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Kleiner Schlenker für die Trave

Neversdorf Kleiner Schlenker für die Trave

Aus einem Sohlabsturz, eine Art kleinem Wasserfall, wurde wieder ein durchgehender Wasserlauf. Für rund 800000 Euro wurden frühere Sünden an der Trave bei Neversdorf im Osten des Kreises Segeberg rückgängig gemacht. Das fördert den Lebensraum zahlreicher Tiere von Brasse bis Libelle.

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Für 800000 Euro wurde die Trave am Sühlener Sohlabsturz in eine Sohlengleite zurückverwandelt.

Quelle: Andreas Wicht

Neversdorf. Die Trave bildet die östliche Grenze der Gemeinde Neversdorf und die des Kreises Segeberg. Bausünden des 20. Jahrhunderts haben in den 1930er und 1950er Jahren dazu geführt, dass die Trave kein durchgängiger Fluss mehr ist. Wegen menschlicher Eingriffe in den Flusslauf zur Stabilisierung der Gewässersohle und zur Regelung der Wasserstände fanden so an vielen Stellen Fische, aber vor allem auch Schwachschwimmer wie Brasse oder Rotfeder und Wirbellose wie Schnecken, Muscheln oder Kleinlibellenlarven eine künstliche Grenze ihrer natürlichen Wanderung vor. Eine solche Grenze stellte der Sühlener Sohlabsturz dar, der einen Niveauunterschied von einem Meter durch eine Bruchkante überwand. Nun wurde dieser Bereich zurückgebaut: Eine Sohlengleite ersetzt den Absturz und soll wieder für einen natürlichen Ablauf sorgen.

So soll sich die Artenzusammensetzung und genetischen Vielfalt zu im Gewässer wieder erholen und auf Dauer gewährleistet werden, wie Gustav Stoffers erläuterte. Er ist Verbandsvorsteher im Gewässerunterhaltungsverband (GUV) Trave, der den Fluss von Bad Segeberg bis Lübeck betreut. Am Ende wurden zirka 9000 Kubikmeter Boden bewegt und etwa 4000 Tonnen Geröllschüttung und Kies verbaut. Dafür zahlte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN Kiel) 800000 Euro und übernahm somit die kompletten Planungs- und Baukosten.

Nach einer leicht mäandrierenden Fließstrecke von rund 240 Metern mündet die Sohlengleite nun wieder in den alten Verlauf der Trave. Der verbleibende, nicht mehr benötigte, alte Verlauf der Trave wurde mit dem Bodenaushub aus dem neuen Bau verfüllt. Durch die Verschwenkung des Gewässerverlaufs und Führung der Sohlengleite über das westliche Vorland verlängert sich die Fließstrecke der Trave um etwa 60 Meter.

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