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Krötenwanderung entlang der K48

Heidkaten Krötenwanderung entlang der K48

Rund 2000 vor dem Verkehrstod gerettete Lurche – das ist die Zwischenbilanz der diesjährigen Krötenrettungsaktion der Nabu-Ortsgruppe Kisdorfer Wohld.

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Monika Weber (links) und Gudrun Leu-Preusker kontrollieren die Fallen, um die Kröten (links im Artikel) sicher über die Straße zu geleiten.

Quelle: Ulrike Bundschuh

Kaltenkirchen. Die ehrenamtlichen Naturschützer hatten entlang der K48 im Ortsteil Heidkaten einen rund 300 Meter langen Krötenfangzaun aufgebaut, um die Tiere auf ihrem Weg zu den Laichgewässern zu fangen und sicher über die Straße zu bringen. Noch eine Woche kontrollieren die Krötenlotsen zwei Mal täglich die Auffangbehälter, dann endet nach fünf Wochen die Hauptlaichzeit der paarungswilligen Amphibien.

 1902 Erdkröten, 4 Knoblauchkröten, 96 Frösche und auch ein Molch haben Monika Weber und Gudrun Leu-Preusker vom Nabu mit ihren Mitstreitern in den vergangenen Wochen vor dem wahrscheinlichen Ende auf dem Asphalt bewahrt. Dazu wurde Mitte März ein Fangzaun errichtet, der mit im Boden versenkten Eimer ausgestattet ist. Seitdem werden die Behälter regelmäßig kontrolliert. Die Tiere, die auf ihrem Weg hinein fallen, bringen die Helfer auf die andere Straßenseite, damit sie sicher an ihrem Ziel ankommen: dem Teich oder See in dem sie geboren wurden. Bereits im Herbst verlassen die Tiere instinktiv ihre Sommerquartiere und begeben sich zu den Laichgewässern. Der Winter unterbricht diese Wanderung, da die Tiere bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius bewegungsunfähig werden. Sobald aber die Temperaturen ansteigen – in der Regel ab Mitte März – geht die Wanderung weiter. Durch die kühlen Temperaturen sind sie schwerfällig und brauchen lange, um eine Straße zu überqueren.

 „Durch die zunehmende Versiegelung der Landschaft wird den Tieren der Lebensraum genommen, sie sind aber wichtig für die Artenvielfalt. Als Teil der Nahrungskette sind sie wichtig für andere Tiere wie Greifvögel oder Störche“, erklärt Gudrun Leu-Preusker. Außerdem fressen sie selber jede Menge Insekten oder abgestorbene Pflanzenteile in den Teichen. „Wir wurden von der unteren Naturschutzbehörde angerufen, weil Bürger vermehrt totgefahrene Kröten gemeldet hatten“, berichtet die Natur- und Landschaftsführerin Monika Weber. Daraufhin wurde der Zaun 2015 das erste Mal aufgebaut. Insgesamt 1460 Tiere wurden auf diese Weise gerettet. Rund eine Woche bleibt der Zaun noch bestehen, dann wird er wieder abgebaut. Ein Schild am Beginn der Strecke macht auf die Aktion aufmerksam und bittet Autofahrer, langsam zu fahren. „Wenn wir Straßen bauen, die den Tieren im Weg sind, müssen wir ihnen eben helfen, das Hindernis zu überwinden“, findet Leu-Preusker.

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