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Thönnes geht: Höhepunkt war Rede vor UNO

Kreis Segeberg Thönnes geht: Höhepunkt war Rede vor UNO

Fast wäre die Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York (USA) im Jahr 2007 ins Auge gegangen. Kurz bevor Franz Thönnes ans Pult trat, hatte sich sein Auge entzündet. Ein Arzt heilte mit einer Salbe das Auge und rettete den spektakulären Auftritt.

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Hochzufrieden scheidet er aus der Politik aus. Nach 23 Jahren im Bundestag trat Franz Thönnes nicht mehr zur Wiederwahl an. Er wird am Sonnabend, 16. September, 63 Jahre alt.

Quelle: Gerrit Sponholz

Bad Segeberg. Zu dem Höhepunkt in seiner langen Polit-Karriere zählt der Ammersbeker die Rede, die er im Namen der EU zur Behindertenkonvention halten durfte. Nach 23 Jahren im Bundestag für den Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte zieht er sich nun aus der großen Politik zurück.

Vom Industriekaufmann zum Staatssekretär

Sie hat dem gelernten Industriekaufmann und Gewerkschaftssekretär eine Karriere bis in die Bundesregierung beschert, er war etwa sieben Jahre Parlamentarischer Staatssekretär. Arbeit und Soziales, später das Auswärtige lagen ihm am Herzen. Er war stellvertretender Fraktionsvorsitzender, SPD-Landesvorsitzender, führte als „Mister Ostsee“ Anrainerländer zu Themen der Arbeitswelt zusammen und setzte sich erfolgreich für Behinderte ein.

Beim Rückblick erinnert sich Thönnes aber auch an eine schmerzliche Niederlage. "Das war 2003. Ich war zuvor vier Jahre SPD-Landesvorsitzender gewesen. Die Agenda 2010 zur Reform des deutschen Sozialsystems und Arbeitsmarktes war gerade Thema. Und die Kommunalwahl brachte für uns ein schlechtes Ergebnis. Auf dem Landesparteitag erhielt ich im ersten Anlauf nicht genügend Stimmen für die Wiederwahl. Da habe ich die Dusche abgekriegt. Ich trat zum zweiten Wahlgang nicht mehr an."

"Unternehmen haben Agenda 2010 stark ausgenutzt"

Heute sagt Thönnes, die Agenda 2010 sei damals nötig gewesen. "Es war aber zum Beispiel nicht absehbar, dass einige Unternehmen die Chance für Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge unverhältnismäßig stark ausnutzen. Dies gilt es zurückzudrehen. Dazu fehlt uns derzeit im Bundestag jedoch die Mehrheit."

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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