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Eine Nummer zu groß?

Kaltenkirchen Eine Nummer zu groß?

An der Ecke Schützenstraße/Glockengießerwall, wo schräg gegenüber dem Grünen Markt noch ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert zu finden ist, will die Kaltenkirchener Bank ab dem nächsten Jahr ein bis zu 15,50 Meter hohes Gebäude mit Wohnungen, Praxen, einem Gastronomiebetrieb und Kanzleien errichten. Es gibt aber Einwände.

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Der gesamte Gebäudekomplex mit dem ehemaligen Tauchsportzentrum, einem Geschenkeladen und einem Reisebüro soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Kaltenkirchen. Im Bau- und Umweltausschuss wurden zwei Aspekte in den Planungen kritisiert: die Höhe des Gesamtkomplexes und der Verlust einer kleinen Freifläche, die derzeit noch zum Verweilen genutzt werden kann.

 Das bestehende Gebäude ist ungefähr 12,50 Meter hoch und beherbergte früher einmal Hüttmanns Gasthof. In den vergangenen Jahren teilten sich verschiedene Firmen die Fläche. Unter anderem waren ein Tauchsportzentrum und der Geschenkeladen „Tee & Tand“ (heute Momo’s) ansässig. Das Reisebüro „Derpart“ ist aufgrund der anstehenden Abrissarbeiten vorübergehend in die Holstenstraße gezogen, will aber zurückkommen, wenn der Neubau bezugsfähig ist.

 Geplant wird das künftige Gebäude von der Architektengemeinschaft Kai Ove Jäger (Kaltenkirchen) und Klaus Möller (Hamburg). Ihr erster Diskussionsentwurf wurde im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt, denn das Gremium muss erforderlichen Änderungen im Bebauungsplan erst zustimmen.

 Der Entwurf sieht vier Stockwerke und ein Staffelgeschoss vor. Ein Großteil der Fläche ist für Wohnungen vorgesehen. Sie werden zwei bis vier Zimmer haben und zwischen 65 und 120 Quadratmeter groß sein. Neben dem Reisebüro werden an gewerblichen Nutzern eine Fußpflegepraxis und eine Anwaltskanzlei einziehen. Beide sind bereits in Kaltenkirchen beheimatet, wollen aber ihren Standort wechseln.

 Mit einem Gastronomiebetrieb, der deutsche Küche anbietet, laufen die Verhandlungen. Weitere Praxis- oder Ladenflächen stehen noch zur Vermietung frei. Bei Größe und Zuschnitt können die Interessenten mitbestimmen. Eine ausreichende Zahl an Parkplätzen soll in einer Tiefgarage entstehen. Sie wird über die Königstraße zu erreichen sein.

 Bauherr und Investor ist die Kaltenkirchener Bank. Sie geht davon aus, dass das historische Bestandsgebäude im Dezember abgerissen werden kann. Dann könnte ab Frühjahr 2016 am Neubau gearbeitet werden. Im Sommer 2017 soll er fertig sein. Die Kosten dürften bei 10 bis 11 Millionen Euro liegen – je nachdem, in welcher Variante das Haus gebaut wird. Es soll nicht verkauft werden, sondern Eigentum der Bank bleiben.

 Grundsätzlich fanden die Architektenpläne und die Ideen des Bauherrn bei den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses große Zustimmung. Allerdings wurde die Höhe der Fassade von vielen als zu gewaltig empfunden. „Vom Grünen Markt aus wird man künftig eine riesige Wand vor sich sehen“, sagte Hagen Meyer (SPD), der eine Verschattung angrenzender Gebäude befürchtete. Das Argument, dass es auf der anderen Seite des Marktes bereits ebenso hohe Häuser gebe, konnte ihn nicht überzeugen.

 Weil sich auch andere Stadtvertreter skeptisch zeigten, einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, dass eine 3D-Darstellung des Gebäudes angefertigt werden solle. Sie wird allerdings erst Ende Juli im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt werden können, weil die Herstellung aufwendig ist. Dem Entwurf soll zu entnehmen sein, wie sich das Gebäude in die Umgebung einpasst.

 In der neuen Version wird sich auch eine Eckwand in Richtung Grüner Markt anders darstellen als im ersten Entwurf. Bislang hatten die Architekten vor, den Verweilplatz komplett zu überbauen. Im Bau- und Umweltausschuss wurde aber überwiegend gewünscht, zumindest einen Teil des Platzes zu erhalten und dort beispielsweise eine Restaurant-Terrasse anzulegen. Eine Idee sah auch vor, an der Ecke das erste Stockwerk auszusparen, um überdachte Gastronomie-Sitzplätze im Freien zu schaffen. Der Vorschlag wird derzeit von den Architekten geprüft.

 Bankvorstand Johann Fuhlendorf betonte in der Sitzung, dass die Kaltenkirchener Bank bei ihrem Bauvorhaben größtmögliches Einvernehmen mit allen Beteiligten herstellen wolle. „Wir möchten am Grünen Markt ein tolles Gebäude entstehen lassen, das die Leute hübsch finden und als Bereicherung für die Innenstadt ansehen“, sagte er.

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