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Doppelter Abschied

Kaltenkirchen Doppelter Abschied

Dass ein Schulleiter verabschiedet wird, kommt gelegentlich vor. Aber dass zwei Chefs gleichzeitig gehen, deren Schulen künftig vereinigt sind, ist dann doch ein Kuriosum. Somit war die Abschiedsfeier von Klaus Noack (62) von der Gemeinschaftsschule am Marschweg und Uwe Stegemann (64) von der Gemeinschaftsschule Erich Kästner etwas Besonderes.

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Zum Abschied von ihrem langjährigen Schulleiter Klaus Noack stellten sich gestern Schüler und Lehrer auf dem Schulhof auf, winkten mit Taschentüchern und überreichten einen Blumenstrauß.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Es war naheliegend, dass die beiden Pädagogen zu einem gemeinsamen Empfang im Bürgerhaus einluden. Aufgrund sinkender Schülerzahlen hat die Kästner-Schule die organisatorische Verbindung mit der Marschweg-Schule beantragt. Damit wird es in Kaltenkirchen nur noch zwei Gemeinschaftsschulen geben: die Dietrich-Bonhoeffer-Schule und die vergrößerte Marschweg-Schule. Sie wird noch ein Jahr lang zwei Standorte haben. Danach sollen die verbleibenden Schüler der Kästner-Schule an den Marschweg umziehen.

 Noack und Stegemann haben diese Pläne noch mit auf den Weg gebracht. Bei der konkreten Umsetzung wird nun ein Nachfolger anpacken müssen. Einen Bewerber für den Posten gibt es. Jetzt wartet der Schulverband darauf, dass vom Bildungsministerium grünes Licht zur Einberufung des Schulleiterwahlausschusses kommt.

 Die Nachfolgefrage wurde bei der Verabschiedung immer wieder gestellt, in erster Linie ging es aber doch darum, die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. Bei der Feier dabei waren zahlreiche berufliche Weggefährten von Uwe Stegemann und Klaus Noack, darunter die Schulsekretärinnen und Hausmeister, Elternsprecher, Schulrat Jürgen Hübner, seine Vorgängerin Marianne Böttcher, die Leiter anderer Kaltenkirchener Schulen und Vertreter des Schulverbandes. Deutlich wurde, dass die Welt schleswig-holsteinischer Pädagogen klein ist. So haben beispielsweise Jürgen Hübner und Klaus Noack 1999 dasselbe Schulleiterseminar besucht. Und Volker Bielenberg, heute Leiter des Kaltenkirchener Förderzentrums, saß vor rund 30 Jahren in der Realschule in Bad Bramstedt (heute Auenlandschule) in Noacks Klasse.

 Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause, der gleichzeitig Schulverbandsvorsteher ist, bedankte sich bei Stegemann und Noack. Die Gespräche seien stets konstruktiv gewesen. Auch wenn die Ansichten mal auseinander gegangen seien, habe immer offen und in guter Atmosphäre miteinander diskutiert werden können, sagte Krause.

 Nicht alles, was sich die Leiter für ihre Schulen gewünscht haben, hat sich in den vergangenen Jahren realisieren lassen. So hatte sich Klaus Noack für die Einrichtung einer Oberstufe an der Gemeinschaftsschule am Marschweg eingesetzt, die sich dann aber in den entscheidenden Gremien nicht hatte durchsetzen können. Uwe Stegemann wiederum war vor Jahren gegen die Zusammenlegung zweier Hauptschulen zur Kästner-Schule gewesen – und doch mussten die damalige Lakweg-Schule und die Geschwister-Scholl-Schule fusionieren. Auch jetzt, da beide Schulleiter von Bord gehen, ist die Situation wieder schwierig: Erneut muss die organisatorische Zusammenlegung zweier Schulen bewerkstelligt werden. Außerdem stehen durch den Umzug der Kästner-Schüler umfangreiche Bauarbeiten an. Davon betroffen ist auch die Grundschule Marschweg, die mit den Kästner-Schülern das Gebäude tauschen soll. „Sie können aber sicher sein, dass es Ihren Schulen weiterhin sehr gut gehen wird“, sagte Bürgermeister Krause an Noack und Stegemann gewandt. Der Schulverband werde für geordnete Verhältnisse und gute Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit sorgen. „Sie können beruhigt in den Ruhestand gehen.“

 Den Namen Kästner-Schule wird es künftig nicht mehr geben. Die neue Schule soll sich Gemeinschaftsschule am Marschweg nennen und nur noch einen Leiter haben. Schulrat Hübner hofft, dass der Wahlausschuss in den nächsten Tagen zusammengerufen werden kann. „Denn wenn die Wahl nicht bis zum 31. Juli auf den Weg gebracht wird, kann die Schule vor Februar keinen Schulleiter bekommen“, erklärte er. Schnelles Handeln sei also geboten. Wie es nun weitergeht, hänge vom Ministerium ab.

 An der neuen Gemeinschaftsschule wird es nicht nur einen Wechsel an der Spitze geben. Der Standort Marschweg verliert wegen Pensionierungen insgesamt fünf Pädagogen, am Standort Hamburger Straße bleiben von 21 Lehrkräften nur 13 übrig, darunter kein einziger Mann. Das hat zur Folge, dass mit dem verbleibenden Kollegium voraussichtlich nicht mehr alle Fächer abgedeckt werden können. Wie dieses Problem innerhalb der neuen Schule geregelt werden kann und welche Pädagogen neu hinzu kommen, wird in den nächsten Wochen geklärt werden müssen.

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