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Bald Steuer für Zweitwohnung

Kisdorf Bald Steuer für Zweitwohnung

Der aktuelle Haushalt der Gemeinde Kisdorf weist ein Minus von 345000 Euro aus. Dieses Defizit abzubauen, haben sich die Mitglieder der Fachausschüsse und der Gemeindevertretung vorgenommen. Ein Schritt in diese Richtung ist die Einführung einer Zweitwohnungssteuer.

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Michael Hamer, Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen und Bilanzprüfung, weist vor dem Hintergrund der schlechten Finanzlage der Kommune auf die Notwendigkeit der Generierung von Mehreinnahmen hin.

Quelle: Alexander Christ

Kisdorf. Ob die Steuer kommt, entscheidet die Gemeindevertretung auf ihrer nächsten Sitzung, voraussichtlich Ende September. Der Termin steht noch nicht fest. Der Ausschuss für Finanzen und Bilanzprüfung hat die Einführung mehrheitlich bei einer Enthaltung empfohlen. Kisdorf wäre nach Bad Segeberg und Stocksee die dritte Kommune im Kreis Segeberg, in der Bürger mit zweitem Wohnsitz eine solche Steuer entrichten müssen.

 Sie soll in Kisdorf auf 12,5 Prozent der Jahresrohmiete festgesetzt werden. Die Abgabe orientiert sich jedoch nicht am Mietvertrag, sondern an einem Schlüssel, den das Land errechnet hat. Er setzt sich unter anderem aus den ortsüblichen Mieten, der Höhe der Grundsteuer des gemieteten Objekts sowie Alter und Wert der gemieteten Immobilie zusammen. Bei einer Zahlung von 5300 Euro Jahresrohmiete müsste ein Mieter beispielsweise 662,50 Euro Zweitwohnungssteuer bezahlen.

 „Die Gemeinde ist gezwungen, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Defizit abzubauen. Dazu gehören neben Sparmaßnahmen auch zusätzliche Einnahmequellen. Von der Zweitwohnungssteuer erhoffen wir uns bis zu 10000 Euro jährliche Mehreinnahmen“, erklärte Michael Hamer von der Wählergemeinschaft Kisdorfer Bürger (WKB), Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen und Bilanzprüfung. Diese Auffassung teilen Kisdorfs Bürgermeister Reimer Wisch (CDU) und Dieter Maßmann, Fraktionssprecher der SPD. „Bürger, die einen Zweitwohnsitz in Kisdorf angemeldet haben, müssen hier bislang keine Einkommensteuer bezahlen. Dadurch entgehen der Gemeinde erhebliche Einnahmen. Mit der Einführung der Zweitwohnungssteuer soll zumindest ein Teil dieses finanziellen Verlustes kompensiert werden“, erklärte Bürgermeister Wisch.

 Skeptisch sieht FDP-Fraktionssprecher Dr. Jörg Seeger die von der Mehrheit der Gemeindevertretung gewollte Steuer. „Es ist völlig unklar, wie hoch die Summe sein wird, die wir erzielen können. Fakt hingegen ist, dass mit dieser Erhebung ein enormer Verwaltungsaufwand verbunden ist“, sagte Dr. Seeger. Dadurch würden seiner Auffassung nach weitere Kapazitäten in der ohnehin schon erheblich überlasteten Amtsverwaltung gebunden.

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