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Zahl der Straftaten sank weiter

Kriminalstatistik Zahl der Straftaten sank weiter

Die gute Nachricht: Im Kreis Segeberg lebt es sich vergleichsweise sicher, die Zahl der Straftaten sank 2015 weiter, und fast die Hälfte der Verbrechen wird aufgeklärt. Die schlechte: Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter. Deshalb gründet die Kriminalpolizei eine Art Sonderkommission.

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Frohen Mutes ist Vize-Kripochef Stefan Kiehl bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015, bald mehr Einbrechern auf die Schliche zu kommen. Verstärkt werden Kräfte dafür eingesetzt.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. „Wir tun viel und geben Gas ohne Ende“, sagt Stefan Kiehl. Der stellvertretende Leiter der Kriminalinspektion Bad Segeberg stellte gestern mit Vize-Polizeichef Jan Lewering die Kriminalstatistik 2015 vor.

 Zunehmend zum Schwerpunkt wird die Arbeit gegen Einbrecher. 832 Mal (2014: 762) wurde im vergangenen Jahr in Wohnungen im Kreis Segeberg eingebrochen. Im Durchschnitt sind das zwar nur gut zwei Fälle pro Tag. Das Thema beunruhigt aber viele Bürger sehr, und besonders die Opfer. Manche fühlten sich in ihrer Sicherheit derart stark beeinträchtigt, dass sie nicht mehr in ihrer Wohnung bleiben wollen, berichtet Kiehl.

 Ein großes Problem ist die niedrige Aufklärungsquote. Nur jeder 15. Einbruch wurde aufgeklärt. Damit war der Anteil nur noch halb so hoch wie im Jahr zuvor. 2015 sei, anders als 2014, keine lange Tatserie aufgeklärt worden, erklären Kiehl und Lewering. Außerdem würden die Täter immer raffinierter. „Sie legen zwischen ihren Einbrüchen mehrere hundert Kilometer zurück“, sagt Kiehl. Diese Taten miteinander in Verbindung zu bringen, sei kompliziert. „Außerdem hinterlassen die Einbrecher immer weniger Spuren.“ Und auch Zeugen gebe es wenige. Besonders in Ballungsräumen fallen fremde Fahrzeuge und Personen den Nachbarn nicht auf.

 Fast alle Wohnungseinbrüche gehen auf Banden zurück, meist von Albanern. In der Regel ist es ein Trio: Einer steht Schmiere, zwei brechen ein. Verbunden sind sie per Handy und Knopf im Ohr. Häuser suchen sie gezielt auf, indem sie prüfen, ob jemand zu Hause ist: Sie klingeln oder rufen vorher an, schauen nach, ob wegen Urlaubs Briefkästen überquellen oder eine Mülltonne am Straßenrand zurückblieb. Falls sie beim Einbruch unerwartet doch auf Hausbewohner stoßen, flüchten sie. „Sie greifen die Opfer nicht an“, sagt Kiehl. Denn oberstes Ziel sei es, nicht erwischt und nicht erkannt zu werden.

 Meist steigen sie durch Türen und Fenster ein. Sie hebeln sie auf oder werfen die Scheiben ein. „Schnell rein, schnell raus ist das Motto“, sagt Kiehl. Früher wurden PC- und Musikanlagen gestohlen, heute werden Laptops, Fotoapparate, Schmuck und Bargeld bevorzugt. Sie sind leichter zu transportieren und schneller zu Geld zu machen, etwa über An- und Verkaufsläden, über Pfandleiher oder im Ausland.

 Der jährliche Schaden durch Wohnungseinbruchdiebstahl: rund 2,3 Millionen Euro.

 Hausbesitzern raten die Polizisten, Türen und Fenster zu sichern und bei Verdacht auf Einbruch sofort den Notruf 110 zu wählen. Das sei für die Polizei meist die einzige Chance, Täter zu ertappen, sagt Lewering. Außerdem setzt die Polizeidirektion vermehrt Fußstreifen in Wohngebieten ein, kontrolliert Autofahrer, arbeitet mit der Kripo Hamburg eng zusammen und gründet in diesen Tagen eine Art Sonderermittlungsgruppe. Die zwölf Kräfte sollen sich um ermittlungsintensive Delikte kümmern, darunter Wohnungseinbrüche. Vor Illusionen warnt Lewering aber. Auch wenn es 1000 Polizisten mehr gäbe, viel weniger Einbrüche würden wahrscheinlich nicht passieren.

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Interaktive Kreis-Kriminalstatistik
Foto: Einbrecher knacken häufig mit Hilfe eines stabilen Schraubenziehers geschlossene Fenster, um in Wohnungen und Häuser einzusteigen.

Die Kriminalitätsrate im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist 2015 erneut zurückgegangen. Die Zahlen stellten Beamte der Polizeidirektion am Freitagnachmittag in Rendsburg vor. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 12,3 Prozent weniger Straftaten registriert als 2014. Es ist der niedrigste Stand seit über 30 Jahren.

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