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Handwerker händeringend gesucht

Kreishandwerkerschaft Mittelholstein Handwerker händeringend gesucht

Ausgezeichnet war die Stimmung auf dem Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein im Vitalia Seehotel in Bad Segeberg. Diskutiert wurde, wie das Handwerk mehr Jugendliche als Auszubildende gewinnen könne. „Unsere Auftragsbücher sind voll“, freute sich Kreishandwerksmeister Michael Kahl.

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Kreishandwerksmeister Michael Kahl, Präsident der Handwerkskammer Lübeck Günter Stapelfeldt, Moderator Karsten Kock und Präsident Handwerk Schleswig-Holstein Thorsten Freiberg plauderten in einer Gesprächsrunde.

Quelle: Klaus J. Harm

Bad Segeberg. Die Handwerker hätten Wünsche an die Politik, sagte Kahl: vor allem weniger Bürokratie bei Ausschreibungen und Genehmigungen. Schon der jetzige „Papierkrieg“ sei von vielen kleinen und mittleren Betrieben kaum mehr zu bewältigen. Und wenn dann noch irgendwann die A20 fertig und nicht mehr vor Bad Segeberg enden würde...

 Kahl rief vor rund 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Bankwesen seine Kollegen auf, nicht nachzulassen in der Ausbildung junger Handwerker. Vor allem müsse seine Branche das Internet und die sozialen Medien nutzen, um Jugendliche anzusprechen.

 Das Thema Nachwuchs nahm Moderator Carsten Kock auf. „Wie kann ich Jugendliche davon überzeugen, statt im Hörsaal auf der Baustelle ihre Ausbildung zu beginnen?“ fragte er in einer lockeren Talkrunde mit Kreishandwerksmeister Kahl, dem Präsidenten der Handwerkskammer Lübeck Günther Stapelfeldt und Thorsten Freiberg, dem Präsidenten von Handwerk Schleswig-Holstein. Freiberg hat dabei vor allem die Schulen im Visier: „Die Lehrer kennen alle die Uni, aber nur selten die Chancen und Möglichkeiten, die das Handwerk bietet.“ Stapelfeldt bemerkte, dass laut einer Prognose für das Jahr 2030 in Deutschland zwei Millionen Akademiker zu viel, dafür aber über eine Million Handwerker zu wenig auf dem Arbeitsmarkt sein würden. Die Perspektiven für junge Leute seien daher im Handwerk ausgezeichnet, selbst wenn in ferner Zeit die Niedrigzinsphase und damit die Zeit des „Betongoldes“ zu Ende gehe.

 Thorsten Freiberg ergänzte: „Wir brauchen die Digitalisierung, wenn wir da nicht mitmachen, bleiben wir auf der Strecke.“ Michael Kahl ergänzte: „In unseren Betrieben fehlen Fachkräfte an allen Ecken und Kanten, bei einer Arbeitslosenquote von fünf Prozent können wir neue Leute nur aus den Schulen gewinnen.“

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