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Eine Werft mitten im Dorf

Latendorf Eine Werft mitten im Dorf

Mitten auf dem platten Land in Latendorf liegt eine Werft. Darin baut ein kleiner Kreis von Enthusiasten seit gut zwei Jahren eine alte Yacht wieder auf, die vor Jahrzehnten einmal Charlie Chaplin gehörte. Die Crew ist ihrem Ziel ein Stück näher gekommen. Aus einem Eichenstamm wurden nun die Planken geschnitten.

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Kurt Scharlibbe aus Latendorf vor dem Rumpf der Gaffelketsch „Cleone“ in seiner Werft, wo sie aufgearbeitet wird.

Quelle: Erich Kröger

Latendorf. In der Straße Mühlenberg 21 in Latendorf beim Bauern Kurt Scharlibbe (64) wurde ein Eichenstamm, den er vor dem Ofen gerettet hatte, jetzt zu Planken verarbeitet. Sie sollen bei der Sanierung der Gaffelketsch „Cleone“ verwendet werden. Sie gehörte in den 1920er-Jahren Charlie Chaplin, dessen Halbbruder Benjamin damit in den Jahren 1924 und 1925 ein Langstreckenrennen von England in die USA jeweils gewinnen konnte. Dieses Rennen findet noch heute statt.

Um aus dem mächtigen Baum die Bretter für das Schiff zu scheiden, kam eine mobile Sägemühle des Herstellers Peterson aus Neuseeland zum Einsatz. Das Unternehmen hatte weltweit diesen Tag als „The Great Peterson Sawmill Demo Day“ ausgerufen. In vielen Orten rund um den Globus – in Neuseeland, Kanada, Australien, USA, Papua Neuguinea, Südafrika oder England – wurde teilgenommen. Nach Latendorf brachte Ulf Stümer-Jacobsen aus Mühbrook seine fahrbare Säge. Mit diesem Gerät können die Stämme direkt im Wald oder auf dem Feld zerkleinert abgeholt werden. Damit entfällt der aufwendige Transport ins nächste Sägewerk.

Michael Heidelmann (59) aus Bordesholm, ein gelernter Fernsehtechniker, hatte 2011 das Wrack der „Cleone“ gefunden. Er und Scharlibbe begannen, die Yacht zu restaurieren und wollen sie – irgendwann einmal – zu Wasser lassen. Ein ehemaliger befahrbarer Silo wurde mit einem Runddach versehen und wird seit gut zwei Jahren als beheizte Werft genutzt. Ein kleiner Kreis von Gleichgesinnten – Schlosser, Schweißer, Tischler, Landmaschinenmechaniker – werkeln seitdem an der Yacht. Lediglich Paul Großkurth (36) ist gelernter Bootsbauer. Das Ruderhaus wurde inzwischen abgebaut, der Ballast aus dem Kielraum entfernt und der Innenraum entkernt.

VON ERICH KRÖGER

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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