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Teurer Ärger mit Steckdosen

Kreisverwaltung Segeberg Teurer Ärger mit Steckdosen

Eine Vorschrift des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik (VDE) legt fest, wie Steckdosen eingebaut sein müssen. In der Kreisverwaltung in Bad Segeberg lief das schief. Wegen Entzündungsgefahr müssen Hunderte Steckdosen ausgetauscht werden. Der Schaden: rund 220000 Euro.

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Weil es bequemer und günstiger war, hatten Handwerker in den 1970-er Jahren die Steckdosen nicht vorschriftsgemäß montiert.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Entdeckt wurde das Problem Mitte Dezember des vorigen Jahres. Eine Elektronikfirma war bestellt worden, um einen Fehler an einer Steckdose zu beheben. Dabei fiel den Monteuren auf, dass sie verbrannt war. Daraufhin prüften sie auch andere Anschlüsse. Die Experten fanden heraus: Alle Steckdosen waren fehlerhaft eingebaut worden. Im trockenem Verwaltungsdeutsch lautete die Alarmmeldung: „Der VDE Vorschrift 0620-1 (2005) wird aktuell nicht entsprochen.“

 Beim Einbau war zwischen dem Unterteil und dem Oberteil einer Steckdose ein Abstand von rund fünf Millimeter geblieben. „Der Abstand reicht aus, um einen Wackelkontakt entstehen zu lassen“, sagt Kreispressesprecher Gernot Schramm. Oxidschichten an der Oberfläche können sich bilden und entzünden.

 Wegen dieser Gefahr droht der Kreis, seinen Versicherungsschutz zu verlieren. Jetzt müssen Steckdosen und Kabelkanäle im Altbau (Haus A) und im glasummantelten Haus B ausgetauscht werden. Weil ohnehin die Steckdosen und Leitungen für das Computernetz in der Verwaltung ertüchtigt werden sollten, plant die Verwaltung, daraus gleich ein Paket zu schnüren.

 Im Altbau werden somit 490 alte Steckdosen und Leitungen abgebaut sowie 1410 neue Steckdosen und 130 Kabelkanäle installiert. Im Haus B müssen 594 Steckdosen und Leitungen entfernt werden. Ersetzt werden sie durch 153 Kabelkanäle und 1800 Steckdosen.

 Der Kreis muss 550000 Euro investieren. Davon gehen 40 Prozent auf die Fehler in den Stromsteckdosen zurück, 60 Prozent kostet das neue IT-Netz. Dass der Schaden dem Kreis von der Handwerksfirma ersetzt wird, die damals die Steckdosen verbaut hat, hält die Verwaltung für unwahrscheinlich. „Die fehlerhafte Montage ist bereits in den 1970-er Jahren bei der Erstinstallation geschehen“, schildert ein Kreismitarbeiter in einer Berichtsunterlage. „Hier dürfte niemand mehr in Regress zu nehmen sein.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

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