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40000 Hähnchen mehr

Gönnebek 40000 Hähnchen mehr

Hähnchen statt Milchkühe. Die Landwirte Christoph Untiedt (27) und sein Vater Andreas (53) schwenken um. „Das Hähnchengeschäft läuft gut“, sagt der Junior. Deshalb bauen sie den Milchkuhbestand ab und verdoppeln die Zahl der Mastgeflügelplätze von 39900 auf 79800.

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2000 Quadratmeter groß wird der neue Hühnerstall bei Gönnebek für 39
900 Tiere. Er entsteht neben dem gleichgroßen ersten Stall.

Quelle: Gerrit Sponholz

Gönnebek. 600000 Euro werden investiert. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat den Bau genehmigt – trotz vieler Einwendungen.

 Das LLUR erteilte eine Reihe an Auflagen für Bau und Betrieb der Anlage fern von der Ortslage. So sind acht Abzugskamine mit einer Höhe von zwölf Metern über Grund zu bauen. Die Abluft muss mit sieben Metern pro Sekunde herausgepustet werden. „Und nach dem Mastdurchgang sind die Ställe unverzüglich auszumisten.“

 Manche hadern mit dem Bau. Innerhalb der Einwendungsfrist vor gut einem Jahr waren 151 Hinweise und Bedenken beim LLUR eingegangen. Viele seien Standardkritiken von Naturschutzverbänden gewesen, sagt Christoph Untied. Im Herbst hatte die Behörde die Kritik während eines Termins in Gönnebek erörtert. Im Genehmigungsbescheid wurden all die Punkte aufgegriffen und vom LLUR die Gegenargumente aufgelistet. Unter dem Strich billigte die Behörde den Bau.

 Kritiker hatten etwa darauf hingewiesen, dass westlich bereits ein anderer Mastgeflügelbetrieb stehe und die Umwelt belaste. Allein an Ammoniak wird der neue Betriebsteil rund 3,6 Tonnen pro Jahr in die Luft abgeben. Es stammt unter anderem aus dem Kot und dem Einstreu, erklärt Christoph Untiedt.

 „Die Immissionsgrenzwerte werden eingehalten“, antwortete das LLUR den Kritikern nach der Anhörung. Deshalb sei auch keine Abluftreinigungsanlage nötig.

 Eine große Umweltverträglichkeitsprüfung, wie von Einwendern gefordert, hält das LLUR ebenfalls nicht für zwingend. Dies würde rechtlich erst ab 85000 Masthähnchenplätzen gefordert. Waschwasser werde in Auffangbehältern gesammelt, der Hähnchenmist an eine Biogasanlage übergeben, um Gas zu erzeugen. Wohnhäuser lägen weit weg. Nur zu Fragen des Tierschutzes nahm das LLUR keine Stellung und verwies auf andere Behörden. Der Betrieb entspreche den Verordnungen und werde durch das Veterinäramt „intensiv kontrolliert“.

 Wegen der Widerstände rechnet das LLUR damit, dass Kritiker gegen die Genehmigung vorgehen werden. Bis zum 1. Juni könnte formell Widerspruch eingelegt werden. Die Familie Untiedt hatte deshalb einen „Antrag auf Anordnung der sofortigen Vollziehung“ gestellt. Die Behörde gab ihm statt. Aus zwei Gründen: Eine Klage würde keinen Erfolg haben. Und eine Bauverzögerung sei den Investoren nicht zuzumuten. Ein Verfahren könnte acht Jahre dauern und zu einem Schaden von 800000 Euro für den Betrieb führen.

 Der Hof arbeitet nach konventioneller Methode. Die Tiere werden gut 40 Tage lang aufgezogen und dann zum Schlachter nach Niedersachsen geliefert, sagt Christoph Untiedt. Eine Woche dauert die Stallreinigung, bevor neue Jungtiere aus dem Emsland angeliefert werden. Das Geschäft ist ein Auf und Ab. „Im Sommer läuft es generell besser, dann ist Grillsaison.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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