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Krippengeld als Nullnummer

Kita erhöht Beiträge Krippengeld als Nullnummer

Um 100 Euro im Monat will die Landesregierung Eltern von Kita-Kindern bis drei Jahren ab 2017 entlasten. Doch dieser Zuschuss droht zu verpuffen, wenn Gemeinden ihre Kindergarten-Beiträge um genau diesen Betrag wieder erhöhen.

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Für einen fünf-Stunden-Krippenplatz müssen Eltern im Kreis Segeberg zwischen 138 und 334 Euro im Monat zahlen: je dörflicher, desto teurer.

Quelle: Uli Deck/dpa

Kreis Segeberg. Das Krippengeld vom Land kassiert beispielsweise die Gemeinde Heidmühlen gleich wieder ein. Sie will die Preise um 100 Euro pro Monat erhöhen. Von 200 auf 300 Euro soll der Elternbeitrag steigen. Damit sollen die Kosten besser gedeckt werden, hieß es während der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Wegen des hohen Personaleinsatzes lägen sie in Krippen doppelt so hoch wie bei den Kindern ab drei Jahren.

 Ohnehin sieht die Kita-Kreiselternvertretung (KEV) die Gebührenpolitik der Städte und Gemeinden mit Sorge. So sei in diesem Jahr ein Krippenplatz im Durchschnitt um 4,4 Prozent teurer geworden. Das geht aus einer KEV-Umfrage unter allen 158 Kitas im Kreis hervor. Ein Drittel habe sich daran beteiligt, sagt KEV-Kreisvorsitzende Birthe Nohrden.

 Die Krippengebühr für eine Betreuung von fünf Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche liegt demnach zwischen 185 und 334 Euro im Monat. Eine Ausnahme bildet Norderstedt. Dort werden nur 138 Euro verlangt, ebenso viel wie für einen Platz in einer Ü3-Gruppe.

 In städtischen und Hamburg-nahen Krippen sei für Eltern ein Platz tendenziell billiger zu bekommen als in Dörfern, wundert sich Nohrden. „Dabei sollten doch gerade die ländlichen Gegenden familienfreundlich sein, um nicht auszusterben.“

 Die großen Schwankungsbreiten kreidet die Elternvertreterin auch der Landespolitik in Kiel an. „Jede Kommune darf selbst entscheiden, wie stark die Eltern an den Kosten beteiligt werden.“ Das sei wenig transparent und „für Eltern nicht nachvollziehbar“.

 Die Eltern treibt laut Umfrage auch die Sorge um, dass es zu wenig Betreuungsplätze gibt, schlechte Öffnungszeiten und zu wenig Personal. Die Erzieher klagen ebenfalls über eine schlechtes Verhältnis zwischen Personalstellen und Gruppengrößen. Außerdem sei die Arbeit nicht angemessen entlohnt und für die Mitarbeiter krankheitsanfällig. Ein Grund: Immer mehr Mütter sind berufstätig und bringen ihre Kinder auch krank in die Kitas, sagen die Erzieher.

 Für Birthe Nohrden ist das ein Grundproblem der Gesellschaft. „Politik und Wirtschaft wünschen, dass immer mehr Mütter arbeiten. Doch beiden fehlt das Verständnis für Betreuungsbedarfe, flexible Arbeitszeiten und die Bereitschaft zu Home-Office-Arbeitsplätzen.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

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