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Er spielte sich in die Herzen

Kirchenmusik in Bad Segeberg Er spielte sich in die Herzen

Die evangelische Kirchengemeinde, Wegbereiter, Freunde und Bekannte machten es Kirchenmusiker Jan Simowitsch wirklich nicht leicht. Zum Abschied gab es viel Lob, einen dankbaren Rückblick auf sein Schaffen, Ovationen, Schokolade und eine Freikarte für alle Bad Segeberger Kirchenkonzerte.

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Ovationen erhielt Jan Simowitsch von allen Besuchern des Gottesdienstes für sein 12-jähriges Wirken als Kirchenmusiker der Popularmusik in Bad Segeberg.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Der zurückhaltende Kirchenmusiker saß mit seiner Frau Solveig und Tochter Frida auf der Kirchenbank in der ersten Reihe der voll besetzten Marienkirche und erlebte gerührt einen Gottesdienst, der ihm wirklich Ehre machte. Der 36-Jährige verlässt Bad Segeberg beruflich in Richtung Hamburg. Dort ist er seit diesem Monat als Referent für Popularmusik bei der Nordkirche tätig.

 Vor zwölf Jahren hatte er sich auf die Stelle für die damals neue Abteilung Popularmusik in Bad Segeberg beworben – und war noch nicht einmal ein Mitglied der Kirche. Daran erinnerte die Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Dr. Kirsten Geißler. „Auf den ersten Blick passtest du so gar nicht.“ Doch seine musikalischen Referenzen sprachen für ihn, und so wurde Simowitsch „als echter Quereinsteiger“ in seinem Einführungsgottesdienst erst einmal getauft.

 Im Laufe der Jahre habe er sich „in unsere Herzen gespielt“, so Geißler, und komponierte viele Werke, auch zusammen mit seinem „Leib-und-Seele-Texter“ Johannes Hoffmann. Erst kürzlich präsentierten die beiden die Premiere von „Die letzte Flut“.

 Auch Pastorin Elke Hoffmann erinnerte an die besondere Begabung von Jan Simowitsch, mit seiner Musik die Zuhörer „mitten ins Herz zu treffen“. Die Kraft der Musik finde sich auch in der Bibel, betonte die Pastorin. So hätten einst Posaunen die Mauern von Jericho zum Einsturz gebracht. Der Posaunenchor der Gemeinde wollte dafür nicht den Beweis antreten, doch die jugendlichen Musiker zeigten ebenso wie die der anderen Formationen aus dem Bereich Popularmusik, was das Wirken von Jan Simowitsch so besonders macht: die Begeisterung für die Musik und die Freude am Singen und Spielen. Zwischen Predigt, Segnung und Fürbitten traten die jungen Erwachsenen für ihren scheidenden Lehrer auf.

 Amüsant war auch die Rede von Propst Dr. Daniel Havemann. Er erinnerte an sein erstes Treffen mit Jan Simowitsch in einer Bar in Rostock. „Was du mir aber nicht gesagt hattest, war, dass es sich um eine Schwulen- und Lesbenbar handelt“, erzählte Havemann. Diesen Hang zu ungewöhnlichen Orten habe Simowitsch weiter verfolgt: Mit Auftritten am See oder im Sozialkaufhaus habe er sich als Vorreiter für eine neue Popularmusik in der Nordkirche erwiesen.

 Simowitsch setzte sich zum Schluss noch einmal selbst an den schwarzen Flügel und spielte sehr einfühlsam den Choral „Gib dich zufrieden und sei stille“. Seine Nachfolge soll ab 1. Juli die Kirchenmusikerin Anna Stauder aus Seth antreten.

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