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Kreis macht Gasthof zum Asylheim

Rohlstorf-Warder Kreis macht Gasthof zum Asylheim

Der Kreis Segeberg hat den Gasthof am See in Rohlstorf-Warder am Donnerstag gekauft. Er will dort bis zu 100 Asylbewerber unterbringen. Nach Informationen der Segeberger Zeitung wird vermutlich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) das Haus führen. Hinfällig geworden mit dem Kauf ist ein Bürgerentscheid in Rohlstorf.

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Der Kaufvertrag wurde gestern unterschrieben. Der Gasthof, idyllisch am Wardersee und an der Kirche gelegen, wechselt von einem privaten Betreiber zum Kreis. Er benötigt Unterkünfte für Asylbewerber. 4000 neue Flüchtlinge werden 2016 erwartet. Sie werden nach einigen Wochen und Monaten auf die Städte und Gemeinden im Kreis Segeberg verteilt.

Quelle: gerrit sponholz

Kreis Segeberg. Die Idee hinter dem Bürgerentscheid: Nicht der Kreis, sondern die Gemeinde soll den Gasthof kaufen. Er würde dann an das Amt Trave-Land vermietet, das seinerseits Asylbewerber unterbringt, aber deutlich weniger als die hundert wie beim Kreis.

 Das Bürgerbegehren - das einem Bürgerentscheid vorgeschaltet ist - laufe damit „rechtlich ins Leere“, sagt Kreispressesprecher Gernot Schramm, womit ein Bürgerentscheid unzulässig geworden sei.

 1,335 Millionen Euro gibt der Kreis für Grundstück, Gebäude und Inventar des Gasthofs aus. Vor einer Übergabe muss noch das Grundbuch geändert werden. Danach wird der Kreis das Gelände zum Wardersee hin absichern. Außerdem muss die Küche umgebaut und die Technik geprüft werden.

 Der Kreis will das Haus nicht selbst führen, sondern sucht einen Betreiber. Verantwortlich bleibe letztlich aber stets der Kreis, betont Landrat Jan Peter Schröder. Wer der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft wird, lässt er offen. Nur so viel sagt er: Es gebe einen Betreiber, der auf Landesebene und Kreisebene schon tätig und erfahren sei.

 Das Projekt muss ausgeschrieben werden. Zunächst wird der Kreis „bereits kurzfristig einen vorübergehenden (Interims-)Vertrag schließen“, teilt Pressesprecher Schramm mit. Nach Informationen der SZ deutet alles auf das DRK hin. „Wir sind ein erfahrener Wohlfahrtsverband“, sagt Siegfried Prante, Vorsitzender des Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Segeberg. Das DRK passt also ins Anforderungsprofil.

 Das Segeberger DRK hat mit den Kreisverbänden Steinburg und Lübeck bereits eine gemeinnützige Betreibergesellschaft gegründet, erläutert Prante. Der Vorteil der rechtlichen Trennung: Bei einer Krise der gGmbH würde nicht auch das DRK mit seiner herkömmlichen Arbeit mit in Schieflage geraten.

 Das Land hat dieser DRK-Betreiber-GmbH bereits die Leitung der Erstaufnahmeeinrichtungen in Kellinghusen und Glückstadt (beide Kreis Steinburg) übertragen. Für den Levo-Park in Bad Segeberg gibt es noch keinen Zuschlag, „aber wir liegen vorn im Rennen“, sagt Prante. Dort werden gerade Wohncontainer für 2000 Asylbewerber errichtet. Mit 80 bis 100 Kräften rechnet Prante für den Levo-Park. Darunter sind Pädagogen, Erziehungskräfte und Sprachlehrer. Auch für Warder laufen die Endverhandlungen. „Wir stehen vorn“, meint Prante. Er schätzt den Personalbedarf auf vier bis fünf Kräfte.

 Ein ehrenamtlicher Helferkreis von Bürgern hat sich in Rohlstorf bereits gegründet.

 Bürgermeister Dirk Johannsen nimmt den Kauf durch den Kreis zur Kenntnis. „Jetzt wissen wir, woran wir sind.“ Ein Betreiber solle auf jeden Fall kein privates Unternehmen sein, sondern ein öffentliches, gemeinnütziges. Dass der Bürgerentscheid hinfällig wurde, kommentiert er nicht. „Das war ein Verwaltungsakt des Kreises.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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