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„Ich nehme meinen Auftrag sehr ernst“

Kaltenkirchen „Ich nehme meinen Auftrag sehr ernst“

Seit dem 1. Januar 2012 ist Bürgermeister Hanno Krause (CDU) im Amt. In dieser Zeit hat sich die Stadt verändert. Und das zu Ende gehende Jahr war ein besonders dynamisches in Krauses bisheriger Dienstzeit - Zeit für eine Bilanz mit Blick auf Flüchtlinge, Projekte und Privates.

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Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause (CDU) zieht Bilanz.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Was war das Wichtigste, das für Kaltenkirchen in diesem Jahr erreicht wurde?

Mehreres. Der Beginn des Baus der neuen Feuerwache, die Neugestaltung des Ohland-Parks, der Abschluss der Erschließungsarbeiten für das Gewerbegebiet an der Süderstraße und der Baubeginn für weit über 1000 neue Wohnungen.

Was hätten Sie gerne umgesetzt, was nicht geklappt hat?

Ich hätte mir gewünscht, dass der Umbau des alten Bahnhofs, wo ein Burger King und eine öffentliche Toilette untergebracht werden, schneller vorangegangen wäre. Gewünscht hätte ich mir auch, dass ich den Auftrag der Stadtvertretung zu Verkaufsverhandlung über das Traffic-Grundstück an der AKN-Haltestelle mit der Leibniz-Schule erfolgreich abgeschlossen hätte.

Wie geht es mit der Flüchtlingsunterbringung in der Stadt weiter?

Wir können die Anzahl der Zuweisung von Asylbewerbern nach Kaltenkirchen nicht beeinflussen. Die Ankommenden werden wir auch weiterhin – nach unseren Möglichkeiten – menschenwürdig unterbringen. Die Zuweisungszahlen müssen dafür aber deutlich geringer werden. Sollte der Flüchtlingsstrom so anhalten wie bisher, sehe ich Schwierigkeiten bei der Unterbringung und der sozialen Integration.

 

Müssen in der Stadt neue Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden?

Ja, weil die jetzt entstehenden Wohnungen aufgrund des Mietpreisniveaus nicht von Flüchtlingen in Anspruch genommen werden können. Wenn wir aber über preisgünstigen Wohnraum nachdenken, müssen wir dabei ganz klar auch an unsere eigene Bevölkerung denken.

 

Was denken Sie, wie viele Wohnungen für die Flüchtlinge gebraucht werden?

Rund 150 in drei Jahren. Und so lange brauchen wir für Planung und Bau.

 

Wird das die Stadt in Eigenregie in Angriff nehmen?

Der Bau sollte über private Investoren erfolgen.

Wo könnte dieser preisgünstige Wohnraum für Flüchtlinge entstehen?

Reine Flüchtlingsbauten empfehle ich nicht, sondern eine Mischform. Als Standorte könnte ich mir das Gelände der ab 2017 frei werdenden alten Feuerwache am Kisdorfer Weg und eine Fläche am Hochhaus vorstellen. Dort könnten wir städtebauliche Lücken schließen. Wohlgemerkt mit festen und städtebaulich ansehnlichen Bauwerken, somit keinen reinen Flüchtlingsunterkünften. Das müsste aber natürlich zuvor bau- und planungsrechtlich und mit der Stadtvertretung abgestimmt werden. Übrigens: Unterkünfte in Gewerbegebieten sind dauerhaft nicht zulässig.

 

Ist Ihre Verwaltung personell überhaupt noch in der Lage, auch wegen der Flüchtlingsproblematik, die gestiegenen Anforderungen umzusetzen?

Ja, mit großen Anstrengungen.

 

Ordnungsamtsleiter und der Kämmerer sind länger krank. Der Sozialarbeiter fiel monatelang aus, und die Bauamtschefin wurde zwangsversetzt. Überfordern Sie Ihre Mitarbeiter?

Krankheit ist immer bedauerlich. Nur hat der Ausfall nicht in jedem Fall was mit der Arbeit zu tun. Aber auch in unserer Verwaltung läuft nicht immer alles rund. Unsere Teams sind sehr motiviert und machen sehr gute Arbeit. Die Versetzung der ehemaligen Bauamtschefin habe ich insbesondere zur Verstärkung der Wirtschaftsförderung durchgeführt.

 

Die Frage war: Überfordern Sie Ihre Mitarbeiter?

Ich fordere viel, aber wir sind in ständigem Dialog. Und wo es notwendig ist, steuern wir mit Zustimmung der Stadtvertretung mit zusätzlichem Personal nach. Die Stadt wächst, der Umfang der Aufgaben somit auch. Da benötigen wir natürlich auch mehr Personal. Danke an die Stadtvertretung, dass sie dieser Kausalität entsprechend handelt und uns das zwingend notwendige Personal auch für 2016 genehmigt hat.

 

Ihr Verhältnis zu Bürgervorsteher Rüdiger Gohde (CDU) gilt als angespannt. Er hat Sie schon öffentlich kritisiert. Kann da noch was gekittet werden?

Der Bürgervorsteher und ich stehen in ständigem Dialog, und ich beziehe ihn regelmäßig in die Terminabläufe ein. Sollte es mal schwierig werden, ist es mir wichtig, die direkte Klärung zu suchen.

 

Sie kennen viele Leute. Kritiker halten Ihnen vor, zu viele zu duzen. Wie halten Sie es mit dem Du?

In der Verwaltung gibt es kein Du. In der Geschäftswelt ist es im Verhältnis zu den vielen Kontakten, die ich habe, selten. Aber wenn es so ist, hat es auch eine Grundlage. Für mich gehört in allen Dingen des täglichen Lebens ein gebührlicher Abstand dazu. Und den gibt es.

 

Ihre Kritiker werfen Ihnen vor, Dauerwahlkampf in eigener Sache zu führen. Haben sie recht?

Ich nehme den Auftrag, den ich bei meiner Wahl bekam, sehr ernst. Wer gewählt wurde, sollte sich dauerhaft für die Stadt einsetzen. Es wurden viele Projekte angeschoben, die in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erfuhren. Aber das ist doch kein Wahlkampf. Ich habe das Ziel der nachhaltigen Stadtentwicklung, das ich konsequent und intensiv verfolge. Und ich habe von Anfang an erklärt, für drei Amtsperioden zur Verfügung zu stehen, wenn die Kaltenkirchener es wollen.

Lange Arbeitstage, wenig Zeit für die Familie und kaum Freizeit. Warum ist das Bürgermeisteramt trotzdem so erstrebenswert für Sie?

Weil ich an der Gestaltung der Stadt mitwirken und etwas für die Allgemeinheit bewegen kann.

 

Lassen Sie uns noch zwei wichtige städtische Themen ansprechen. Sind Sie mit dem Stadtbus zufrieden?

Trotz der jetzt vorgenommen positiven Veränderungen müssen wir uns weiterentwickeln. Die Wege zwischen Haltestellen und den Wohnungen müssen kürzer werden. Das bedeutet mehr Haltestellen und mittelfristig einen zweiten Stadtbus.

 

Ist der AKN-Ausbau zur S21 wirklich notwendig?

Natürlich. Der ÖPNV wird künftig eine immer größere Rolle spielen. Immer mehr werden ihn nutzen. Es wird eine Taktverdichtung, damit Zeitersparnis und bequemeres Fahren nach Hamburg geben. Das ist übrigens auch zunehmend wichtig für die Ansiedlung von Unternehmen.

 

Was wünschen Sie sich, wenn Sie an 2016 denken?

Eine friedliche Entwicklung und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtvertretung im Sinne unserer Stadt. Den Schwung, den wir haben, sollten wir weiter für Investitionen nutzen. Mein größter Wunsch ist, dass die Bürger mit ihrer Stadt zufrieden sind.

 

Was sind 2016 die wichtigsten Projekte für Sie?

Die Schaffung neuer Kinderbetreuungsplätze, der Grundschule Marschweg neue Räume an der Hamburger Straße zu geben, die Parkhauserweiterung zur Belebung der Innenstadt fertigzustellen, den Penny-Markt am Kretelmoor zu eröffnen, die neue Feuerwache in Betrieb zu nehmen und neue Betriebe anzusiedeln.

 

Welche Schlagzeile möchten Sie 2016 über Kaltenkirchen lesen?

Die Arbeitslosenquote in der Stadt ist weiter zurückgegangen.

 

Was macht Ihnen Angst in Deutschland?

Dass so viele Menschen ohne Registrierung nach Deutschland kommen.

 

Wie und wo haben Sie Weihnachten gefeiert?

Mit meiner Familie gemütlich zu Hause in Kaltenkirchen.

 

Gab es für Ihre Frau ein persönliches Überraschungsgeschenk?

Ein Überraschungsgeschenk nicht, aber ein Geschenk. Ich habe meiner Frau einen Wunsch erfüllt, aber den verrate ich hier nicht.

 

Wie feiern Sie Silvester?

Da ich beruflich viel unterwegs bin, ist auch dieser Tag ein willkommener Anlass, ganz bei der Familie zu sein. Das ist dann ein Tag, den ich voll auskoste.

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