7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Kiffen schadet nicht? Von wegen!

Kaltenkirchen Kiffen schadet nicht? Von wegen!

Cannabis gibt es doch jetzt sogar auf Rezept: Mit diesem Argument verharmlost so mancher Jugendlicher den Konsum des Rauschmittels. Für die ATS Suchtberatung ist das eine gefährliche Entwicklung. Ihr soll eine Fachtagung in Kaltenkirchen entgegengesetzt werden.

Voriger Artikel
Kabel durchgeschmort: 3500 ohne Strom
Nächster Artikel
Bürgervorsteherin Missi wird 70

Sie bereiten die Fachtagung vor: ATS-Chef Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg, Sozialpädagogin Damaris Brammer, die Präventionsarbeit in Schulen leistet, und Melanie Berg, zuständig für Suchtberatung und ambulante Rehabilitation.

Quelle: ggo

Kaltenkirchen. „Kiffen schadet doch nichts. Alkohol ist viel schädlicher.“ Für viele ist Cannabis beinahe schon gesellschaftsfähig geworden. „Da schwirren eine Menge Halbwahrheiten und Fehlinformationen herum“, sagt Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg, Chef der ATS-Suchtberatungsstelle Kaltenkirchen.

Seit März dürfen Ärzte unter bestimmten Bedingungen Cannabis auf Rezept verordnen. Das hat die kontroverse Diskussion um die Droge neu entfacht. Tecklenburg: „Die Erfahrungen in der Suchtberatung und in den Schulen zeigt, dass sich viele Jugendliche durch den medizinischen Einsatz von Cannabis tendenziell in ihrem Konsumverhalten bestärkt sehen.“ Schädliche Nebenwirkungen würden kaum wahrgenommen. „Dabei darf die medizinische Verwendung nicht verwechselt werden mit der Freigabe einer harmlosen Substanz.“ Zunehmend gebe es auch Hilflosigkeit beim Umgang mit kiffenden Schülern. Viele Pädagogen und Eltern seien verunsichert und orientierungslos. Es bestehe also ein hoher Bedarf an fundierter Information, stellt der Experte fest.

Die ATS-Beratungsstellen im Kreis Segeberg bekommen diesen Bedarf zu spüren. „Die Nachfrage zu Problemen im Umgang mit Cannabis ist deutlich gestiegen,“ sagt Tecklenburg. Im Jahr 2015 zum Beispiel bezogen sich 13 Prozent aller Beratungsanfragen auf das Thema Cannabis, in absoluten Zahlen waren das 240 Betroffene. 2016 waren es dann schon 16 Prozent oder 290 Personen.

Der Fachtag „Cannabis – Fluch oder Segen?“ findet am Montag, 6. November, von 13 bis 18 Uhr im ATS Beratungszentrum Sucht am Flottkamp 13b in Kaltenkirchen statt. Die Veranstaltung ist auch als Lehrerfortbildung anerkannt (Kostenbeteiligung: 10 Euro. Anmeldungen per E-Mai an sucht.kaki@ats-sh.de).

Von sz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3