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Seit 50 Jahren Pastorinnen

Kirchenkreis Seit 50 Jahren Pastorinnen

Erst seit 50 Jahren dürfen Frauen im Segeberger Kreisgebiet als Pastorinnen arbeiten. Im April 1967 führte der damalige Bischof Friedrich Hübner sieben Frauen in ihren Dienst als Pastorinnen ein. Das hatte es vorher in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein noch nie gegeben.

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Pastorinnen Gabriele Dreßler aus Neuengörs (rechts) und Anett Penner aus Leezen.

Quelle: Petra Stöver

Bad Segeberg. Heute ist es ganz normal, wenn Pastorinnen konfirmieren, trauen, oder beerdigen. Die Segeberger Zeitung fragte einige Pastorinnen nach ihren Erfahrungen.

Heide Rühe-Walchensteiner, jetzt Gemeindepastorin in Rickling, kann sich noch gut an ihre Anfangsjahre als Pastorin in Gadeland erinnern. 1993 sollte sie eine Beerdigung in Groß Kummerfeld leiten. „Machen Sie das jetzt oder sollen wir auf den richtigen Pastor warten?“, sei sie damals gefragt worden.

Immer noch mehr Pastoren

Im Kirchenkreis Plön-Segeberg dominieren allerdings immer noch die Männer. Hier arbeiten aktuell 41 Pastoren und 26 Pastorinnen, das ist ein Frauenanteil von 39 Prozent.

Als Anett Penner 1994 ihren Dienst in Leezen begann, war sie die erste Pastorin in der über 800-jährigen Geschichte der Kirchengemeinde. Der Kirchenvorstand habe lange gebraucht, um eine Frau als Bewerberin zu akzeptieren. Anfangs sei noch ein „richtiger Pastor“ gefragt gewesen, doch die Vorbehalte hätten sich schnell gelegt.

Gleiche Rechte erst seit 1979

Noch bis 1979 dauerte es, bis die Nordelbische Kirche den Frauen die gleichen Rechte wie ihren männlichen Kollegen zugestand. Bis dahin mussten Pastorinnen ledig sein, heirateten sie, mussten sie mit Einschränkungen rechnen oder verloren gar ihr Amt. „Zölibat durch die Hintertür“, kommentiert Hinz. Unter diesen Auflagen hätte sie den Beruf nie ergriffen, sagt Anett Penner (Leezen). Das kann Gabriele Dreßler (Neuengörs) unterstreichen. Sie sei sich bewusst, „auf den Schultern derer zu sitzen“, die für die Rechte gekämpft haben.

Die Frauenrolle hat sich in der Nordkirche in den 50 Jahren grundlegend geändert. Geblieben ist die falsche Anrede: „Frau Pastor“.

Von Petra Stoever

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