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„Let’s Dance“ war anstrengender

Karl-May-Spiele „Let’s Dance“ war anstrengender

Als Ellen Patterson verliebt sie sich bei „Der Schatz im Silbersee“ in einen  Indianerkrieger. Privat ist Susan Sideropoulos längst verheiratet und hat zwei kleine Söhne. Im Interview mit der SZ spricht die 35-Jährige über die besondere Magie der Karl-May-Vorstellungen in Bad Segeberg.

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Susan Sideropoulos genießt die Zeit in Bad Segeberg. In „Der Schatz im Silbersee“ spielt sie die attraktive Ingenieurin Ellen Patterson.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Segeberg. Im Interview spricht Susan Sideropoulos über ihre Zeit bei den Karl-May-Spielen.

Was ist anstrengender, „Let’s Dance" oder Karl-May-Spiele?

 Körperlich war Let’s Dance anstrengender, aber das war auch das Anstrengendste, das ich jemals gemacht habe in meinem Leben. Acht Stunden Training am Tag, Hochleistungssport! Bei den Karl-May-Spielen musste ich Reiten lernen, das konnte ich vorher nicht. Ich hatte drei Mal die Woche Reittraining und habe das aus Spaß immer mit dem Training bei Let’s Dance verglichen, aber man sitzt ja beim Reittraining auch nicht fünf Stunden auf dem Pferd. Trotzdem hatte ich am Anfang viel Muskelkater.

Hatten Sie Angst vor den Pferden?

Angst nicht, aber Respekt. Vor der Höhe, der Geschwindigkeit, und ich musste Vertrauen zum Pferd aufbauen.

War das Reiten das Schwierigste für Sie bei den Spielen?

Ja, würde ich sagen. Theater hatte ich zwar auch lange nicht mehr gespielt, aber es unterscheidet sich vom Film nicht großartig. Mit großem Publikum komme ich zurecht, damit hatte ich noch nie Probleme. Das kenne ich auch von der Moderation. Da waren auch manchmal zehn- bis zwanzigtausend Leute, das mag ich, das ist ein tolles Gefühl. Das Reiten war schon eher ein Problem, weil es einfach beiläufig sein muss, man darf sich beim Auftritt nicht mehr darauf konzentrieren. Dafür aber auf die Abläufe. Man muss immer sehr wach sein beim Spielen.

72 Mal spielen Sie das gleiche Stück. Ist es schon langweilig geworden?

Nein, das ist es tatsächlich nicht, weil das Publikum so unterschiedlich ist. Das Publikum gibt eine gewisse Energie. Es gibt dann so Highlight-Vorstellungen, bei denen Magie in der Luft ist. Das Tolle und Besondere an den Karl-May-Spielen sind die echten Fans. Das gibt es woanders, glaube ich, nicht. Es ist kein willkürliches Publikum. Man kann es mit einem Fußballspiel vergleichen. Es ist ein richtiges Erlebnis für das Publikum. Es gibt bestimmte Sätze, auf die sie warten, bei der Winnetou-Musik flippen alle aus – das ist wirklich cool.

Sind Sie für ihre beiden Söhne jetzt eigentlich die Heldin?

Ja, die Heldin schlechthin! Also hiermit habe ich jetzt wirklich einen Stein im Brett bei ihnen. Mein großer Sohn kann schon alles mitsprechen. Zuhause spielen die beiden das Stück nach, und mein Großer hat auch schon versucht, den Akzent von Lord Castlepool zu imitieren. Sie sind echte Karl-May-Fans geworden.

Wurden Sie denn auch schon von dem viel zitierten „Karl-May-Virus“ infiziert?

Also ich werde definitiv im nächsten Jahr mit meinen Kindern als Gast zu den Spielen kommen. Ich finde es gut, dass ich erleben durfte, wie toll es hier ist und dass meine Kinder noch in dem Alter sind, in dem sie es super finden.

Haben Sie mit Jan Sosniok schon mal zusammen gedreht? Sie standen ja für dieselben Formate vor der Kamera.

Nein. Wir kennen uns nur von Veranstaltungen. Wir haben zeitversetzt bei „GZSZ“ oder „Danni Lowinski“ mitgespielt. Jetzt kennen wir uns aber gut und hoffen, dass wir mal für ein schönes Format zusammen spielen dürfen. Auf’m Pferd, vielleicht im nächsten Pilcher-Film. (Sie lacht.)

Fühlen Sie sich als einzige Frau im Stück, von den Komparsen abgesehen, gut aufgehoben im Ensemble?

Ja. Es ist aber eine Männerdomäne und man muss erst mal sein Plätzchen finden. Aber die Komparsen und Reiterstatisten sind auch sehr nett hier. Ich verstehe mich gut mit den Mädels und bin auch viel mit ihnen zusammen. Ich kenne ja nun auch viele Komparsen, aber wie hier mitgearbeitet wird und jeder das wirklich hundertprozentig ernst nimmt, das ist auch noch mal etwas Besonderes an den Karl-May-Spielen.

Was sind Sie privat für ein Typ? Eher die ewig shoppende Verena Koch aus „GZSZ“ oder doch mehr der coole Wild-West-Typ?

Ich bin gar nichts von beiden. Weder die shoppende Verena noch ein Bauernhof-Typ. Ich bin ein sehr pragmatischer, gemütlicher Familien- und Freundemensch. Am liebsten bin ich 24 Stunden im Pyjama (lacht), ungeschminkt in meiner Wohnung und habe meine Mädels um mich rum und meine Kinder und meinen Mann. Dann bin ich glücklich.

Die Frage, wie viele Schuhe Sie im Schrank haben, hat sich dann wohl erübrigt?

Also für eine Frau habe ich wenig Schuhe und auch wenig Taschen.

Wie lange sind Sie schon Vegetarierin?

Seit ich 18 bin, also seit drei Jahren (lacht). Ich esse kein Fleisch, keinen Fisch, keine Meeresfrüchte, bin gegen Pelz. Aber ich lebe nicht vegan, versuche zwar etwas weniger zu konsumieren, aber das schmeckt mir alles zu gut.

Sie sind ja vier Tage die Woche in Bad Segeberg, also weg von ihren Söhnen. Wie kommen Sie damit klar?

Das ist okay. Ich bin ja drei Tage zu Hause. Ich komme Sonntagabend nach Hause, bringe meine Kinder ins Bett. Drei Tage sind ja mehr als ein Wochenende. Und das ist auch ein Pluspunkt am Theaterspielen: Ich muss an den drei Tagen nichts vorbereiten. Das kenne ich so gar nicht. Das ist der größte Luxus. Mich kennt man eigentlich nur im Stress, weil ich immer am Textlernen bin. So erlebe ich jetzt montags, dienstags und mittwochs den Alltag mit meinen Kindern. Das ist fast schöner als das Wochenende.

Was passiert jetzt nach dem Ende der Karl-May-Saison?

Im Anschluss drehe erst mal für die „SOKO“ in Stuttgart. Und dann fahre ich tatsächlich im Oktober in den Urlaub!

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