12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Trainingsparcours für Menschen mit Prothesen

Klinikum Bad Bramstedt Trainingsparcours für Menschen mit Prothesen

Für Reha-Patienten des Klinikums Bad Bramstedt gibt es jetzt ein Geh-Trainingsgelände im Außenbereich – eine Therapiemöglichkeit für alle, die Probleme mit dem Gleichgewicht oder Geh-Schwierigkeiten haben, wie Patienten, denen ein Bein amputiert wurde. Auch andere Patienten können davon profitieren.

Voriger Artikel
Protest der DRK-Mitarbeiter
Nächster Artikel
Es gärt beim WZV

Der orthopädische Techniker Stephan Büchler, Therapeut Veit-Torsten Kaul, Patient Anton Wagner aus Boostedt und stellvertretende Therapieleiter Andreas Rieken stellten die neue Außenanlage vor.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Bramstedt. Anfang des Jahres wurde auf dem Klinikgelände das Haus C abgerissen. „Für uns bot sich damit eine gute Gelegenheit, den freien Platz zu nutzen für die Außentherapie“, sagt der ärztliche Direktor Dr. Johannes von Bodman. „Das ist etwas Besonderes. Viele Kliniken haben dafür keinen Platz“, betont Andreas Rieken, stellvertretender Therapieleiter: „Das hebt uns auf ein besonderes Trainingsniveau.“

 Die Therapiefläche besteht aus einem 400 Meter langen Wegenetz mit neun unterschiedlichen Oberflächen, wie Sand, Mulch, Kieselsteine, Rasen oder Granit. Außerdem gibt es Erhebungen, eine Fläche zum Ballspielen und einen Slalom-Parcours. „Damit können wir die Patienten fit für Zuhause machen, was ja unser oberstes Ziel ist“, so von Bodman.

 Verantwortlich für die Gehschule ist Veit-Torsten Kaul. Der Therapeut übt vor allem mit den amputierten Reha-Patienten das Gehen mit ihren neuen Prothesen. „Erst trainieren wir im Therapieraum am Barren das Stehen und Gehen, wechseln dann von einer festen zu einer mobilen Halterung“, erklärt er in Kurzform das Gehtraining. Dieses Training werde dann im Außenbereich fortgesetzt. „Der Transfer von Innen nach Außen ist sehr wichtig und muss geübt werden“, betont Kaul.

 Anton Wagner aus Boostedt hat einen amputierten Unterschenkel und ist seit zwei Wochen in der Reha. Mit seiner neuen Prothese macht er schon gute Fortschritte. Mit Hilfe von Krücken meistert der 66-Jährige problemlos den Slalom-Parcours. Immer an seiner Seite Therapeut Kaul. „Idealerweise kommen die Patienten schon mit angepassten Prothesen zu uns“, sagt er.

 200 bis 300 amputierte Patienten kommen jährlich in die Klinik für Orthopädische Rehabilitation. Sie kommen aus dem Raum Schleswig-Holstein und Hamburg. Etwa vier Reha-Plätze sind dauerhaft von amputierten Patienten belegt. Der orthopädische Techniker Stephan Büchler kommt einmal in der Woche zu den Patienten zur „Prothesenhandling-Stunde“. Dort können die Amputierten dem Fachmann Fragen jeglicher Art stellen. Büchler ist bei einer Orthopädietechnik-Firma in Kiel beschäftigt, die eng mit dem Klinikum zusammenarbeitet. Büchler ist genau der richtige Mann, um Fragen rund um das Leben mit Prothesen zu beantworten, denn er trägt selbst seit 20 Jahren eine. Und damit ist er bereits zwei mal Weltmeister im Downhill-Fahren in den USA geworden, eine verwegene Sportart, bei der Mountainbiker steile Abhänge hinunterstürzen. „Außerdem habe ich die Ostsee auf meinem Rennrad umrundet, 2000 Kilometer weit“, erzählt Büchler. „Ich möchte hier gerne ein Netzwerk für Amputierte aufbauen.“ Für die Patienten ist Büchler nicht nur der Fachmann in Sachen Prothesen. Kaul: „Er ist auch ein echter Motivator.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3