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Lkw-Lärm am Schlachthof

Bad Bramstedt Lkw-Lärm am Schlachthof

Wie viel Lärm von benachbartem Gewerbe müssen Anwohner ertragen? Diese Frage wird zurzeit in Bad Bramstedt geklärt, nachdem einer der Hausbesitzer aus dem angrenzenden Wohnquartier den Lärm durch den Zerlegebetrieb am Achtern Dieck in den Einwohnerfragestunden zweier Ausschüsse thematisierte.

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Die Quelle des Übels zu fast jeder Tageszeit: Vor allem die vielen Lkw und ihre Kühlaggregate.

Quelle: Anna Maria Persiehl

Bad Bramstedt. Vor allem Lkw und ihre Kühlaggregate stören die Anlieger. Von „massiven Belästigungen“ seit etwa zweieinhalb Monaten berichtete Olaf Staubus aus der Harm-Straße im Bauausschuss und erneuerte seine Beschwerde auch in der Sitzung des Sozialausschusses. Die Belästigungen hätten zugenommen, „von Null auf Hundert und das rund um die Uhr“, sagte Staubus, der auch für weitere Anwohner sprach. „Wir verstehen es nicht, wie man es zulassen kann, dass sich dort so eine massive Veränderung vollzieht“, erklärte Staubus. Den Zerlegebetrieb und eine Schlachterei in Kellinghusen hatte im Frühjahr einer der Größten in der Fleischbranche, die Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG, von dem Bad Bramstedter Unternehmer Rüdiger Thomsen übernommen.

 Staubus stellte der Stadtverwaltung eine detaillierte Liste zur Verfügung, in der er sieben Wochen lang täglich festgehalten hat, zu welcher Uhrzeit welcher Lärm von dem Betrieb ausgegangen ist. Fast ausnahmslos sind es demnach die Bewegungen von Lkw und deren Kühlaggregate, die ununterbrochen in Betrieb sind, auch noch nach Mitternacht. „Die Autos fahren vor die Rampe, bleiben stehen und die Aggregate laufen“, schilderte Staubus, der mit seiner Familie seit acht Jahren in der Harm-Straße wohnt, der Segeberger Zeitung, „wenn da drei Stück nachts stehen, machen Sie kein Auge zu.“ Noch problematischer scheint die Situation in der benachbarten Bimöhler Straße zu sein – auch tagsüber: „Im Garten kann man sich kaum noch ungestört aufhalten“, berichtete Hans Arns vor dem Bauausschuss.

 Im Rathaus seien keine baurechtlichen Veränderungen bekannt, wie der Leiter des städtischen Bauamtes, Udo Reinbacher, im Bauausschuss ausführte. Thomsen sei ein bestandsgeschützter Gewerbebetrieb gewesen und seinerzeit mit erheblichen Auflagen genehmigt worden, erläuterte Reinbacher. Die Flächen sind als eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen. Der Bauamtsleiter berichtete davon, dass Anlieferungen zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht zugelassen seien. „Es hat keine veränderte Betriebserlaubnis gegeben“, betonte auch Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach.

 Um Klarheit zu schaffen, hat die Stadt die zuständigen Behörden eingeschaltet, zum einen das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Lübeck sowie die Bauaufsicht des Kreises Segeberg. Wie Reinbacher der SZ sagte, werde geprüft, welche immissionsschutzrechtlichen Auflagen das Unternehmen zu erfüllen hat, voraussichtlich werden auch Schallmessungen vorgenommen. Nach den Worten von Reinbacher liegen in Lübeck Beschwerden von weiteren Anwohnern vor. Die Stadt hat auch Kontakt mit der Betriebsleitung aufgenommen.

 Olaf Staubus und andere Anwohner der Wohngebiete rund um das Betriebsgelände Thomsen/Tönnies berichteten vor den Kommunalpolitikern nicht nur vom Lärm, sondern auch von gefährlichen Situationen auf dem Achtern Dieck durch an- und abfahrende Lastwagen, zumal die Straße auch als Schulweg für Kinder dient. Direkt gegenüber dem Betrieb hat außerdem die Kindertagesstätte „Die Wühlmäuse“ ihr Domizil. Als problematisch bezeichnete Bürgermeister Kütbach die Ausweisung des kompletten Gebietes als Tempo-30-Zone. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer im Bereich des Kindergartens dürfte dagegen möglich sein.

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Ein Artikel von
Anna Maria Persiehl

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