaus einzuwerben. Auf der Zielgeraden kam er nun auch in Kaltenkirchen vorbei, denn das Haus steht nicht nur Frauen aus Norderstedt offen. In den vergangenen Jahren stammten 37 Prozent der Hilfesuchenden aus dem Kreis Segeberg, die übrigen aus Hamburg, anderen Teilen Schleswig-Holsteins oder sogar aus anderen Bundesländern.

 Das Frauenhaus hat sich zur Aufgabe gemacht, Gewaltopfern eine sichere Zuflucht zu bieten. Damit bedrohte Frauen und Kinder geschützt werden können, wird die Adresse geheim gehalten. So soll verhindert werden, dass Täter herausfinden, wo ihre Opfer Aufnahme gefunden haben. Das bestehende Frauenhaus bietet 25 Plätze, stößt allerdings an seine Kapazitätsgrenze. So muss sich beispielsweise eine Frau mit Kindern mit einem knapp neun Quadratmeter großen Zimmer begnügen. Hinzu kommt, dass auf engstem Raum Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen aufeinandertreffen – und alle befinden sich in Stresssituationen. „Die Enge führt daher zu Spannungen und nicht wie gewünscht zur Entspannung“, erklärte Gunnar Urbach.

 Weil eine Grundsanierung rund 500000 Euro gekostet und das Raumproblem auch nicht gelöst hätte, wurde ein Neubau an anderer Stelle errichtet. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. 700000 Euro steuerte das Land bei, weitere Großbeträge kamen vom Kreis Segeberg (300000 Euro), von der Stadt Norderstedt (210000 Euro) und vom Kirchenkreis Hamburg-West / Südholstein (350000 Euro). Der Restbetrag von über 200000 Euro konnte im Wesentlichen über Spenden aufgebracht werden. Jetzt fehlt nur noch ein kleiner Rest. Zumal auch Nachbarkommunen bei der Finanzierung geholfen haben, war im Kaltenkirchener Sozial- und Gleichstellungsausschuss ebenfalls fraktionsübergreifend die Bereitschaft zur Unterstützung vorhanden. Der Antrag an die Verwaltung, 3000 Euro im Haushalt für das Frauenhaus einzuplanen, wurde einstimmig gefasst. Der erste Nachtragshaushalt wird voraussichtlich im September auf den Weg gebracht werden.

 Das neue Frauenhaus wurde auf einem anderen Grundstück gebaut, aber auch in Norderstedt. Bauträger ist die Kirche. Entstehen sollen wieder 25 Plätze, allerdings wird in größerem Maßstab geplant. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Bewohner mehr Rückzugsräume bekommen. Betreut werden sie im Haus von erfahrenen Sozialpädagoginnen.

 Ein Frauenhaus gibt es in Norderstedt seit 35 Jahren. Früher blieben die Bewohnerinnen im Durchschnitt drei Monate. Inzwischen sind es sechs Monate. „Das liegt daran, dass es heute sehr schwierig ist, in der Region günstigen Wohnraum zu finden“, erklärte Gunnar Urbach. Viele Gewaltopfer müssten erst mühsam in die finanzielle Unabhängigkeit finden.

 Das Richtfest für die neue Einrichtung wurde im Juni gefeiert. Die Fertigstellung der Innenräume ist bis Oktober vorgesehen. Dann werden Frauen und Kinder in ihr neues Zuhause umziehen können.

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