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Die Katastrophe war nur eine Übung

"Sebarg 2017" Die Katastrophe war nur eine Übung

Etwa 400 Menschen waren in Bad Segeberg auf den Beinen, um an der Übung „Sebarg 2017“ mitzuwirken. Angenommen wurde ein „MANV“. Das steht im Einsatzjargon für: „Massenanfall von Verletzten“. In diesem Fall 60, davon sehr viele schwerstverletzt.

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Einer von vier Räumen, in denen die Notärzte die Patienten sichten und von Sanitätern behandeln lassen.

Quelle: Florian Büh

Bad Segeberg. Von der Übungsleitung wurde vorgegeben, was am Sonnabend passiert ist: Bei einem Tag der offenen Tür an der Schule Am Burgfeld ist ein Chemie-Experiment gründlich danebengegangen. Eine Explosion mit anschließendem Einsturz einiger Klassenräume führt zur Katastrophe.

Plattdeutsch ist der Name der Übung: Sebarg, das steht für Segeberg. Geplant war sie bereits für das Jahr 2015, dann aber fallengelassen worden: „Wir mussten uns hier erst einmal um die vielen Geflüchteten kümmern, die zu uns kamen“, erklärt Landrat Jan Peter Schröder, der die Übung begleitet. Die vielen Zahnräder, die bei einer so großen Schadenslage ineinandergreifen müssen, benötigen regelmäßiges Training.

Normalerweise enden Übungen an der Stelle, wo die Patientendarsteller im Rettungswagen liegen. Sebarg 2017 lief anders. Mit Blaulicht und Martinshorn fuhren die Rettungsfahrzeuge die Verletzten in das AK Segeberger Kliniken in Bad Segeberg. 34 Mitarbeiter hatten sich freiwillig für die Übung gemeldet. Im Ernstfall würden aber viel mehr informiert: „Etwa 1000 Menschen von der Reinigung über den Techniker oder Logistiker bis zum Pflegepersonal oder Arzt wäre bei so einer großen Schadenslage auf den Beinen“, erklärt Dr. Anja Schulz, Leitende Notärztin.

 Am Nachmittag ist die Übung beendet. An die 250 Einsatzkräfte vor allem von Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und Feuerwehr haben teilgenommen. Jens Lorenzen, Fachdienstleiter für Katastrophenschutz in der Kreisverwaltung Segeberg, hat die Großübung mit weiteren neun Helfern ausgearbeitet. Er lobte die Verletztendarsteller, die Versorgung von Essen und Getränken sowie viele einzelne Einsatz- und Führungskräfte. Nicht alles hat reibungslos geklappt; die Patientenversorgung hätte schneller gehen können. Aber Übungen seien ja genau dafür da, Schwachstellen aufzuzeigen.

Von Florian Büh

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