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Ende eines Familienbetriebes

Kisdorf Ende eines Familienbetriebes

Seit Anfang April ist es vorbei mit den Broten und Brötchen aus dem Steinofen, den Torten, dem Klönschnack am Nachmittag und dem dampfenden Kaffee am Morgen: Jürgen und Karin Hamann haben ihre Traditionsbäckerei in der Dorfstraße 11 in Kisdorf für immer geschlossen.

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Karin und Jürgen Hamann sind ihrer Gemeinde Kisdorf sehr verbunden.

Quelle: Privat

Kisdorf. „Das tut schon weh“, sagt Bäckermeister Jürgen Hamann. Er ist kein Mann großer Worte. Und so wollte er auch keinen Abschiedstrubel haben, als das Familienunternehmen schloss, das 1912 vom Großvater gegründet wurde und irgendwie nie aus Kisdorf wegzudenken war.

 Vor 35 Jahren hatte Jürgen Hamann zusammen mit seiner Frau Karin die Bäckerei des Vaters übernommen und in dritter Generation geführt. Das seien arbeitsreiche Jahre gewesen, erinnert er sich. Jetzt sei es aber an der Zeit für den Ruhestand, meint der 70-Jährige. Aus der eigenen Familie wollte niemand die Nachfolge übernehmen.

 Das Engagement von Jürgen und Karin Hamann in ihrer Gemeinde war groß. Viele wollten deshalb dem Ehepaar danken, das so viele dörfliche Aktivitäten unterstützt hatte. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein kleines Unternehmen so großzügig zeigt und jahrzehntelang Bleche voller Kuchen oder belegte Brötchen und Kaffee spendet“, sagt Bürgermeister Reimer Wisch.

 Deshalb bedankten sich Mitglieder der Feuerwehr sauch musikalisch. „Da kamen mir schon die Tränen“, sagt Karin Hamann (62). Noch hat das Paar keine Pläne für die Zukunft; die Schließung müsse man erst einmal sacken lassen. Ob Jürgen Hamann wieder Charolais-Rinder züchten wird, wie vor einer überstandenen Krankheit vor vier Jahren, weiß er noch nicht.

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Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Claudia Stehr

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