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Plambeck tritt für die CDU an

Landtagswahl 2017 Plambeck tritt für die CDU an

Ole-Christopher Plambeck (30) wird bei der Landtagswahl 2017 als Kandidat der CDU im Wahlkreis Segeberg-West für den Landtag kandidieren. 85 der 124 stimmberechtigten CDU-Mitglieder in der Kaltenkirchener Bürgerhalle stimmten für ihn.

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Vor der Abstimmung über den Landtagskandidaten für die CDU zeigten sich die Kontrahenten Ole-Christopher Plambeck (rechts) und Claus Peter Dieck entspannt.

Quelle: Alexander Christ

Kaltenkirchen. Mitbewerber Claus Peter Dieck (49) aus Todesfelde erhielt 38 Stimmen. Dieck zog nach der Schlappe Konsequenzen und legte mit sofortiger Wirkung seine Ämter als Kreisvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) und als Beisitzer des CDU-Kreisvorstandes nieder. „Weder gräme ich mich über, noch schäme ich mich für das Wahlergebnis. Jedoch versteht sich diese Partei, unsere CDU, als Partei der Werte – und wie ich es schon in meiner Vorstellungsrede deutlich gemacht habe, ist in Gesellschaft und Politik nicht nur das Ergebnis, sondern immer auch das Wie entscheidend“, schrieb Dieck am Sonnabend in einem offenen Brief. Leider habe es im Laufe des Nominierungsverfahrens und auf der abschließenden Veranstaltung einige Randerscheinungen gegeben, die ihn mehr als nur nachdenklich gestimmt und belastet haben. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei zurzeit nicht mehr möglich.

 Doch damit nicht genug: Dieck, seit 18 Jahren in verschiedenen kommunalpolitischen Ämtern für seine Partei im Einsatz, kündigte seinen Rücktritt als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion für den 30. Juni an. „Auch die Arbeit in der CDU-Kreistagsfraktion wurde, zumindest gefühlt, durch das Nominierungsverfahren in Teilen belastet. Die letzten Wochen haben mir sehr deutlich gemacht, dass ich als Vorsitzender nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen sowie den notwendigen Rückhalt aller Fraktionsmitglieder besitze“, schrieb Dieck. Nicht aufgeben hingegen will er seinen Posten als stellvertretender Landrat.

 Für viele der Anwesenden war die Deutlichkeit des Ergebnisses die eigentliche Überraschung. Im Vorfeld der Abstimmung wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert. Dass das klare Votum an unterschiedlichen politischen Ausrichtungen gelegen hat, ist unwahrscheinlich. Denn in nahezu allen Sachthemen wie Infrastruktur, die Stärkung ländlicher Räume, Sicherheit, Breitbandausbau oder Bildungspolitik herrschte weitgehend Konsens zwischen den beiden Kandidaten.

 Ausschlaggebend für das klare Ergebnis könnte die Vorstellungsrede gewesen sein. Emotional und rhetorisch geschickt stellte sich Plambeck als ein junger „Macher“ und „harter Arbeiter“ dar, der mit jugendlicher Energie und Wissen über die Landesfinanzen frischen Wind in den Kieler Landtag bringen möchte. Zudem wurde er lautstark von Mitgliedern der Jungen Union unterstützt.

 Dieck, ebenfalls rhetorisch gut aufgelegt, verwies auf seine jahrzehntelangen Erfahrungen in Kommunal- und Landespolitik. Außerdem verfüge er über ein funktionierendes Netzwerk in nahezu allen politischen Schaltstellen auf Kreis- und Landesebene, betonte er.

 Als Wahlleiter Gero Storjohann kurz vor 21.30 Uhr das Ergebnis verkündete, war die Überraschung groß. Dann gab es kräftigen Beifall für den Sieger.

 „Zunächst war ich einfach nur überwältigt. Dieses Ergebnis ist ein deutliches Signal und ein klarer Auftrag zugleich“, sagte der Sieger Plambeck. Nun werde er sich auf den Wahlkampf vorbereiten. „Dabei werde ich die 17 CDU-Ortsverbände, aber auch Vereine und Verbände aus dem Wahlkreis eng einbinden“, erklärte er. Sollte ihm der direkte Sprung in den Landtag gelingen, wäre der 30-jährige Steuerberater der mit Abstand jüngste CDU-Landtagsabgeordnete. Der ledige Henstedt-Ulzburger ist seit 2009 Kreisvorsitzender der Jungen Union, seit 2010 stellvertretender Kreisvorsitzender und Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion sowie seit 2013 Kreistagsabgeordneter. Auf Landesebene engagiert sich Plambeck seit 2010 als Landesschatzmeister der Jungen Union, ist seit 2014 Vorstandsmitglied der KPV und seit 2015 Vorsitzender des CDU-Landesfachausschusses für Finanzen und Haushalt.

 Der jetzige CDU-Landtagsabgeordnete, Volker Dornquast (64), verzichtete auf eine erneute Kandidatur.

 Verständnis für Dieck zeigte Gero Storjohann: „Ich bedaure Claus Peters Entscheidung sehr. Er hat einen tollen Job als Fraktionssprecher gemacht. Gleichzeitig kann ich verstehen, dass er sich nun mehr auf berufliche Dinge konzentrieren möchte.“

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