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Vormund für Flüchtlinge

Kreis sucht Freiwillige Vormund für Flüchtlinge

Minderjährige brauchen oft die Unterschrift von Vater oder Mutter. Für Flüchtlinge unter 18 Jahren, die ohne ihre Eltern im Kreis Segeberg gelandet sind, übernehmen Vormünder die rechtliche Vertretung. Weil die Berufs-Bevollmächtigten damit mehr als ausgelastet sind, sucht der Kreis Freiwillige.

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Landrat Jan Peter Schröder sucht freiwillige Vormünder für minderjährige Flüchtlinge.

Quelle: Archiv

Kreis Segeberg. Wer eigene Kinder erfolgreich auf den Weg ins Erwachsenenleben gebracht hat, ist grundsätzlich geeignet für die Aufgabe. Sinnvoll wären Englisch-, ideal Arabischkenntnisse. Außerdem sollten die Ehrenamtler vorurteilsfrei, einfühlsam und geduldig sein. Denn sie müssen über die rechtliche Vertretung hinaus ein bisschen Betreuung leisten. Wer diese Aufgabe erledigen will, wird informiert und geschult.

 Der Zeitaufwand ist schwer einzuschätzen, zu individuell sind die Geschichten der Betroffenen. Es handelt sich um Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak oder Syrien. Im Kreis Segeberg sind inzwischen über 260 angekommen, die meisten männlich und um die 16 Jahre alt. Sie leben entweder in Heimen oder betreuten Wohngruppen, aber auch bei Gastfamilien. „Also nimmt der Vormund sein Mündel nicht im eigenen Haushalt auf“, informiert Jugendamtsleiter Manfred Stankat.

 Amtsgerichte bestellen den Vormund, in der Regel ist es das Jugendamt. Wenn Freiwillige in Frage kommen, soll vorab geklärt werden, ob die jungen Leute auf Dauer im Kreisgebiet bleiben dürfen. Denn ein „Drehtüreffekt“ sei den Ehrenamtlern nicht zuzumuten, meint Karin Grandt, die den Fachbereich für Jugend, Soziales, Bildung und Gesundheit in der Kreisverwaltung leitet.

 Die Vormundschaft endet spätestens mit dem 18. Geburtstag des Schützlings oder wenn der seine Eltern wiederfindet. Die Amateure werden von den Profis unterstützt. Vier Amtsvormünder, die jeweils bis zu 50 Mündel betreuen, arbeiten im Jugendamt, vier weitere Stellen sollen noch besetzt werden. „Wir wollen versuchen, die Situation zu entspannen“, sagt Landrat Jan Peter Schröder.

 Bei der Zusammenarbeit mit Freiwilligen hat der Kreis bisher gute Erfahrungen gemacht. Das Angebot, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ein Zuhause auf Zeit anzubieten, ist größer als die Nachfrage. Über 80 Gastfamilien haben sich gemeldet, 53 wurden anerkannt, an die 40 junge Flüchtlinge wohnen bei ihnen.

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