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Mit 132 km/h durchs Dorf

Klein Gladebrügge Mit 132 km/h durchs Dorf

Bürgermeister Arne Hansen ist immer noch fassungslos. Vier Wochen hatte ein Messgerät alle Fahrzeuge in der Ortsdurchfahrt (L83) erfasst. Über die Hälfte der Fahrer in Klein Gladebrügge war schneller als das erlaubte Limit von 50 km/h unterwegs - einer fuhr sogar mit Tempo 132.

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Arne Hansen, Bürgermeister von Klein Gladebrügge, ärgert sich. An der Messstation im Dorf wurden viele Raser erfasst. Die Gemeinde fordert deshalb verkehrsberuhigende Maßnahmen. Die Kreisverkehrsaufsicht lehnt dies ab.

Quelle: Gerrit Sponholz

Klein Gladebrügge. Der Spitzenreiter schoss mit 132 km/h durch das Dorf. Die Gemeinde fordert verkehrsberuhigende Maßnahmen. Die Kreisverkehrsaufsicht lehnt dies aber weiterhin ab.

 „Tempo 30, Querungshilfen für Fußgänger und Fahrbahnverschwenkungen am Ortseingang wären sinnvoll“, sagt Hansen nach der Sitzung des gemeindlichen Planungsausschusses. Das Gremium hatte die neuesten Erhebungen ausgewertet.

 Das Messgerät war an der nördlichen Ortsgrenze zu Bad Segeberg postiert worden, an der Gaststätte Caspian (ehemals Trichter). Es konnte in beide Richtungen Autos erfassen. Über 56 Prozent der Verkehrsteilnehmer waren schneller als 50 km/h. Besonders stark auf das Gaspedal drückten Autofahrer, die in Richtung Bad Segeberg fuhren. Rund 64 Prozent überschritten das Höchsttempo im Dorf, das allerdings auch hinter dem nah gelegenen Ortsausgangsschild von Klein Gladebrügge weiterhin bei 50 km/h liegt. Der Schnellste hatte 132 km/h auf dem Tacho. In umgekehrter Richtung, zur Ortsmitte hin, rasten 49 Prozent, der Spitzenreiter mit 119 km/h. „Diese Zahlen kann die Verkehrsaufsichtsbehörde nicht ignorieren“, sind Hansen und der Planungsausschuss überzeugt.

 Der Gemeinde macht Michael Krüger, Leiter der Verkehrsaufsicht, im SZ-Gespräch allerdings wenig Hoffnung. Ihm lägen die neuen Zahlen zwar noch nicht vor. Die Polizei habe in der Ortsdurchfahrt den Verkehr überwacht – ohne Auffälligkeiten. Im Durchschnitt seien kreisweit elf Prozent der Fahrer zu schnell, wegen technischer Fehlertoleranzen ab 59 km/h gemessen.

 Das entspricht in etwa der Quote der Eigenmessungen von Klein Gladebrügge für Fahrer, die 61 km/h und schneller fuhren. Krüger argumentiert außerdem, dass es seit langem keine Verkehrsunfälle auf der Straße gegeben habe. Die Fahrbahnen an den Ortseingängen zu verschwenken, wäre überdies schwierig. Die Landesstraße müsse weiterhin für Lkw befahrbar sein. Er deutet aber an, dass möglicherweise die Polizei öfter in Klein Gladebrügge messen könnte, um die Raser auszubremsen.

 Bürgermeister Hansen kritisiert, dass die Segeberger Behörde dem Fahrzeugverkehr gegenüber der Verkehrssicherheit Vorrang einräume. „Dabei könnte sie doch Ermessensspielräume nutzen. In den Kreisen Ostholstein oder Stormarn geht das alles – bei gleicher Landesverordnung.“

 Hansen will noch nicht aufgeben. Neue Hoffnung keimt, weil der Bund es Medienberichten zufolge den Ländern und Kommunen erleichtern will, Tempo-30-Zonen auszuweisen. Künftig soll dies nicht nur bei Unfallschwerpunkten erlaubt sein. Ausreichend seien künftig auch „sensible Bereiche mit besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern“. Der Bund denkt dabei an Straßen, die an Schulen, Kindergärten, Altenheimen und Kliniken vorbeiführen. Das Problem in Klein Gladebrügge: All dies gibt es im Dorf nicht.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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