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25 Jahre Kreispräsident

Winfried Zylka in Segeberg 25 Jahre Kreispräsident

Ohne ihn ist die Segeberger Kreispolitik kaum vorstellbar: Winfried Zylka ist seit 25 Jahren Kreispräsident. Seit fast 40 Jahren sitzt der CDU-Politiker aus Bornhöved, mit Unterbrechungen, im Kreistag. Unumstritten wurde der heute 68-Jährige immer wieder zum Vorsitzenden gewählt.

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Im Kreishaus in Bad Segeberg leite Winfried Zylka viele Sitzungen. Zu seinem 25-jährigen Amtsjubiläum als Kreispräsident will ihn der Kreis Segeber gam Donnerstag ehren.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. Das Moderieren ist eher seine Aufgabe als das politische Agieren. Er sucht und findet Kompromisse, ohne auf den kritischen Dialog zu verzichten.

 Besonnen und souverän führt er durch die Sitzungen, die in den vergangenen Jahren immer ruhiger geworden sind. Das liegt nicht an Zylkas auf Ausgleich bedachter Art, sondern an den Themen, die wenig Brisanz bergen. Früher sei es schon mal dramatisch, spannend oder auch hektisch zugegangen, erinnert sich der Jubilar. Als schwierigste Sitzung ist ihm die vom 18. Januar 2001 in Erinnerung: Sondersitzung mit Beschluss des Kreistages zum Verkauf des Kreiskrankenhauses in Kaltenkirchen. „Brechend voller Saal, aufgeheizte Stimmung“ - daran denkt er nicht gern zurück, auch nicht an Scheindiskussionen, „Rempeleien um nichts“ und Bühnenreden. „Nichts gegen politische Auseinandersetzungen, solange wir nicht auf der Stelle treten, was die Entwicklung des Kreises angeht“, fasst Zylka zusammen.

 Abfallwirtschaft, Krankenhausversorgung, Fusion der Sparkassen, der Bau der Kreisfeuerwehrzentrale, der Kauf der Evangelischen Akademie mit Umbau zur Jugendakademie und natürlich immer wieder die Finanzlage waren und sind komplizierte Themen. Durch wie viele Akten er sich gearbeitet hat, kann Zylka nicht schätzen. Es müssen Berge sein. Daneben förderte er das Zusammenwachsen in Europa und initiierte die Aktion „Jugend im Kreistag“.

 Als er noch in der Landesregierung gearbeitet hat, brachte er wöchentlich etwa 25 Stunden für den Kreis Segeberg auf. Heute veranschlagt er die Zeit für das „Ehrenamt“ auf 35 Wochenstunden, also fast ein Vollzeit-Job. „Wenn man Aktivitäten entfaltet, muss man auch hinnehmen, was sie nach sich ziehen.“

 Allerdings hätten geplante Termine mit der Familie oder Feiern mit Freunden Vorrang. Auch für Reisen, Museums- oder Opernbesuche lässt sich Zeit finden. Der frühere Landesbeamte berät heute Gemeinden vor allem in der demografischen Entwicklung. Er ist seit 1973 mit seiner Frau Sabine verheiratet, gemeinsam haben sie zwei erwachsene Kinder. Und wenn der Enkel ein Spielhaus möchte, greift der Opa aus Bornhöved zu Hammer und Säge.

 Dennoch vergeht kaum ein Tag ohne Kreispolitik. 25 Jahre steht der 68-Jährige an der Spitze des Kreistages, das schafft kein anderer aktueller Kollege in Schleswig-Holstein. Dass Zylka nach der Kommunalwahl 1990 erstmals zum Kreispräsident gewählt wurde, ist auch einem Rückschlag geschuldet. Wenige Monate zuvor hatte er als Landrat kandidiert, auf Vorschlag seiner Partei, der Mehrheitsfraktion.

 Doch weil ein Abweichler aus den eigenen Reihen ihm die Stimme verweigerte, reichte es im dritten Wahlgang für seinen Konkurrenten Georg Gorrissen. Den habe er nie als Rivalen empfunden, sondern als guten Partner. Die Enttäuschung über den Wahlausgang habe er schnell wegstecken können.

 Auch, dass er vor zwei Jahren seinen Wahlkreis an Sönke Siebke abgeben musste, nehme er nicht persönlich. Vieles, was er an Zustimmung und Ablehnung erfahre, auch die Aufmerksamkeit, sei auf das Amt und nicht auf die Person gemünzt.

 Schon als Schüler in Bad Bramstedt reizte Zylka die Kommunalpolitik. Die Aufbauleistung nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges faszinierte ihn. „Das ist ein Land, da lohnt es sich anzupacken“, sagte sich der junge Mann und stieg über die Junge Union in die Politik ein. „Was daraus werden würde, wusste ich ja da noch nicht.“ Ob er bei der Kommunalwahl in drei Jahren wieder antritt, lässt er offen. Einiges anzupacken hätte er noch.

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