18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Mehr Unterkünfte, mehr Stellen

Kreistag Segeberg Mehr Unterkünfte, mehr Stellen

Der anhaltende Andrang von Flüchtlingen bringt den Kreis an die Grenzen, schilderte Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) dem Kreistag. „Wir können es hinkriegen.“ Politische Rückendeckung bekam er dafür. Der Kreistag billigte einstimmig seine Ausbaupläne für Gebäude und Personal.

Voriger Artikel
Rathaus vor dem Infarkt
Nächster Artikel
Flüchtlingsfest kam bestens an

Die Gemeinschaftsunterkunft des Kreises wird saniert, soll ab Anfang 2016 wieder knapp 80 Asylbewerber aufnehmen. Nebenan wird bald erweitert, um etwa 100 Plätze, vermutlich Häuser in Holzbauweise.

Quelle: gerrit sponholz

Kreis Segeberg. 1,1 Millionen Euro soll der weitere Ausbau der Kreisgemeinschaftsunterkunft in Schackendorf kosten. Sie wird derzeit saniert und Anfang 2016 fertig sein. Die fast 80 Plätze in den Althäusern sollen um 100 weitere neue Plätze erweitert werden, vermutlich Gebäude in Holzbauweise.

 1,4 Millionen Euro werden in den Kauf einer Immobilie gesteckt. Genannt wurde der Name nicht, es soll sich aber um den Gasthof am See in Warder mit 120 Plätzen handeln.

 Rohlstorf als Standortgemeinde hat darüber noch nicht beraten. Bürgermeister Dirk Johannsen will erst Fakten des Kreises auf dem Tisch haben. Dann würden die Gemeindevertreter beraten und die Bürger eingebunden. Sie hätten nach Johannsens Meinung jedoch „wenig Einfluss“: „Es ist Not in der Welt, das muss geregelt werden. Es hilft ja nichts.“

 Außerdem stimmte der Kreistag 5,5 neuen Stellen in der Verwaltung für die Bearbeitung der Asylbewerberfälle zu. Weitere 2,5 Stellen gibt es für die Betreuung der Asylbewerber, etwa für Vermittlung in Jobs, Ausbildung und Sprachförderkurse sowie für die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer. Einen Teil der Kosten decken Land und Bund.

 Landrat Schröder sagte, bislang hätten Kreis, Städte und Ämter in Segeberg keine Zelte und nur wenige Wohncontainer aufbauen müssen. Der Bedarf an Wohnraum sei riesig. Es sei wegen der Zeitnot wohl nicht zu umgehen, dass geringere Wohnstandards gelten. Das Land erarbeite neue Regeln für Finanzierung und Baurecht, der Bund gebe zinslose Darlehen.

 Enttäuscht zeigte sich Schröder nach einer Landratsrunde mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Albig habe nicht zugesichert, dass die 670 Euro, die der Bund dem Land pro Asylbewerber zuweise, auch komplett bei den Kommunen ankommen. Auch müsse der Kreis Segeberg damit rechnen, dass die Plätze der Erstaufnahmeeinrichtung in der Kaserne in Boostedt, die das Land betreibt, nicht mehr dem Kreis Segeberg gutgeschrieben werden. Ohne deren Anrechnung müsste der Kreis Segeberg 2015 nicht nur 1900 neue Asylbewerber betreuen, sondern 2400.

 Landrat Schröder sah auch eine weitere Baustelle: Um Arztbesuche für Asylbewerber zu vereinfachen, sollen die Flüchtlinge ab 2016 Gesundheitskarten besitzen. Dafür seien aber Porträtfotos nötig. Die müssten erst alle einzeln besorgt werden. „Das ist fraglich, ob das alles klappt.“

 Einziger Trost für den Kreis: Der Mehraufwand fällt in eine Phase, in der Steuern und Zuweisungen sprudeln. 2014 blieben im Kreishaushalt 8 Millionen Euro übrig. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren Schulden getilgt, Kreisumlage gesenkt, Eigenkapital gestärkt und mehr Personalstellen finanziert, freute sich Henning Wulf (CDU). „Für 2015 sieht es aber schlechter aus.“

 Wulf und auch Heinz-Michael Kittler (Linke) mahnten, trotz der Asylbewerberdebatte auch andere Menschen nicht zu vergessen, die Sorgen hätten, etwa eine billige Wohnung zu finden. Wolfgang Schnabel (FDP) bremste: Bei Asylbewerberunterkünften gehe es um Notfälle. Dafür sei der Kreis zuständig, nicht aber für generelle Wohnungsbauprogramme.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3