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Protest gegen Speichertanks

Lactoprot in Leezen Protest gegen Speichertanks

Erfolg kann auch Probleme verursachen. Das spürt derzeit die Firma Lactoprot. Das Milcheiweiß verarbeitende Unternehmen will in der Ortsmitte Leezens auf seinem Betriebsgelände weitere große Speichertanks errichten. Dagegen haben Anlieger im laufenden Genehmigungsverfahren protestiert.

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Das Tank-Ensemble der Firma Lactoprot mitten in Leezen soll umgebaut und erweitert werden.

Quelle: Andreas Wicht

Leezen. Außerdem muss wegen der steigenden Produktionsmengen eine Lösung für das Klärwerk Neversdorf gefunden werden, das von vier Gemeinden des Amtes Leezen getragen wird.

 Das ehemalige Meiereigelände in Leezen liegt mitten zwischen Wohnhäusern. Beim zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) waren die Einwände gegen die neuen Tanks eingegangen. Kritisiert wurde von den Bürgern hauptsächlich die bestehende und zukünftige Belastung durch Lärm und Geruch, teilte Martin Schmidt, Pressesprecher des LLUR, auf Anfrage mit. „Ein weiterer Hauptkritikpunkt ist die Verkehrssituation vor Ort.“

 Nach Angaben von Leezens Bürgermeister Ulrich Schulz sorgen sich Anwohner, dass parkende Lkw vor der schmalen Firmenzufahrt die Straßen blockieren und dort auch kein Begegnungsverkehr mehr möglich ist. Außerdem ergänzte Schulz die Angaben des LLUR. Denn Lactoprot will im Gegenzug für den Neubau auch zwei alte Tanks abreißen.

 Die Behörde hatte die Beteiligten vor wenigen Tagen zu einem Anhörungstermin ins LLUR in Lübeck gebeten. Zwei der vier Einwender kamen – ebenso Vertreter des Unternehmens, der Ortspolitik und Gutachter.

 In sachlicher Atmosphäre sei diskutiert worden, sagt Schmidt. Er rechnet damit, dass die Behörde einige Monate benötigt, um über das Verfahren zu entscheiden. Bürgermeister Ulrich Schulz, der auch Amtsvorsteher ist, vermutet, dass die Einsprüche wenig Aussicht auf Erfolg haben.

 Die drei neuen Tanks sollen 14,5 Meter hoch sein und auf einem Kellergeschoss fußen, das 0,7 Meter über die Geländekante ragt. Dies läge noch innerhalb des Rahmens, den der künftige Bebauungsplan vorgibt. Er war nach langwierigen Beratungen mit Firma, Anwohnern und Politik erarbeitet worden, ist nach Angaben von Schulz aber noch nicht rechtskräftig. „Er ist entwickelt worden, eben um Konflikte zu minimieren.“

 So darf auf dem Gelände, das fünf Meter Höhenunterschied aufweist, nur bis zu einer maximalen Höhe von 14 Metern gebaut werden, gemessen an einem bestimmten Punkt der abschüssigen Fläche. Das entspricht 42 Meter über dem Meeresspiegel. Dort, wo die neuen Tanks stehen sollen, würde die Vorgabe eingehalten, sagt Schulz.

 Der Ausbau mit Tanks und Hallen soll den Standort stärken. Die Firma will ausbauen und den Mitarbeiterstab von 80 auf 110 erhöhen, hatte das Unternehmen im Februar mitgeteilt.

 Ein weiteres Problem muss sie mit ihren Abwässern lösen. Der Amtsausschuss Leezen wird sich in seiner nächsten Sitzung mit einem Vertragsentwurf beschäftigen. Demnach soll Lactoprot die Abwasserbeseitigungspflicht übertragen werden und die Firma ein eigenes Abwasserrohr von der Firma in Leezen zum Klärwerk in Neversdorf bauen. Die zusätzlichen Abwassermengen könnten dort nach einigen technischen Umbauten alle im Klärwerk gesäubert werden. Allerdings soll dies nicht zu Lasten der Abwassergebühren gehen, die die übrigen Firmen und Bürger aus Leezen, Neversdorf, Groß Niendorf und Bebensee zahlen. Ein Gutachter soll herausarbeiten, wie die Kosten sauber auseinandergerechnet werden können.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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