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Lachsalven im Gotteshaus

Kirchenkreis Plön-Segeberg Lachsalven im Gotteshaus

200 Gäste kamen zum Jahresempfang des Kirchenkreises Plön-Segeberg. In der Marienkirche in Bad Segeberg trat auch die Kabarettgruppe „Die Schwarzbunten“ auf. Sie erntete Lachsalven und Applaus. Das lutherische Motto des Abends hieß: „Denn wo Glaube ist, da ist auch Lachen.“

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Eine solche Hawaii-Truppe hat die Marienkirche in über 850 Jahren noch nicht zu Gesicht bekommen.

Quelle: Andreas Wicht

Kreis Segeberg. Martin Luther war neben aller theologischen Seriosität ein lebensfroher Mann, dem nichts Menschliches fremd gewesen sein soll. So stellte der Kirchenkreis Plön-Segeberg seinen Jahresempfang unter das lutherische Motto: „Denn wo Glaube ist, da ist auch Lachen.“ Erstmals fand diese Traditionsveranstaltung nicht in Plön, sondern in der Bad Segeberger Marienkirche statt. Vor gut 200 Gästen nahm sich die Kabarettgruppe „Die Schwarzbunten“ die Kirche vor.

 Wenn man hört, die Schwarzbunten spielen vor Vertretern des Kirchenkreises in der Marienkirche, dann steht die Befürchtung im Raum, dass die Truppe aus den heiligen Hallen gejagt werden könnte. Die bekannte Segeberger Kabarettgruppe hat aber vor über 25 Jahren als Teil der kirchlichen Jugendarbeit am Glindenberg begonnen und kehrte in der Marienkirche zu ihren Wurzeln zurück.

 „Propst Havemann hat ja darauf bestanden, uns für heute Abend einzuladen“, begrüßte Michael Stamp als Schwarzbunter der ersten Stunde die Besucher. „Ich weiß jetzt bloß nicht, was der Mann ab Morgen beruflich machen will... .“ Denn die Schwarzbunten nehmen auch in der Kirche kein Blatt vor den Mund und sind in der Vergangenheit „auch schon mal aus einem Gemeindezentrum ’rausgeflogen“.

 Das Publikum reagierte jedoch deutlich gelassener auf harte Worte in humorvoller Verpackung. Zuvor hatten die Pröpste Erich Faehling und Dr. Daniel Havemann sowie der Präses der Kirchenkreissynode Peter Wiegner es mit Witzen, der Erinnerung an das Ostergelächter und derben Luther-Zitaten wie „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“ auf einen humorvollen Abend eingestimmt. Und schon mit der ersten Gesangsnummer über scheinheilige Gottesdienstbesucher – „Am Sonntag will mein Süßer mal zur Kirche geh’n“ – hatten die sechs Kabarettisten alle Sympathie auf ihrer Seite. In ihrem speziell auf den Empfang zugeschnittenen Programm ging es auch um das kirchliche Spendensammeln, öde Predigten und gestresste Pastoren.

 Immer wieder ernteten die Schwarzbunten Lachsalven und frenetischen Szenenapplaus. Und spätestens das charakteristische „Öddeli-Öddeli-Ödddeli“ als Telefonklang von Michael Meiers Apparat rief bei allen Anwesenden die Begeisterung hervor, die die Gruppe seit Jahrzehnten gewohnt ist.

 „Eigentlich müssten die Schwarzbunten viel häufiger in der Kirche auftreten“, war sich Rolf Hamann (Kirchengemeinde Bad Segeberg) nach dem Auftritt sicher. Bei einem gemeinsamen Mahl wurde bis in den späten Abend noch viel gelacht – in der Kirche.

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