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Isabell Teegens „Run to Rio“

Läuferin des SC Rönnau 74 Isabell Teegens „Run to Rio“

Leichtathletin Isabell Teegen möchte sich einen Traum erfüllen: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro. Unter dem Motto „Run to Rio“ hat die 22-Jährige des SC Rönnau 74 nach ihrem Abitur 2013 einen Plan mit vielen kleinen und großen Etappen aufgestellt.

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Anders als im nasskalten Schleswig-Holstein konnte Isabell Teegen in Australien bei optimalen Bedingungen trainieren.

Quelle: Privat

Mözen. 2015 musste die Läuferin des SC Rönnau 74 einen Rückschlag hinnehmen – ein Muskelfaserriss in der linken Wade stoppte die ambitionierte Sportlerin jäh. Dabei fing es optimal an. Bei den Deutschen Meisterschaften am 1. Mai im thüringischen Ohrdruf absolvierte Isabell Teegen zum ersten Mal die 10000 Meter-Distanz. „Das ist schon eine große mentale Herausforderung, wenn man weiß, dass man 25 Runden vor sich hat“, sagte die frühere Handballspielerin, die sich mit einer Zeit von 34:20 Minuten den Titel in der U23-Wertung sicherte. Zudem unterbot sie die geforderte Norm für die Europameisterschaften in dieser Altersklasse in Tallinn (Estland) um 20 Sekunden.

 Am 26. Mai trat die Mözenerin bei einem Meeting in Koblenz über 5000 Meter an. Mit der Zeit von 16:04 Minuten stellte sie eine persönliche Bestzeit auf und schaffte auch auf dieser Strecke die EM-Norm. Die Freude hielt nicht lange an. „Ich merkte schon im Rennen, dass meine linke Wade zwickte, bin aber durchgelaufen“, sagte Isabell Teegen, die anschließend die bittere Diagnose Muskelfaserriss erhielt. Was folgte, war eine wochenlange Trainingspause plus anschließender Reha – immer unter dem Druck, bis zur EM Mitte Juli in Tallinn wieder fit zu sein.

 Sie schaffte es auf den letzten Drücker. Am Ende standen über 10000 Meter Platz zehn und eine Zeit von nur 34:33 Minuten zu Buche. „Ich bereue es dennoch nicht, gestartet zu sein. Aber ich bin leider kein sehr geduldiger Mensch und hatte die Verletzung nicht richtig auskuriert.“ Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg Ende Juli ging Isabell Teegen trotzdem in der Frauenkonkurrenz über 5000 Meter an den Start. Sie wurde mit mäßigen 16:33 Minuten Vierte. „Das passte zu der Saison. Ich war im Frühjahr in der Form meines Lebens. Die Zwangspause war ärgerlich, aber ich habe mir nichts vorzuwerfen. Solche Dinge passieren, wenn man im Training und im Wettkampf oft an die Grenzen geht.“

 Im Oktober flog Isabell Teegen nach Australien, um sich unter der Regie von Richard Huggins auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Training bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad stand auf dem Programm. Erholung und Regeneration erfolgten bei der Erkundung der traumhaften Umgebung und in vielen Gesprächen im Kreise der Familie Huggins. Kennengelernt hatte die Athletin den australischen Nationalcoach bei der Junioren-Gala 2011 in Mannheim. Der australische Mittelstreckentrainer lud die talentierte Juniorin damals ein, eine Zeit in Australien zu wohnen und zu trainieren – was Isabell Teegen vor zweieinhalb Jahren erstmals tat.

 Kurz vor Weihnachten kehrte Isabell Teegen zurück nach Mözen. Der Blick ist nach vorn gerichtet: „Ich will Anfang Juli bei den Europameisterschaften in Amsterdam starten. Mein Ziel ist die Qualifikation auf mindestens einer von drei Strecken.“ Sie weiß, dass ihr erstes Jahr in der Frauenklasse kein leichtes werden wird. Die Trauben hängen hoch, die Konkurrenz ist stark. Und die zu unterbietenden Pflichtzeiten über 5000 Meter (15:30 Minuten), 10000 Meter (32:50) und – erstmals – auf der Halbmarathondistanz (Einzel 1:13, Team 1:14 Stunden) müssen erst einmal geschafft werden.

 Trainer Sören Kuhn ist zurückhaltend: „Durch die Verletzung fehlt uns ein Zwischenschritt im Aufbau. Wir wollten uns Step by Step verbessern. Nun muss die Steigerung auf einmal kommen. Das ist eine schwere Aufgabe. Wir lassen uns nicht entmutigen, wollen jedoch auch keinen Druck aufbauen. Der Fokus liegt auf der EM.“ Und Rio? Kuhn: „Das hängt von vielen Faktoren ab. Sollte die Gesundheit mitspielen, ist alles möglich.“

 Wie wichtig das richtige Umfeld ist, weiß die junge Sportlerin ganz genau: „Viele denken, ich betreibe eine Einzelsportart. Aber hinter den Zeiten und Platzierungen steckt ein großes Team mit unglaublich viel Leidenschaft. Ich bin meinen Physiotherapeuten, meinem Coach Sören, meinen Trainingspartnern und auch meinen Sponsoren sehr dankbar für ihre Unterstützung. Wir arbeiten täglich zusammen und erleben Höhen und Tiefen gemeinsam.“

 Klappt es in diesem Jahr nicht, könnte der Wechsel auf noch längere Strecken der richtige Weg sein, um sich den Olympia-Traum in vier oder acht Jahren zu erfüllen. Die Zeit könnte sie sich nehmen. Mit 22 Jahren steht Isabell Teegen für eine Ausdauerläuferin noch im Frühling ihrer Karriere.

Von Anne Pamperin

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