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Streit um den Fußballrasen

Kisdorf Streit um den Fußballrasen

Kleiner Flyer, große Wirkung. Im seit Wochen schwelenden Konflikt zwischen dem Vorstand des SSC Phoenix Kisdorf und der Gemeinde Kisdorf hat ein Schreiben des Sportvereins die Fronten weiter verhärtet. Darin wirft der SSC den Kommunalpolitikern vor, kein Herz für Kinder zu haben.

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Carl-Heinz Warner, Vorstand des Sportvereins, klagt über den ramponierten Rasen des Fußballplatzes. Für eine Sanierung benötigt der Verein Geld.

Quelle: Alexander Christ

Kisdorf. Grund für den Disput ist die Ablehnung des Sportausschusses, dem Verein einen Zuschuss von 6000 Euro für die Sanierung des Rasens zu gewähren.

 Begründet wurde das Nein mit der angespannten Haushaltslage. Der Gemeindeetat für dieses Jahr weist ein Minus von rund 334000 Euro aus. Die Entscheidung des Ausschusses wollten die Fußballer, allen voran der Vereinsvorsitzende Carl-Heinz Warner, nicht akzeptieren und verteilten im Ort Flyer, in denen der Gemeinde vorgeworfen wird, sich aus der Verantwortung zu ziehen. „Mit dem Flyer wollten wir ein Zeichen setzen“, betonte Warner. Er stehe nach wie vor hinter der Aktion. Nach Angaben des Vereins sind weit über die Hälfte der insgesamt rund 400 Spieler Kinder und Jugendliche.

 Erzürnt zeigten sich Bürgermeister Reimer Wisch und sein Stellvertreter Michael Hamer. „Das ist eine ungeheuerliche Behauptung, die ich strikt zurückweise. Vor dem Hintergrund des hohen Haushaltsdefizits muss überall gespart werden“, betonte Wisch. „Und das betrifft nicht nur den SSC, sondern alle Vereine und Institutionen im Ort.“ Seit 2012 habe die Gemeinde die beiden Sportvereine SSC Phoenix Kisdorf und BSV Kisdorf sowie den Unterhalt der Mehrzweckhalle mit 463000 Euro bezuschusst. Zudem wurden dem SSC 106000 Euro für laufende Unterhaltskosten als sogenannte Betriebskostenzuschüsse gewährt. Darüber hinaus habe die Gemeinde seit 2012 weitere 112000 Euro unter anderem für die Anschaffung neuer Tore, die Sanierung des Fußballerheims, Zuschüsse für Übungsleiter, die Förderung der Jugendarbeit, die Sanierung von Rasenflächen und Außenanlagen ausgegeben. Das seien insgesamt 218000 Euro, die die Gemeinde allein für die Fußballer des SSC in fünf Jahren gezahlt habe, erläuterte Wisch.

 Außerdem seien nicht nur die Fußballer von den Sparzwängen betroffen. „Die Gemeinde hat dem örtlichen Kinderschutzbund und den Seniorenclub jährlich 2200 Euro an Zuschüssen gewährt. Das wurde auf null heruntergefahren“, sagte Wisch. Ersatzlos gestrichen worden seien auch der Etat für Geschenke in Höhe von 4500 Euro und ein Zuschuss von 8500 Euro für die Freiwillige Feuerwehr.

 Auch Michael Hamer verteidigt den ablehnenden Beschluss. „Seit Jahren verlangen wir vergeblich vom SSC mehr Transparenz. Dazu gehören beispielsweise Zahlen über die Struktur der Mitglieder“, betonte Hamer. „Wir wissen, dass viele Fußballer des SSC gar nicht aus Kisdorf, sondern aus umliegenden Gemeinden kommen.“ Er verstehe den Wunsch nach sportlichem Erfolg. „Doch das kann nicht auf Kosten der Gemeinde geschehen.“

 Von der Argumentation der Kommunalpolitiker zeigte sich Warner enttäuscht. Der SSC habe einen Jahresetat von 87500 Euro. Davon müssten rund 30000 Euro für Betriebskosten bezahlt werden. Die restlichen 50000 Euro würden unter anderem für die Anschaffung von Bällen, Toren, Zuschüssen für Trainer und Übungsleiter, Fahrtkostenerstattungen sowie Busmieten verwendet.

 Auch die Sanierung des Vereinsheims will Warner nicht gelten lassen. „Die Gemeinde ist Eigentümerin des Geländes, mit der wir einen Nutzungsvertrag abgeschlossen haben. Dieser ist mit einem Mietvertrag vergleichbar“, betont Warner. Wenn Gebäude saniert werden müssen, sei das Aufgabe des Eigentümers. Warner dementierte auch Gerüchte, Spieler des SSC würden Gehälter beziehen. „Kein Spieler bekommt beim SSC Geld. Darauf mein Ehrenwort“, sagte er.

 Nun wollen sich die zerstrittenen Lager am 6. Juni zu einem Gespräch treffen.

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