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Hilfspakete für 5600 Syrer

Kirchenkreis Plön-Segeberg Hilfspakete für 5600 Syrer

Segeberger Christen helfen syrischen Flüchtlingen in Jordanien. 935 Lebensmittelpakete für rund 5600 Menschen, darunter 3000 Kinder, finanziert der Kirchenkreis Plön-Segeberg. Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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Projektleiter Jens Schwalb von der Johanniter-Unfallhilfe (von links) freute sich über den 50 000-Euro-Scheck für die Flüchtlingshilfspakete, den Propst Dr. Daniel Havemann, Synodenpräses Peter Wiegner und Propst Erich Faehling gestern in Bad Segeberg überreichten.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Die Kirche wolle den Flüchtlingen heimatnah helfen, sagten die beiden Pröpste Dr. Daniel Havemann und Erich Faehling am Montag während eines Pressetermins in Bad Segeberg zum Startschuss der Aktion. 50000 Euro stellt der evangelisch-lutherische Kirchenkreis bereit. Die Organisation übernimmt die Johanniter-Unfallhilfe.

 Die Hilfspakete wiegen 50 Kilogramm. Sie enthalten 10 Kilogramm Reis sowie Mehl, Nudeln, Linsen, Bohnen, Öl, Zucker und Salz. Die Waren werden vor Ort eingekauft, berichtete Johanniter-Fachbereichsleiter Jens Schwalb, der das Projekt vor Ort betreut. Syrische Studenten packen die Pakete. Sie werden in die Region Irbid im Grenzgebiet zu Syrien geschafft. Dort haben mehrere Tausend syrische Flüchtlinge Unterschlupf bei Jordaniern gefunden: in freien Zimmern, in Garagen und manchmal auch in einem umgebauten Kuhstall. Propst Faehling erinnert das an die Verhältnisse in Deutschland nach dem Krieg. Irbid selbst hat ursprünglich 10000 Einwohner.

 Auch um Verteilungskonflikte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen zu vermeiden, sieht das jordanische Recht vor, dass von den Hilfslieferungen zu mindestens einem Drittel auch die gastgebenden Jordanier profitieren müssen. Das Geld des Kirchenkreises reicht für 935 Pakete. Je eines geht an eine Familie, die meist aus sechs Personen besteht.

 Der Lebensunterhalt in Jordanien ist so teuer wie in Deutschland, berichtete Schwab. Mit Arbeit Geld verdienen könnten Flüchtlinge kaum. Internationale Organisationen wie die UN würden zwar helfen. Aber die UN-Staaten versprechen mehr Hilfsgelder, als sie zahlen.

 Ein Großteil der Flüchtlinge in Jordanien kommen in Familien oder kleinen Wohnungen unter. Lager gebe es nur wenige, sagte Schwab. Sie seien die letzte Lösung. Die Anrainer Syriens leisteten viel. Allein im Libanon stellten die Flüchtlinge ein Viertel der Bevölkerung. Schon vor drei Jahren hätten 99,9 Prozent der Flüchtlinge gesagt, sie ziehe es nach Deutschland.

 Faehling erinnerte daran, dass der Druck groß sei, wenn jemand seine Heimat aufgebe. „Da zerbrechen Lebenskonzepte.“ Wichtig sei, vor Ort und den Flüchtlingen in Deutschland zu helfen. Havemann lobte die Arbeit der Johanniter-Unfallhilfe. Vor Ort würden auch Kinder betreut, etwa bei der Bewältigung der Traumata und beim Schulunterricht.

 Die Hilfspakete reichen den Familien, um bis Mai oder Juni zu überleben. Dann will der Kirchenkreis erneut helfen. Er stellt weitere 25000 Euro bereit, ergänzt durch eben so viele Spenden. 12000 Euro haben Bürger bereits überwiesen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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