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"Killerbordstein" forderte neues Opfer

Bad Bramstedt "Killerbordstein" forderte neues Opfer

Inge Dittmer ist sauer. Der Bad Bramstedterin ist beim Einparken vor der Raiffeisenbank am Bleeck vor einigen Wochen ein Reifen aufgerissen. Und sie ist nicht die erste, die sich darüber beschwert. Die Kante des neuen Granitbordsteins an jener Parkbucht ist messerscharf.

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Inge Dittmer wird in der Parkbucht rechts hinter ihr nicht mehr parken. Denn dort befindet sich der scharfkantige Granitbordstein.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Bramstedt. „Die Parkbucht ist sehr schmal, da kann man kaum einschlagen. Also bin ich beim Einparken an den Bordstein gekommen. Der Reifen war seitlich aufgerissen, den konnte ich danach wegwerfen“, erzählt Inge Dittmer. Auf den 90 Euro Schaden wird sie wohl sitzen bleiben. So wie einige andere Geschädigte zuvor auch. Zum Beispiel Dieter Tinschert aus Fuhlendorf, der sich vor einem Jahr an dem Bordstein sogar zwei platte Reifen geholt hatte.

Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach versprach damals, den Hinweis ernst zu nehmen und sich darum zu kümmern. Passiert ist bis heute jedoch nichts. Im Gegenteil. In der Bauausschusssitzung im Juni 2016 kam das Thema auf den Tisch und wurde vom Vorsitzenden Volker Wrage (CDU) abgetan: „So viel Fahrkönnen sollte man schon haben, dass man nicht dagegen fährt“, sagte er damals. Die Stadt sah er nicht in der Pflicht, von Maßnahmen wie Abschleifen wollte er nichts wissen.

Im Planungsausschuss im Mai dieses Jahres wurde das Thema abermals – im Rahmen der Kritikpunkte am Marktplatz – aufgegriffen. Auch hier gab es wenig Verständnis für die Geschädigten: Bauamtsleiter Udo Reinbacher informierte lediglich, dass die Versicherung der Stadt eine Schadensregulierung abgelehnt habe, weil sie keine Schuld bei der Stadt sah. Außerdem hätte es auch schon länger keine Beschwerden mehr gegeben. Damit war das Thema in der Kommunalpolitik abgehakt.

Inge Dittmer kann das nicht verstehen. „Ein scharfkantiger gefährlicher Bordstein passt nicht in eine Kurstadt. Es so zu belassen, wäre Schlamperei“, sagt sie: „Es wäre doch ein Leichtes, die Kante abschleifen zu lassen.“ Dem widersprach Bürgermeister Kütbach auf Nachfrage der SZ: „Das ist technisch schwierig.“

Nach den ersten Beschwerden vor über einem Jahr habe die Stadt, laut Kütbach, den „Killerbordstein“ von Sachverständigen untersuchen lassen. „Es wurde festgestellt, dass es sich dabei nicht um einen Baumangel handelt.“

Eine rechtliche Verpflichtung auf Seiten der Stadt gebe es auch nicht, „das wäre eine politische Entscheidung“, so Kütbach. Und wie die aussieht, hat Volker Wrage ja bereist auf den Punkt gebracht.

Kütbach wolle das Thema aber jetzt gerne noch einmal aufnehmen, mehr könne er nicht tun. Und Inge Dittmer will jetzt einen Brief an den Bürgermeister schreiben: „Den sollte er nicht einfach ignorieren.“

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