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Licht-Giraffen für Fledermäuse

Karl-May-Spiele Licht-Giraffen für Fledermäuse

Wer abends vom Freilichttheater am Kalkberg zurück auf einen Karl-May-Parkplatz kommt, findet sein Auto in orangerotes Licht getaucht. Es kommt aus ein wenig futuristisch wirkenden Laternen. Ein optischer Gag ist diese Beleuchtung nicht. Sie wurde über mehrere Jahre im Sinne der Fledermäuse entwickelt.

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In orangefarbenes Licht sind die Karl-May-Parkplätze nach den Abendvorstellungen getaucht.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Als die Kalkberg GmbH vor drei Jahren den Entschluss fasste, ihre Parkplätze in der Nähe der B206 mit neuer Beleuchtung auszustatten, kam sehr schnell das Thema Fledermäuse auf den Tisch. „Es war aus vorangegangenen Fledermauskartierungen bekannt, dass über diese Flächen eine nicht unerhebliche Anzahl von geschützten Fledermausarten regelmäßig zur Kalkberghöhle an- und abwandert“, erklärt Geschäftsführer Florian Gloza-Rausch vom Fledermauszentrum Noctalis. „Um nicht in einen Konflikt mit der Naturschutzgesetzgebung und den Planungen zum Weiterbau der A20 zu geraten, wurde die Umsetzung einer fest installierten Beleuchtung von Beginn an durch das Fledermauszentrum fachlich begleitet.“

 Studentin Valerie Linden von der Universität im niederländischen Wageningen untersuchte daraufhin im Rahmen einer Masterarbeit das Wanderverhalten der Fledermäuse über den Bad Segeberger Parkplätzen - und zwar unter dem Einfluss wechselnder Beleuchtung und Lichtfarben. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg genehmigte, dass zu diesem Zweck so genannte „Licht-Giraffen“ aufgebaut werden: mobile Leuchtmasten, wie man sie von Nachtbaustellen oder Feuerwehreinsätzen im Dunkeln kennt.

 „Mit Hilfe von Farbfiltern wurden die Parkplätze dann nach einem festen Untersuchungsschema in unterschiedlichen Farben beleuchtet und das Verhalten der Fledermäuse durch Begehungen mit Ultraschalldetektoren analysiert“, schildert Diplom-Biologe Gloza-Rausch. „Im Ergebnis zeigte sich, dass insbesondere weißes Licht die Fledermäuse der Kalkberghöhle massiv von den Parkplätzen verdrängt.“ Von rotem und orangefarbenem Licht ließen sich die nachtaktiven Säuger dagegen deutlich weniger irritieren. Das Noctalis gab eine entsprechende Empfehlung an die Kalkberg GmbH.

 Im Vorjahr wurden als Provisorium erst noch einmal die „Licht-Giraffen“ mit Halogenlampen und Rotfiltern eingesetzt. Nun folgte die Installation fester LED-Lampen in der Farbe Orange. „Wir haben in die neue Parkplatzbeleuchtung rund 28000 Euro investiert“, sagt Karl-May-Geschäftsführerin Ute Thienel. „Durch die hervorragende fachliche Beratung durch das Fledermauszentrum konnten wir jetzt eine dauerhaft umweltfreundliche und im Betrieb kostengünstige Lösung umsetzen.“

 Für Gloza-Rausch ist dieses Projekt richtungsweisend. Der Ausbau der fledermausfreundlichen Beleuchtung in Bad Segeberg sei – insbesondere bei fortschreitender städtebaulicher Entwicklung und dem Bau der A20 – ein wesentlicher Baustein zum Erhalt der Wanderkorridore für die Tiere, die den Kalkberg als Winterquartier nutzen. Wer sich die neue Beleuchtung im Betrieb ansehen möchte, hat dazu noch bis Sonnabend Gelegenheit. Tags darauf endet die Karl-May-Saison – aber bereits am Nachmittag.

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