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Die grüne Gemeinschaft

Trappenkamp Die grüne Gemeinschaft

„Kleingärtner“ - schon alleine die Bezeichnung klingt ein bisschen ehrenrührig. Denn es handelt sich bei den Pächtern in der Kleingartenkolonie in Trappenkamp keineswegs um klein geratene Gartenfreunde, sondern um Menschen, die einen kleinen Garten pflegen. Und in dem kann eine große Gemeinschaft entstehen, wie in Trappenkamp seit 50 Jahren zu sehen ist.

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Die Trappenkamper Kleingärtner feiern 50-jähriges Bestehen.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Am 3. Oktober feiern die Laubenpieper ihr Jubiläum mit einem großen Fest. Dabei wird auch an große Anstrengungen erinnert, die sie auf sich nahmen. Als am 27. September 1965 die ersten 37 Männer und Frauen das Gelände zwischen Ricklinger Chaussee und B 404 in Angriff nahmen, mussten sie das Land erst einmal urbar machen. „Auf dem sandigen Boden wuchs kaum etwas“, weiß Werner Plambeck (69), langjähriger Vorsitzender. Mit einer Menge Mist und Mutterboden wurde nach und nach der Boden verbessert, bis Gemüse und Obst gute Wachstumsvoraussetzungen fanden.

 Als vor einigen Jahren die Gemeindevertretung die Pacht erhöhen wollte, konnte sie davon mit dem Argument abgebracht werden, dass es schließlich die Kleingärtner selbst waren, die das Gelände einst urbar machten. Auch das Vereinsheim mit Platz für 60 Personen haben die Gärtner in Eigenleistung aufgebaut.

 Heute sind Gewächshäuser Standard. Dort wachsen Tomaten, Gurken und vieles mehr. „Das schmeckt viel besser als aus dem Kaufhaus“, findet Werner Plambeck. Zudem findet man bei den Nachbarn manch eine Sorte, die ebenso wohlschmeckend wie selten ist. Dies liegt an der Internationalität der Gärtner. Etwa ein Fünftel der 59 Gärten wird von Familien bestellt, die ihre Wurzeln in Polen, Russland, Türkei oder anderen Ländern haben. „Die pflanzen auch mal andere Kartoffeln als Linda“, berichtet Plambeck. Außerdem helfen sie bei Gemeinschaftsarbeiten und bereichern Feste mit ihren eigenen Spezialitäten. „Und teilweise haben die die schönsten Gärten.“

 Auch Flüchtlinge wären willkommen, sagt Evelyne Hammer (60), seit Mai Vorsitzende des Vereins. Schließlich waren auch die Gründer großenteils Flüchtlinge aus dem Sudetenland, wie damals die meisten Trappenkamper.

 Gerade mal 33 Euro pro Jahr sind an Pacht für die 400 Quadratmeter großen Gärten fällig. Jene mit 450 Quadratmetern sind etwas teurer. Dazu kommt die Wassergebühr. Einen Stromanschluss gibt es nicht. Größte Ausgabe am Anfang ist der Kauf der Laube, die der Vorgänger hinterlassen hat. Das sind dann 400 bis 4000 Euro je nach Qualität. Der Vorstand achte aber darauf, dass keine Wucherpreise genommen werden, verspricht Evelyn Hammer.

 Hat man erst einmal die eigene Scholle, kann man recht frei gestalten. Evelyn Hammer hat sich einen Goldfischteich angelegt. Ein Drittel muss für Nutzpflanzen verwendet werden. Doch das sei allmählich kein Ding mehr, sagt die Vorsitzende. Der Trend gehe weg vom Rasen hin zum Anbau von gesunden Lebensmitteln.

 Nur allzu lärmempfindlich darf man in der Kleingartenkolonie nicht sein. Den Verkehr auf der Autobahn nebenan hört man zwar kaum, doch 100 Kinder, die herumschwirren und beim Sommerfest noch mal 100 Freunde mitbringen, sorgen für eine junge fröhliche Geräuschkulisse.

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