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Packende Parforcehörner

Landes-Hubertusmesse Packende Parforcehörner

Höchst angetan war das Publikum in der Marienkirche von den eindringlichen Klängen aus den Parforcehörnern von 42 Mitwirkenden der Landesbläserschaft im Landesjagdverband. Das zeigte sich bei der Landes-Hubertusmesse nicht zuletzt an dem enormen Schlussapplaus im voll besetzten Gotteshaus.

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Ausschließlich mit unterschiedlichen Lippenstellungen erzeugen die Parforcehorn-Bläser sämtliche Töne aus ihrem Instrument. In festlicher Kleidung boten die 42 Mitwirkenden der Landesbläserschaft Schleswig-Holstein beeindruckende Klänge zur zehnten zentralen Hubertusmesse der Landesjägerschaft in der Marienkirche.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. Bereits eine halbe Stunde vor Gottesdienst-Beginn hatten die vom Kreis-Bläserobmann Rainer Lütt geleiteten Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft Segeberg mit ihrem Kreisvorsitzenden Oliver Jürgens, die auch als Ausrichter der Messer fungierte, einige Signale zur Einstimmung in die anschließende musikalische Messe ab 18 Uhr geblasen. Unbeeindruckt vom einsetzenden Regen absolvierten sie ihren Auftritt vor der Kirche, in die dann die Parforcehorn-Bläser mit Pastor Erhard Graf aus der zum Kirchenkreis Plön-Segeberg gehörenden Stormarner Kirchengemeinde Klein Wesenberg ins Kirchenschiff einzogen.

 Mit der Messe unter musikalischer Leitung von Michael Mull und mit Olga Moll an der Kirchenorgel der Marienkirche setzte der Landesjagdverband eine Tradition fort, die 1997 in der Nikolaikirche in Kiel ihren Anfang genommen hatte. Zur zentralen Hubertusmesse kommen seitdem alle zwei Jahre Bläser aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen an unterschiedlichen Orten schon einen Tag vor der Aufführung zusammen, um ihr Zusammenspiel in einem intensiven Workshop zu vervollkommnen. Das ist, wie der Landesjagdverband betonte, „in dieser Form einzigartig in der Bundesrepublik und hat bisher in keinem anderen Bundesland eine Nachahmung gefunden“.

 Als geistlich-gottesdienstliche Einrichtung des Landesjagdverbandes ist die Hubertusmesse zu einer festlichen Institution neben den öffentlichkeitswirksamen Landes-Bläserwettbewerben und den Nachwuchs-fördernden Jugend-Bläserfreizeiten herangereift. Der Nachwuchsförderung dienen sollte auch der Erlös der an diesem Festabend erbetenen Kollekte am Kirchenausgang, stilvoll eingesammelt von zwei jungen Leuten in den aufgehaltenen Parforce-Hörnern. Die zentrale Messe wird von den Veranstaltern als eine Art Natur-Dankgottesdienst wahrgenommen und erfreut sich – wie man auch bei der Jubiläumsmesse in der Kreisstadt am Publikumszuspruch wieder erleben konnte – nicht nur bei Jägern, sondern auch bei Nichtjägern großer Beliebtheit. Die Menschen im ländlichen Raum, die mit der Jagd und der Natur besonders verbunden sind, seien „immer intensive Begleiter“, wie die Ausrichter jetzt auch in Bad Segeberg einmal mehr feststellen.

 Beeindruckend waren für die Gottesdienst-Teilnehmer die besondere Atmosphäre des mit Tannengrün am Mittelgang naturnah geschmückten Kirchenraumes sowie der stimmungsvolle Wechsel zwischen gesprochenem Wort und jagdmusikalischer Umrahmung. Zu großen Teilen dem katholischen Messritus der französischen „Grande Messe de Hubertus“ entstammten die sehr unterschiedlichen Stücke zum Gottesdienst mit Predigt von Pastor Graf und Verlesung der Legende vom Jäger-Schutzpatron Hubertus durch die seit 2010 amtierende Vorsitzende Christane Stock von der bereits seit 1953 bestehenden Jagdhornbläsergruppe Hubertus Segeberg. Es wurden aber auch unterschiedliche Kompositionen und Arrangements verschiedener zeitgenössischer Komponisten in den Gottesdienst mit einbezogen, die sich an die liturgischen Stücke der Hubertusmesse anlehnen.

 So hatte Professor Uwe Bartels mehrere Stücke neu arrangiert beziehungsweise komponiert, so auch das in der Marienkirche vorgetragene „Gebet der Jäger“ und das „Kyrie“. Besonders beeindruckend war dabei, wie auch bei anderen Stücken, das Zusammenspiel von Orgel und Bläserklang, sonst bei Hubertusfeiern meist nicht in dieser Form zu hören. Der musikalische Leiter der Landesbläserschaft hatte zu dem Choral „Die Ern’ ist nun zu End’“ einen Satz für Parforcehörner mit Orgel-Begleitung geschrieben. Das Orgelnachspiel bildete nach dem Auszug der Bläser auch den musikalischen Schlusspunkt der Messe, in der Pastor Graf die aus dem 1. Buch Mose stammende alttestamentarische Geschichte von den beiden um den Segen ihres alten Vaters Isaak ringenden ungleichen Brüder Jakob und Esau unter dem Gesichtspunkt des verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur in den Mittelpunkt der Predigt gestellt hatte.

 Mit Bezug zu dem Inhalt hatte der Seelsorger am Ausgang für die Gottesdienst-Teilnehmer noch ein der Bibel entlehntes Kochrezept für Ziegenfleisch und Blumensamen zum Mitnehmen parat.

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