21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Machos gibt es auch heute noch

Kreis Segeberg Machos gibt es auch heute noch

Auch wenn das Grundgesetz schon seit 70 Jahren die Gleichberechtigung von Mann und Frau fordert: Erreicht ist sie trotz vieler Fortschritte noch nicht. Das liegt an den Männern, und auch an den Frauen, lautete das Fazit einer Feier in Bad Segeberg zu 25 Jahren Gleichstellungsarbeit im Kreis Segeberg.

Voriger Artikel
Prosit! Auf 190 Jahre SZ zünftig angestoßen
Nächster Artikel
Lustiger Besuch im Gruselhotel

Die Gleichstellungsbeauftragten von Bad Segeberg, Beate Mönkedieck (links) und Kreis, Dagmar Höppner-Reher (rechts), freuen sich mit Finanzministerin Monika Heinold, dass immer mehr Frauen Karriere machen. Ein Buch schildert 20 Beispiele aus Segeberg.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. „Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer, besetzen nur ein Viertel bis ein Drittel der Führungspositionen, haben in der Geldwelt noch wenig zu sagen, und müssen erleben, dass Versammlungen trotz Anwesenheit auch von Frauen mit den Worten eröffnet werden: ,Meine Herren’“, beschrieb Monika Heinoldl. Sie hat es von der Erzieherin aus Hardebek zur Finanzministerin des Landes in Kiel geschafft. Heinold ermunterte vor 150 Ehrengästen die Frauen, „’ran an die Finanzen zu gehen. Wer die hat, hat die Macht.“ Frauen sollten auch mehr bereit für Konflikte sein, sollten sich durchsetzen, delegieren können, sich über Erreichtes freuen und über ihre Erfolge reden.

 Den männlichen Geldpolitikern attestierte Edda Lessing, SPD-Fraktionschefin im Kreistag, doch eher „Bilanzbuchhalter“ zu sein als gestaltende „Finanzpolitiker“. Sie bedauerte, dass der Kreis die Arbeitsstelle der Gleichstellungsbeauftragten zeitweilig unbesetzt gelassen hatte. Ingrid Altner, Bürgervorsteherin von Bad Segeberg, erinnerte, es sei erst weniger Jahrzehnte her, dass Frauen nach dem Krieg die Republik aufbauen sollten, aber ihnen nicht mal gestattet wurde, Auto zu fahren. Das sollte Männersache bleiben.

 Relikte der Macho-Welt schilderte Dagmar Höppner-Reher, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. Sie habe mehrfach erlebt, dass sie bei Veranstaltungen als Vorzimmerdame einer Führungskraft angesehen worden sei, dem Vorurteil folgend: Chefs können doch nur Männer sein. Auch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sei weiter ein aktuelles Phänomen. Außerdem habe sie wegen der Elternzeit einen Karriereknick hinnehmen müssen. Und die schlechtere Steuerklasse 5 in einer Partnerschaft lasse das Nettogehalt auf der Abrechnung arg schrumpfen.

 Im Übrigen sei Gleichstellung nicht nur ein Ziel, sondern der Staat auch gesetzlich verpflichtet, sie durchzusetzen. Dennoch sei in 25 Jahren Gleichstellungsarbeit viel erreicht worden, freute sich Höppner-Reher. Frauen könnten Karriere machen, von denen in einem Buch 20 Beispiele aus dem Kreis Segeberg vorgestellt werden. Das Sexualstrafrecht habe die Rechte der Frauen gestärkt. Und berufstätige Mütter würden nicht mehr als Rabenmütter gelten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3