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Neuer Schwung für die Kultur

Bad Bramstedt Neuer Schwung für die Kultur

Musikpädagogin Aggi Ahrens-Heeb ist neue Vorsitzende des Kulturkreises für Musik und Theater Bad Bramstedt. Die Reihe „Kultur am Sonntag“ soll mittelfristig wiederbelebt werden, ein Band-Festival ist im Gespräch.

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Das neue Vorstandsteam des Kulturkreises für Musik und Theater Bad Bramstedt: Vorsitzende Aggi Ahrens-Heeb (von rechts), Kassenwartin Birgit Karnetzki und Schriftführerin Brigitte Kaspersinski.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. „Damit ist die Hängepartie nach dem Rücktritt des letzten Vorsitzenden Stephan Ziwich Gott sei Dank vorbei“, zeigte sich Schriftführerin Brigitte Kaspersinski erleichtert. Ziwich hatte den Vorsitz vor einem halben Jahr niedergelegt, da er nach Hamburg gezogen war. Seine Nachfolgerin wurde einstimmig in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt. Ahrens-Heeb verspricht, „neuen Schwung“ in den Kulturkreis zu bringen. „In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Bad Bramstedt möchten wir uns besonders um jugendliche Nachwuchskünstler kümmern“, erläuterte die neue Vorsitzende. So planen der Kulturkreis und das JUZ für den 20. September, einen verkaufsoffenen Sonntag, ein Open-Air-Konzert mit jugendlichen Bands vor dem Bad Bramstedter Schloss.

 Mit Aggi Ahrens-Heeb, die seit 13 Jahren die Musik- und Tanzschule in Bad Bramstedt führt, hat der Kulturkreis eine Vollblutkünstlerin gefunden, die sich seit frühester Jugend mit der Musik verbunden fühlt. Bereits mit 17 Jahren wurde sie in einem Schweizer Wettbewerb als beste Organistin ihres Heimatlandes auf der elektronischen Orgel ausgezeichnet. Nach dem Gymnasium studierte sie Musikpädagogik mit den Schwerpunkten Klavier und Orgel. Daraufhin sandte Yamaha die junge Künstlerin als Repräsentantin des japanischen Keyboardherstellers nach Deutschland.

 Aggi Ahrens-Heeb baute mit dem - kürzlich verstorbenen - Bad Bramstedter Musikalienhändler Michael Matzen eine Musikschule in Kaltenkirchen auf. Mit 25 Jahren heiratete sie Thomas Ahrens, den heutigen Eigentümer der Fitness World. Nach der Trennung im Jahr 2002 gründete Ahrens-Heeb mit ihrem neuen Partner Stephan Ziwich die Musik- und Tanzschule Bad Bramstedt. Die beiden inszenierten eine Reihe von erfolgreichen Kindermusicals. Bei der „Stage Art Hamburg“ ließ sich Ahrens–Heeb als Musicaldarstellerin ausbilden und nahm Gesangsstunden. Hauptsächlich widmet sich die Musikpädagogin der musikalischen Früherziehung und unterrichtet junge Musiker. „Auch ein neues Kindermusical wird es im nächsten Jahr geben“, verspricht die quirlige Musikpädagogin.

 „Dass es mit dem Kulturkreis jetzt wieder aufwärts geht, freut mich besonders“, sagte das langjährige Vorstandsmitglied Werner Janssen. Gern erinnert er sich an den Gründer Winfried Hahn und die bislang 34-jährige Geschichte des gemeinnützigen Vereins. Schon zuvor, in den 1970er Jahren, holte Hahn, damals Musiklehrer an der Jürgen-Fuhlendorf-Schule, hochrangige Ensembles wie die NDR-Symphoniker und Hamburger Symphoniker nach Bad Bramstedt. Die Hamburger Staatsoper führte mit Gymnasiasten „Hänsel und Gretel“ und „Der Freischütz“ im Kurhaustheater auf.

 Hahn hatte den Kulturkreis 1981 mit elf Mitstreitern aus Bad Bramstedt gegründet. Erster Vorsitzender wurde der Chorleiter Norbert Dummeyer, dessen Ensemble „Lieth-Kontrast“ im vergangenen Jahr sein 35-jähriges Bestehen feierte. In der Vorstandsriege folgten der Bramstedter Zahnarzt und Trompeter Dr. Rolf Koschorrek, Michael Matzen und Stephan Ziwich.

 „Der Kulturkreis eröffnete uns und Bad Bramstedt ungeahnte Perspektiven“, erinnert sich der damalige Vorsitzende Dummeyer. „Wir holten Insterburg & Co, Godewind, Knut Kiesewetter und die Wiener Hoch- und Deutschmeister in die Stadt. Es gab Kunstausstellungen mit Werken Chagalls und anderer zeitgenössischer Maler.“ Zwischen 10 und 15 Veranstaltungen im Jahr stellte der Kulturkreis zu seinen besten Zeiten auf die Beine.

 „Schwierig wurde es Anfang der 90er Jahre“, erinnerte sich Janssen, damals Schatzmeister. Die Landesregierung stellte die Förderung von Kulturvereinen ein und auch Ausfallbürgschaften wurden nicht mehr gegeben. Der Kulturkreis musste fortan auf die großen Künstler verzichten.

 2004 sorgte der Kulturkreis dann noch einmal mit dem „Music&Dance Contest“ für Aufmerksamkeit, ein Wettbewerb im Kurhaustheater für junge Nachwuchskünstler. Die damalige Siegerin Christina Patten ist heute Musicaldarstellerin in Stuttgart.

 „Ich hoffe, dass es mir mit meinem Team gelingen wird, den Kulturkreis wieder zum Motor unseres Kulturlebens in Bad Bramstedt zu machen“, wünscht sich die frisch gewählte Vorsitzende Ahrens-Heeb.

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Ein Artikel von
Uwe Straehler-Pohl

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