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Üben bis zum Showdown

Karl-May-Spiele Üben bis zum Showdown

Am 25. Juni ist Premiere von „Der Schatz im Silbersee“, dem diesjährigen Stück der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg, und bis dahin wird Tag für Tag an jeder Einzelheit gefeilt. Regisseur Norbert Schultze jr. ist das, was er meistens ist: ganz entspannt. „Alles läuft gut, wir sind im Zeitplan.“

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Vorsicht vor der berühmten „Schmetterhand“: Gaststar Till Demtrøder teilt bei den Karl-May-Spielen als Old Shatterhand kräftig aus, wenn sich ihm Bösewichter in den Weg stellen.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Wie viele Leute tragen den toten Major Norton von der Bühne? Was genau machen die anderen Statisten, die in der Szene sind? Wo schauen sie hin? Und wo kommen die Säbel her, mit denen gekämpft wird? Viele Details gilt es bei den Proben zu beachten.

 Das letzte Bild (so heißen am Kalkberg die einzelnen Szenen) mit dem großen Showdown, bei dem es viel Pyrotechnik und Stunts geben wird, muss noch überplant werden. Dabei geht es um die Wege der Akteure und die zeitlichen Abläufe. „Wo wechseln sich Schauspieler und Stuntman ab, ohne dass es zu sehen ist?“

 Die Strecken, die Schauspieler und Statisten auf der großen Spielfläche mit ihren verschiedenen Ebenen zurücklegen, müssen von der Handlung und vom Text her sinnvoll sein sowie mitunter bis auf die Sekunde aufeinander abgestimmt werden. Denn gerade, wenn Explosionen krachen, Schüsse fallen oder Pferde durch die Arena preschen, ist Genauigkeit gefragt.

 Zurzeit gibt es noch keine Gewehre oder Pistolen bei den Proben. Die Darsteller deuten Schüsse lediglich an. Nur die Säbel sind schon im GebrauchObwohl es Theaterwaffen sind, haben sie eine gewisse Schärfe, und Verletzungsgefahr besteht auch hier. Eine wichtige Aufgabe für Stuntkoordinator Dr. Steve Szigeti ist es, den Kampf echt und gefährlich aussehen zu lassen, aber dennoch auf Sicherheit zu achten. Die Kampfszenen werden deshalb besonders intensiv geprobt und von einem gesonderten Training für alle diejenigen begleitet, die daran beteiligt sind. Auch der Umgang mit den Pferden wird durch viele Wiederholungen eingeübt.

 Für Oliver Stritzel, der in diesem Jahr als fieser „Cornel Brinkley“ erstmals bei den Karl-May-Spielen zu sehen ist, eine Herausforderung, die ihm sichtlich Freude macht. „Ich bin vor ein paar Jahren schon mal geritten, und ich habe in Berlin für die Rolle intensiv trainiert.“ Wenn er im Freilichttheater die Rampe in raschem Tempo hinaufreitet, ist keinerlei Unsicherheit zu sehen. „Es gefällt mir hier ungeheuer gut“, sagt Stritzel. „Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen darf“. Die Arbeit mit den „fantastischen Kollegen“ mache Spaß. „Man ist sich sehr wohlgesonnen.“ Auch die Stadt gefällt dem Mann, der unter anderem in „Das Boot“ und „Der Untergang“ mitgewirkt und über achthundert Synchronrollen gesprochen hat. „Ich fühle mich wohl hier in Bad Segeberg. Die Leute sind sehr nett und zuvorkommend.“

 Ein anderes „Greenhorn“ ist Till Demtrøder, der den Old Shatterhand verkörpert. „Es ist toll zu sehen, wie im Stück alles immer mehr zusammenwächst. Alles greift wie in einem Uhrwerk ineinander.“ Bis am Ende dann tatsächlich alles läuft, hat Regisseur Schultze noch viel Arbeit. „Jeden Tag gibt es kleine Änderungen. Da die Schauspieler nun auf der Bühne viel mehr mit der Figur, die sie spielen, vertraut werden, ergeben sich manchmal kleine Textänderungen oder andere Wege und Positionen.“

 Alles wird auch sorgfältig mit der Musik abgestimmt. In diesem Jahr gibt es über 90 Musikeinspielungen. Regisseur Schultze macht es großen Spaß, nach den Soundtracks für die Szenen zu suchen. Auch für die Tänze von Choreograph Jean Marc Lebon hat er die richtigen Melodien gefunden. „Diesmal ist auch Square Dance dabei“, schildert Lebon. Der 50-Jährige stammt von der Insel Mauritius und wirkt zum achten Mal am Kalkberg mit. Sein Einstieg damals war „Der Schatz im Silbersee“ in der Saison 2009. „Damals haben wir ganz andere Tänze gehabt, alles hat sich sehr entwickelt.“

 So wie auch das Stück immer weiter vorankommt – von der ersten Leseprobe in der Gaststätte Bürgerstuben über das Spielen ohne Pferde auf der Bühne, dann schließlich mit Pferden und bis hin zu Waffen und Pyrotechnik. Bis es bei der Premiere vor über 7500 Zuschauern so richtig ernst wird. Darauf fiebern am Kalkberg alle hin.

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