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Landmarkt war Enttäuschung

Bad Segeberg Landmarkt war Enttäuschung

Zum ersten Mal sollte ein „Landmarkt“ das dreitägige „Fahrfest des Nordens“ auf dem Landesturnierplatz begleiten. Die Aussteller boten Gartendekorationen, kulinarische Spezialitäten, Land-Mode und vieles mehr an – doch es kamen so gut wie keine Kunden.

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Gähnende Leere auf dem neuen Landmarkt an der Rennkoppel in Bad Segeberg. Die Marktbeschicker waren ziemlich frustriert.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. „Sowas kenn’ ich so nicht“, sagte der frustrierte Erich Iller aus Wahlstedt. Er verkauft seit mehreren Jahren auf verschiedenen Märkten, aber so eine Flaute hat er noch nie erlebt. Sein Standaufbau dauere morgens bis zu drei Stunden, beschrieb er seinen Aufwand, am Abend müssen alle Teile wieder verstaut werden. Seine stilvollen Deko-Artikel für Haus und Garten wurden nicht mal angesehen – denn es kam fast niemand. „Das ist irgendwie in die Hose gegangen“, war der Eindruck des Wahlstedters über die Organisation des Landmarktes. Ihm war klar, dass in Bad Segeberg die Besucher in erster Linie wegen des Reitsport kämen und weniger wegen der Verkaufsstände, wie etwa in Traventhal, wo er nach seinen Angaben stets viel Kundschaft habe. Dennoch: Der Veranstalter, die Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg, habe den Markt in Bad Segeberg schlecht geplant, beklagte er.

 Das war auch der Eindruck anderer Aussteller, deren Gefühlslage zwischen Enttäuschung und Ärger schwankte. Befremdlich fanden sie, dass der Fahrwettbewerb am Sonnabend nicht am Landesturnierplatz stattfand, sondern im Ihlwald. Der Kaffee-Ausschank und der Grill zogen mit um. Für die aufwändigen Stände der Landmarkt-Beschicker war das nicht möglich; die meisten standen neben dem Tribünen-Gebäude ziemlich am Rande des Geschehens, und deren Betreiber standen sich frustriert die Beine in den Bauch.

 Innerhalb von eineinhalb Tagen war bei Erich Iller an Einnahmen gerade mal ein Viertel der Standplatz-Gebühren zusammengekommen. „Fünf kleine Teile hab’ ich verkauft.“ Immerhin gelang es ihm bis zum Ende der Veranstaltung zumindest, seine Kosten wieder einzuspielen.

 Besonders enttäuscht war Gundula Mohr aus Neumünster. Sie hatte ihre selbstgenähten Taschen und modische Accessoires mitgebracht. „Alles handgemachte Unikate.“ Doch niemand kam, um etwas bei ihr zu kaufen. Sie hatte nach fast zwei Tagen Landmarkt noch kein einziges Stück an den Mann bringen können. Am letzten Tag kam sie zumindest auf die Hälfte der Standgebühr. „Ich bin aber gar nicht mehr so frustriert“, sagte Gundula Mohr. „Nun bin ich ja um eine Erfahrung reicher...“

 Insgesamt hatte sich die Befürchtung der Marktbeschicker, auch am dritten Tag kaum Kunden zu haben, bewahrheitet. Eine Ausstellerin meinte: „Hätte ich das alles vorher geahnt, wäre ich lieber zu Hause geblieben, denn dort wartet viel Arbeit auf mich.“ Für die kommenden Märkte im Herbst und in der Vorweihnachtszeit muss Ware angefertigt werden, denn dort kommen die Kunden ganz sicher.

 Auch Erich Iller hat schon ein paar neue Termine für Märkte, an denen er teilnehmen will. Den Landmarkt auf der Bad Segeberger Rennkoppel kann er nur noch als negative Erfahrung abhaken: „Man kommt sich fast ein bisschen verarscht vor.“

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