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Lernen beim Sprechen

Bad Segeberg Lernen beim Sprechen

Eine neue Sprache will geübt werden – das geht nur, indem man sie spricht. Genau das ist der Hintergrund für die kostenlosen Gesprächsgruppen für Zuwanderer, die seit Mai in der Bad Segeberger Stadtbücherei angeboten werden.

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Manche Worte aus dem Gespräch schreibt Sabine Kleine auf eine Tafel, um die Schreibweise gleich zu verdeutlichen - so wird aus der Gesprächsrunde auch ein bisschen Deutsch-Unterricht, aber das Miteinander-Sprechen steht im Vordergrund.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. „Dialog in Deutsch“ wendet sich an Erwachsene mit Migrationshintergrund, die meistens vorher an einem Integrationskurs teilgenommen haben und danach weiter ihre neuen Deutsch-Kenntnisse anwenden und trainieren können.

 „Gleich zum ersten Termin kamen sieben Leute“, berichtet Bücherei-Leiterin Friederike Sablowski. „Jetzt sind es meistens acht bis zehn Teilnehmer.“ Die Resonanz auf das Angebot sei so gut, dass nun noch weitere Ehrenamtliche gebraucht werden, die die wöchentlichen Treffen leiten. Zwei Stunden Zeit brauchen diejenigen, die die Gesprächsrunde betreuen – eine Stunde etwa dauert das Treffen, die restliche Zeit ist Vorbereitung und Nachbereitung. Eine Schulung für die Ehrenamtler gibt es vorher auch.

 „Dialog in Deutsch ist eine Idee und ein Konzept der Bücherhallen Hamburg, das dort 2010 entwickelt wurde, um eine Lücke in der Sprachförderung für Zuwanderer zu schließen“, erklärt Bibliothekarin Imma Terheyden-Breffka. Auf einer Weiterbildung hatte sie mehr darüber erfahren und fand es auch für Bad Segeberg sinnvoll. „Vielen Integrationskursen fehlt die Möglichkeit, die erworbenen Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen.“

 Im Lesesaal der Bücherei können die Teilnehmer aus aller Welt miteinander sprechen und Erfahrungen austauschen. Jeweils zwei bis drei ehrenamtliche Helfer betreuen sie immer donnerstags von 10 bis 11 Uhr. Zurzeit leiten Anke Martens und Sabine Kleine die Treffen, unterstützt von einer dritten ehrenamtlichen Helferin, die als Springerin dabei ist, falls eine der beiden einmal nicht da sein kann.

 Nicht nur Neuankömmlinge in Deutschland sollten sich von den Gesprächskreisen angesprochen fühlen, auch diejenigen, die schon länger hier leben und ihren Wortschatz erweitern oder auch neue Kontakte knüpfen wollen, sind willkommen. Dass diese Gruppen jetzt auch in Bad Segeberg möglich sind, ist der Unterstützung des Rotary Clubs zu verdanken. Die Organisation stellte 1500 Euro als Erstfinanzierung zur Verfügung. Unter anderem soll es noch kleine Veränderungen für den Lesesaal der Bücherei geben, der als Raum gut geeignet für die Gruppen-Treffen ist.

 Es gehe zwar vordergründig nicht um Deutsch-Unterricht, erläutert Imma Terheyden-Breffka, sondern um den praktischen Umgang mit der deutschen Sprache, aber nebenbei sei schon ein Lerneffekt dabei. Manche Worte aus dem Gespräch schreibt Sabine Kleine zum Beispiel auf eine Tafel, um die Schreibweise gleich zu verdeutlichen. Beim Wählen der Themen helfen auch die „Symbolwürfel“, auf denen kleine Bilder sind wie ein Turm oder ein Radio. Dann können die Teilnehmer der Runde zum Beispiel aus ihrem Heimatland erzählen, welche Türme es dort gibt und wie sie aussehen.

 „Bestimmte Themen wie Religion, Wirtschaft oder Politik versuchen wir, außen vor zu lassen“, erklärt Friederike Sablowski. Aber neulich kam das Thema Ramadan auf, und die Gruppe hat sich über das dazugehörige Fasten ausgetauscht. Damit alle Teilnehmer Gelegenheit zum Sprechen haben, sollte der Kreis nicht zu groß werden, deshalb wird nun nach weiteren Männern und Frauen gesucht, die ehrenamtlich beim „Dialog in Deutsch“ mitmachen, um gegebenenfalls weitere Gruppen zu ermöglichen. Von der Bücherei werden sie sorgfältig auf diese Aufgabe vorbereitet.

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