11 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Prüfer monieren zu hohe Kosten

Kreisgesellschaft WKS Prüfer monieren zu hohe Kosten

Der Kreis Segeberg will seine Tochter, die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WKS), organisatorisch auf neue Füße stellen. Das erscheint angebracht, denn das Rechnungsprüfungsamt des Kreises hat einiges an der bisherigen Arbeit beanstandet.

Voriger Artikel
Krippengeld als Nullnummer
Nächster Artikel
Chefinnenwechsel im Finanzamt

An seinem letzten Arbeitstag hatte WKS-Ex-Geschäftsführer Ulrich Graumann den ersten Wirtschaftsbericht für den Kreis Segeberg präsentiert. Das Rechnungsprüfungsamt fand Kritikpunkte in der Arbeit.

Quelle: Petra Stöver/Archiv

Kreis Segeberg. So seien „die Grundsätze der Rechtmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit“ nicht immer ausreichend beachtet worden, heißt es in dem Bericht. Offensichtlich hatte sich der frühere Geschäftsführer Ulrich Graumann administrativ übernommen.

 Die Prüfer hatten die Jahre 2011 bis 2014 unter die Lupe genommen. Dabei schauten sie ganz genau auf die Kosten für Personal, Räume, Veranstaltungen und Projekte sowie auf Beschaffungsvorgänge - und fanden überall Kritikpunkte. Die WKS sitzt im „Haus der Wirtschaft“, nahe dem Bahnhaltepunkt in Bad Segeberg an der B 206. Und ist dort wohl etwas großzügig untergebracht. „Aufgrund des Leerstandes einiger Büroräume und der Tatsache, dass die Mietverträge für die Büroräume im Alten Bahnhof im Jahr 2017 auslaufen, ist der Raumbedarf der WKS zu überprüfen“, fassen die Prüfer zusammen. Es sei „nicht vertretbar, dass Räume über den Bedarf hinaus angemietet und über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden“.

 Üppig bemessen seien nicht nur die Räume, sondern auch die Bezahlung der Mitarbeiter, ergab die Prüfung: „Die mit den Beschäftigten der WKS vereinbarten Gehälter liegen in der vergleichenden Betrachtung teilweise deutlich über dem Niveau des Tarifes für den öffentlichen Dienst.“ Reichlich Geld sei auch für eigene WKS-Veranstaltungen wie die „Segeberger Wirtschaftstage“ ausgegeben worden. Dabei seien der „Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sowie die Vergabevorschriften“ nicht beachtet worden. Es hätten Belege und Unterlagen gefehlt.

 Bisher sei der Bericht in Gremien nur hinter verschlossener Tür beraten worden, kritisiert die Kreistagsfraktion der Piraten-Partei und spricht von einem „Versteckspiel“. Über einige der Unzulänglichkeiten hatte die SZ bereits im April berichtet. Die Öffentlichkeit habe das Recht, „auch über die vergangenen Missstände informiert zu werden“, meinen die Piraten. Sie hätten auf mehreren Wegen versucht, Informationen öffentlich zugänglich zu machen. Um sie zu bekommen, habe sich die Fraktion zuletzt auf das Informationszugangsgesetz berufen müssen, sagt ihr Vorsitzender Toni Koeppen.

 Deshalb will die die kleine Fraktion (zwei von 56 Abgeordneten) am Donnerstag im Kreistag über den „transparenten und geregelten Umgang mit der Nicht-Öffentlichkeit“ reden. Der Kreistag solle sich und seine Ausschüsse verpflichten, „möglichst wenige Beratung in nichtöffentlicher Sitzung durchzuführen und gleichzeitig nichtöffentliche Beratungen so transparent wie möglich darzustellen“.

 Personell und konzeptionell ist die WKS seit Jahresbeginn auf einem neuen Weg. Der bisherige Geschäftsführer Ulrich Graumann hatte Ende Januar seinen letzten Arbeitstag, im März legte der Unternehmer Bernd Jorkisch sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender nieder. Maike Moser wurde als Geschäftsführerin eingesetzt. Sie arbeitet seit mehreren Jahren im Beteiligungsmanagement des Kreises Segeberg. Im März hatte der Kreistag der WKS empfohlen, im Tourismus mitzuwirken und bei der Vermittlung von Gewerbeflächen kreisweit unterstützend tätig zu sein.

 Im Hintergrund läuft eine gesellschaftsrechtliche Übertragung der WKS auf die Beteiligungsgesellschaft KSB, die nach der Verschmelzung in WKS umbenannt wird. Dem sollen die Kreistagsabgeordneten am Donnerstag zustimmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3