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Ölförderung abgeblasen

Bad Bramstedt Ölförderung abgeblasen

Es hatte sich schon vor einigen Monaten angekündigt, als das kanadische Unternehmen PRD Energy seine Aufsuchungserlaubnis für das Untersuchungsgebiet Bramstedt für ein Jahr aussetzen ließ: Die Erdölgewinnung ist in Schleswig-Holstein zurzeit nicht rentabel. Nun haben die Kanadier die Konsequenz gezogen und ihre Pläne begraben.

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Das sogenannte Erlaubnisfeld Bramstedt, auch Fracking-Untersuchungszone genannt, erstreckt sich von Barmstedt bis nord-westlich von Neumünster.

Bad Bramstedt. Das Unternehmen zieht sich aus Deutschland zurück. Die Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“ jubelt.

 In einer Pflichtmitteilung an die kanadische Börsenaufsicht kündigt PRD Energy seinen Rückzug aus Deutschland an und begründet diesen Schritt mit dem gesunkenen Ölpreis, der eine Förderung unter schwierigen Bedingungen nicht rentabel erscheinen lässt. Auch die Auflagen der Behörden hätten eine Erdölförderung mit „nordamerikanischen Techniken und Arbeitsweisen“ unwirtschaftlich werden lassen. Hinzu komme die breite Ablehnung, auf die PRD in Deutschland gestoßen sei. Von „Fracking“ ist in dem auf Englisch verfassten Schreiben aber keine Rede. PRD Energy hatte stets beteuert, ohne diese umstrittene Methode Erdöl fördern zu wollen. Stattdessen sollte das Öl durch moderne Bohr- und Fördertechnik gewonnen werden.

 Am 31. August will das Unternehmen seinen Firmensitz in Berlin schließen und sich damit aus Deutschland zurückziehen.

 Der Nützener Gemeindevertreter Siegfried Sensch, einer der führenden Köpfe der örtlichen Anti-Fracking-Bewegung, zeigte sich gestern hoch erfreut über die Aufgabe von PRD Energy: „Was für ein herrlicher Sommertag.“ Sensch sagte, die Gegner hätten schon immer vermutet, dass PRD Energy sehr wohl Fracking anwenden wollte. Das werde nun auch durch die Formulierung „nordamerikanische Techniken und Arbeitswesen“ deutlich. In Nordamerika ist diese Methode, bei der mit hohem Druck und hoch giftigen Chemikalien Erdöl und Erdgas in tiefen Gesteinsschichten gelöst wird, weit verbreitet. Die „Vergrämung“ durch die Bürgerinitiative habe Erfolg gehabt, meint Sensch. Er kündigte für die Initiative „Frackingfreies Auenland“ an: „Wir bleiben wachsam, wenn die nächsten Glücksritter ihre Claims abstecken wollen und die schleswig-holsteinische Bergbehörde weiterhin freigiebig Lizenzen vergibt.“

 Neben weiteren Gebieten hatte PRD Energy von der in Clausthal-Zellerfeld ansässigen Bergbaubehörde die Genehmigung für Voruntersuchungen im Erlaubnisfeld Bramstedt bekommen. Es erstreckt sich vom nördlichen Kreis Pinneberg bis nordwestlich von Neumünster. Bis in die 1980er Jahre war hier an verschiedenen Stellen Erdöl gefördert worden. Mit den damals möglichen Methoden wurden die Bohrlöcher aber unrentabel.

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