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„Masten brauchen zu viel Platz“

Stromtrasse im Kreis Segeberg „Masten brauchen zu viel Platz“

Quer durch den Süden des Kreises Segeberg wird die neue 380-Kilovolt (kV)-Höchstspannungsleitung von Henstedt-Ulzburg über Oering und Groß Niendorf nach Lübeck gebaut, entlang der bisherigen 220-kV-Leitung. Die Vorentscheidung für diese Trasse ist bereits gefallen. Doch jetzt beginnt eine Diskussion über die Bauweise.

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380-kV-Hochspannungstrassen werden bislang mit Gittermasten gebaut.

Quelle: Martin Schutt, dpa

Groß Niendorf. Geplant ist bislang eine Freileitung an mächtigen Stahlgittermasten, bei Henstedt-Ulzburg vielleicht ersatzweise auch ein Erdkabel, um Anwohner zu schonen. Aus Groß Niendorf kommt nun der Wunsch, weder das eine noch das andere zu bauen, sondern schmale Säulenmasten.

 „Wir wollen gar kein Erdkabel hier“, sagt Groß Niendorfs Bürgermeister Claus Fahrenkrog. „Die Erdkabel-Trasse wäre 30 Meter breit und zwei Meter tief.“ Den Landwirten gingen viel Ackerland und Wiesen verloren. Auch mit den Stahlgittermasten „Typ Donau“ wären die Landwirte nicht glücklich. Alle 300 bis 400 Meter stünde solch ein raumgreifender Mast. Er benötige eine Grundfläche von bis zu 40 Quadratmeter, sagt Fahrenkrog.

 Deshalb verfolgen manche Landwirte eine neue Idee: Die Netzbetreiberfirma Tennet könnte doch stattdessen Kompaktmasten errichten. Sie ähneln Säulen. Fahrenkrog: „Der Mast hat nur einen Durchmesser von eineinhalb Metern.“ Der Vertreter einer Firma aus Bayern, die diese Masten vertreibt, habe das Amt Leezen auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Fahrenkrog will diesen Punkt deshalb in der nächsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 25. Juni, ab 20 Uhr in Rickert’s Gasthof diskutieren.

 Peter Hilffert von Tennet zeigt sich offen. In Europa gibt es Vorbilder, doch für Deutschland seien solche Masten noch weitgehend Neuland. Tennet werde im Herbst eine Handvoll solcher Masten für eine Stromtrasse bei Brunsbüttel errichten und testen. Hilffert nennt sie Vollwandmasten. Ein Maststandort bestehe allerdings nicht aus einer Säule, sondern einem Säulenpaar. Als Material wurde bislang Beton verwendet, mittlerweile wird Stahl bevorzugt.

 Der Vorteil der Vollwandmasten: Sie sind schlanker als die üblichen Stommasten. Die Nachteile: Sie sind schwieriger zu errichten und teurer als herkömmliche Gittermasten.

 In den Niederlanden seien ähnliche Masten schon verbaut worden, sagt Hilffert. Sie erfüllen aber nicht die Vorgaben des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Deshalb mussten sie angepasst werden.

 Hilffert nennt drei Bedingungen für deren Verwendung: „Der weitere Einsatz der Vollwandmasten hängt von den gesammelten technischen Erfahrungen, der öffentlichen Akzeptanz und den regulatorischen Rahmenbedingungen ab.“

 Allerdings drängt die Zeit. Für den Bau der Ostküstenleitung, die vor allem Windkraftstrom von der Ostseeküste weiterleiten soll, gibt es ein enges zeitliches Fenster. Er soll schon in rund einem Jahr von Tennet bei der Planfeststellungsbehörde des Landes beantragt werden.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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