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Keine Baustelle mehr

Neuer Bahnhof in Bad Segeberg Keine Baustelle mehr

Noch Jahre nach der Entscheidung, das ehemalige Gebäude nicht mehr zu nutzen und ein neues zu errichten, trauern nicht wenige Segeberger um den alten Bahnhof mit seinem nostalgischen Charme. Seit gestern sind nun alle drei Geschäfte und auch die neue Karten-Verkaufsstelle der Nordbahn für die Kunden offen – ein erster Blick offenbart Stärken und Schwächen des Neubaus.

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Der Schriftzug „Stadt Bad Segeberg“ wirkt durch die Farbgestaltung und ein Fenster etwas misslungen – es sieht aus, als sei das Wort „Stadt“ durchgestrichen.

Quelle: gik

Bad Segeberg. Bahnkundin Ingrid Eggert nutzt häufig den Zug, um nach Büsum zu fahren. Sie hat es nicht gestört, ihre Fahrkarten in den vergangenen anderthalb Jahren 150 Meter vom Bahnsteig in einem provisorischen Büro gegenüber von Gummi-Hamann zu kaufen. „Aber jetzt ist es schon praktischer“, meint die Bad Segebergerin. Sie findet es schön, dass am Haltepunkt nun endlich alles fertig wird und es nicht mehr wie eine Baustelle aussieht.

 Seit Donnerstag vergangener Woche sind das Schuhgeschäft Deichmann und der Drogeriemarkt Budnikowsky geöffnet. In beiden Läden ist man mit der Resonanz der Kunden sehr zufrieden: „Die ersten drei Tage waren sensationell, wir sind mehr als zufrieden“, berichtet Deichmann-Filialleiter Igor Issupow. Anfangs habe es im Unternehmen schon eine gewisse Skepsis gegeben, ob der Standort richtig gewählt sei, aber die sei jetzt verflogen. „Selbst heute bei dem durchwachsenen Wetter kommen sehr viele Kunden.“ Auch die Deichmann-Stammkundinnen Daniela und Sandra Hoppstädter sind begeistert: „Endlich müssen wir nicht mehr nach Lübeck fahren.“

 Bei Budnikowsky freut sich Teamleiterin Heidi Endesfelder ebenfalls über einen gelungenen Start: „Zu den Stammkunden, die uns schon kennen, sind schon viele neue dazugekommen.“ Ein in Bad Segeberg noch unbekanntes Unternehmen ist mit der Bäckerei Günther am Bahnhof ansässig geworden. „Wir sind ein Familienunternehmen in der fünften Generation aus Kiel“, erklärt Verkaufs-Gebietsleiterin Ulrike Prill. In dem geschmackvoll eingerichteten Café der Bäckerei gibt es gemütliche Sitzecken, die am Eröffnungstag gut besetzt waren. Auch draußen laden Zweier-Sofas an niedrigen Tischen wie in einer modernen Lounge zum Sitzen ein. Gegen den kalten Wind helfen netterweise bereitliegende weiße Wolldecken. Thomas Kröhnert und Charline Hoppe haben sich in die kuscheligen Decken gehüllt und betrachten vom Sofa aus den Platz zwischen den beiden Gebäuden – Budnikowsky, Bäckerei und Bahnverkaufsstelle auf der einen Seite und gegenüber Deichmann in einem zweiten Haus auf der anderen Seite. „Das Café mit den tollen Möbeln ist schön, aber ansonsten ist es hier sehr ungemütlich“, finden beide. „Es ist recht laut hier von der Bundesstraße, und es fehlt Grün.“

 Eine hohe Hecke und mehr Bäume würden die Verkehrsgeräusche vielleicht verringern. Aber auch der Platz mit den parkenden Autos und die Gestaltung der Gebäude kommen bei ihnen nicht gut an. „Es ist alles ein bisschen farblos“, finden die beiden Bad Segeberger. „Und dieser Schriftzug ist doch wirklich unmöglich!“ sagt Thomas Kröhnert. Damit meint er den Ortsnamen, der ja bei einem Bahnhof dazugehört und der auf das Gebäude mit großen Buchstaben aufgemalt wurde. Nur wirkt die Farbgestaltung so, als sei das Wort „Stadt“ vor „Bad Segeberg“ durchgestrichen. Unterstützt wird diese Wirkung noch durch ein schmales Fenster, das sich genau in dem Schriftzug befindet.

 Auch andere Details fallen ins Auge: An einem Treppenaufgang zum Geschäftskomplex wurde ein Handlauf angebracht, an einem anderen nicht. Die schmale Rampe, über die auch Rollstuhlfahrer und Eltern, die einen Kinderwagen schieben, den Bahnsteig erreichen können, ist an beiden Seiten mit halbhohen Gittern begrenzt. Sie laden Fahrradfahrer, die zu bequem sind, den Fahrrad-Unterstand auf der anderen Straßenseite zu benutzen, zum Anlehnen ihrer Räder ein. Dadurch wird der Durchgang noch schmaler.

 Bahnkundin Ingrid Eggert hat recht mit ihrer Einschätzung, dass das Bahnhofsgelände wenigstens nicht mehr wie eine Baustelle aussieht. Zu tun ist aber doch noch einiges.

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