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Zehn Jahre Behördenlotsen

Kirchenkreis Plön-Segeberg Zehn Jahre Behördenlotsen

Seit zehn Jahren gibt es die Behördenlotsen im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Plön-Segeberg. Eigentlicher Anlass für ihre Einführung war die Agenda 2010 von Bundeskanzler Schröder unter anderem mit der grundlegenden Änderung der Sozialgesetzbücher – die so genannten Hartz-Reformen.

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Koordinator Christian Weinert (links) konnte auch einen Mann der ersten Stunde begrüßen: seinen Vorgänger Gerd Himstedt.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. „Wir schätzen Ihre ehrenamtliche Arbeit sehr.“ Mit einem dicken Lob gratulierte Jens Lichte als zweiter stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Sozialausschusses zum zehnjährigen Bestehen der Behördenlotsen. Er war einer der zahlreichen Gäste beim Jubiläumsempfang im Begegnungs- und Beratungszentrum am Kirchplatz.

 Diese Würdigung hörten die Gastgeber gern, angefangen beim hauptamtlichen Geschäftsführer Michael Steenbuck vom Diakonischen Werk, der bei dieser Gelegenheit auch ehemalige Ehrenamtler willkommen hieß. Darunter war auch ein Mann der ersten Stunde: Gerd Himstedt hatte sich dort ausbilden lassen und bis März 2011 als Koordinator für die Behördenlosen mitgewirkt, bis Christian Weinert seine Nachfolge antrat. Zurzeit arbeiten von der Bad Segeberger Zentrale aus neun zertifizierte Behördenlotsen und leisten durchschnittlich 400 Beratungen jährlich. Zwei weitere Freiwillige sind in der Ausbildung, listete Weinert auf. Durch die Ehrenamtler würden auch die hauptamtlichen Mitarbeiter auf den Ämtern entlastet.

 Weinert und Steenbuck erinnerten an die Gründungsphase: Es wurde für Laien immer schwieriger, durch das Paragrafen-Dickicht hindurch zu finden. Deshalb sollten Ratsuchende bei Bedarf Hilfestellung erfahren. Das Diakonische Werk Hamburg rief sein Projekt Behördenlotsen Ende 2003 für die Hansestadt ins Leben. Seit Mitte 2005 arbeitete dann auch das Diakonische Werk Schleswig-Holstein an der Umsetzung.

 Frühzeitig begannen auch die Verantwortlichen im Kirchenkreis Segeberg mit der Verwirklichung vor Ort. Im Juli 2005 nahmen Hans-Jürgen Landsetzer und Martina Morschek-Radloff ihre hauptamtliche Arbeit auf. Sie starteten zwei Wochen später das Projekt „Allgemeine Sozialberatung“ mit der Einladung von Interessenten. Unterstützung bekamen sie dabei von Pastor Thorsten Dittrich. Ziel war es, ein ehrenamtliches Angebot zu etablieren, das kostenlose Beratung und Begleitung für Rat- und Hilfesuchende bietet.

 Beim ersten Bewerbertreffen wurden Selbstauskünfte der künftigen Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsgruppen erstellt, darunter einige Ruheständler; auch über Art und Umfang ihrer späteren Tätigkeit wurde gesprochen. Die Freiwilligen wurden sechs Monate lang intensiv für ihre Aufgabe geschult, eingearbeitet und schließlich als selbstständig tätige Ämterlotsen zertifiziert – die ersten im Mai 2006. Stationen bietet das Diakonische Werk inzwischen auch in Ascheberg, Preetz, Lütjenburg, Bornhöved und Wahlstedt.

 An all diesen sechs Orten steht das Team für die Unterstützung bei sämtlichen Kontakten zu Behörden bereit, bei Bedarf auch als Begleitung. Sie bieten neben lösungsorientierten Gespräche auch Hilfe in schwierigen Lebenssituationen und Vermittlung von Spezialberatungen innerhalb der Diakonie – und all das unentgeltlich, vertraulich sowie verschwiegen. Bei Fragen von Rechtsberatung, Steuerberatung, Bankberatung und Gesundheitsberatung werden die Lotsen allerdings nicht selbst aktiv tätig, sondern vermitteln Hilfesuchende an externe Partner weiter.

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