23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Welthits zum Jubiläum

Wahlstedt Welthits zum Jubiläum

„Strangers In The Night“, „Spanish Eyes“: Im Wahlstedter Kleinen Theater am Markt wurde zu dessen 40-jährigen Bestehen ein Abend der Komponisten-Legende Bert Kaempfert gewidmet. Pro Jahr kommen rund 20000 Besucher in rund 60 Aufführungen - das Haus ist oft zu mehr als 90 Prozent ausgelastet.

Voriger Artikel
Mitarbeiter bei Ammoniakunfall verletzt
Nächster Artikel
Dornquast tritt nicht mehr an

Tänzerin Verena Freund und Gitarrist Andreas Schleicher boten eine rassige Version von „Spanish Eyes“.

Quelle: Andrea Hartmann

Wahlstedt. Mit seinen Evergreens wurde Kaempfert in Deutschland bekannt, in den USA jedoch ein Star. Und auch wenn seine „Easy Listening“-Musik eingängig und tatsächlich leicht zu hören ist: Die Melodien des Meisters kennt auch heute noch fast jeder, man kann sich entspannt zurücklehnen und die Gute-Laune-Musik genießen. Das taten auch die Zuhörer im vollbesetzten Theater, die zum Auftaktkonzert der neuen Saison des Kulturrings gekommen waren. Gleichzeitig war das Konzert zum 40-jährigen Vereinsbestehen ein Dankeschön an die Mitglieder (darunter rund 20 Gründungsmitglieder) und die „treue Zuhörerschaft“, wie es Vorsitzender Wilfried Jendis formulierte.

 Zu einer echten Jubiläums-Veranstaltung gehören natürlich auch ein paar warme Worte. Mit Kulturring-Vorsitzendem Jendis hatten sich auch Kreispräsident Winfried Zylka und Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse in einer kurzen Begrüßung darüber gefreut, dass es den Kulturring und damit niveauvolle Aufführungen gibt – und das trotz aller Unkenrufe am Anfang. „Kurz nach der Gründung hatte jemand aus einer Nachbargemeinde gesagt: Typisch Wahlstedt – na ja, das wird wohl ein, zwei Jahre gutgehen“, berichtete Jendis augenzwinkernd. Um die 500 Mitglieder zählt der Verein derzeit, und die Besucher strömen nach Wahlstedt aus ganz Schleswig-Holstein und manchmal sogar darüber hinaus.

 Zum Konzert gekommen war der Enkel des Meisters, Stefan Kaempfert (49), mit einer beeindruckenden Band samt Blechbläsern, Klavier, Schlagwerk, Gitarre, Bass, Geige und Cello. Sie - und eine feurige Tänzerin - boten eine mal rasante, mal fetzige, mal träumerische und in Erinnerungen schwelgende Reise durch das kurze Leben des gebürtigen Hamburgers Bert Kaempfert, der mit nur 56 Jahren an einem Schlaganfall gestorben war.

 Schlicht „Kaempfert plays Kaempfert“ hatten sie die Show genannt, die dem Publikum, durch Videoprojektionen angereichert, hinreißende Musik sowie viele Details und Meilensteine aus dem Leben des berühmten Musikers mit auf den Weg gab.

 Und ob alt oder jung – bald schnippten Finger und wippten Füße mit. Kein Wunder, denn noch heute sind die Songs bekannt wie „Tijuana Taxi“ mit mexikanischem Flair und einer hinreißenden Tanzeinlage von Verena Freund, das fröhliche „A Swinging Safari“, das jazzige „Sermonette“ mit edlen Soli aus der Band oder das berühmte „L.O.V.E.“, das sowohl Nat King Cole als auch dessen Tochter Natalie Cole für die Ewigkeit festhielten. Es war fast ein bisschen wie mit Goethes Faust: „Ach, das ist auch von Kaempfert?!“ konnte man sich beinahe Song für Song fragen.

 Und auch schon mal ein Tränchen wegdrücken, wenn es an die ganz berühmten Lieder ging. „Strangers In The Night“, berühmt geworden durch Entertainer Frank Sinatra, gab es gleich zweimal – einmal glänzte Sänger Andreas Schleicher, der schon bei „Spanish Eyes“ mit rassigem Gitarrensolo gefiel: So sehr, dass das Publikum am Ende den Song nochmals einforderte. Zuvor hatte Stefan Kaempferts Tochter, die Sängerin Giverny Deenick-Kaempfert, mit einer leiseren, romantischeren Version von „Strangers“ überzeugt, einfühlsam begleitet von der Band und von ihrem wunderbar Trompete spielenden Vater. Die familiäre Huldigung wurde komplett durch Stefan Kaempferts Mutter Marion, die die Show produzierte und sich am Ende - glücklich über den schönen Abend - ins Kulturring-Gästebuch im Kleine Theater eintrug.

 Stefan Kaempfert war anzumerken, wie sehr er seinen Großvater Bert schätzt, der ihm einst im zarten Alter von acht Jahren die erste Trompete geschenkt hatte. Mit Charme, Herz und Witz führte der brillante Bläser durch das Programm und erzählte aus dem Leben Bert Kaempferts, der unter anderem in den 1970er Jahren oft mit Freddy Quinn in der TV-Sendung „Gute Laune mit Musik“ zu sehen war und auch international mit allerlei Größen zusammenarbeitete – neben Frank Sinatra auch mit „King“ Elvis Presley und einer damals noch unbekannten Band: The Beatles.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3