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Blitzer im Hochbetrieb

Leezen und Bad Segeberg Blitzer im Hochbetrieb

Die zwei neuen Blitzsäulen an der B 206 in Bad Segeberg und an der B 432 in Leezen sind seit ihrem Start Ende April in Hochbetrieb. Und offenbar manchem Autofahrer ein Graus. Randalierer haben die Säule in Bad Segeberg demoliert und außer Gefecht gesetzt.

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Der schnellste Raser rauschte bislang mit 130 km/h an der Blitzsäule am Bahnhof in Bad Segeberg vorbei, wo Tempo 50 erlaubt ist. Ein Trecker war es natürlich nicht.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Vor allem in Bad Segeberg werden viele Raser erwischt, der schnellste war mit 130 km/h statt der erlaubten 50 km/h unterwegs. Gleichzeitig werden, wie auch in Leezen, Fahrzeuge mit erfasst, die trotz Rotlicht an der Ampel weiterfahren. Weil die Säulen anders blitzen als die üblichen „Starenkästen“, gab es etliche Anfragen bei Polizei und Kreis.

 Die Säulen waren Ende April aufgestellt und geeicht worden. Sie messen nicht mit Schleifen unter der Asphaltdecke, sondern mit Lasertechnik. Der Standort in Bad Segeberg ist neu. Die unübersichtliche Kreuzung mit viel Durchgangsverkehr in Höhe des Bahnhofs hatte sich als Gefahrenpunkt erwiesen. Auf einer kleinen Verkehrsinsel steht die Säule. Sie erfasst drei Fahrspuren: Zwei geradeaus in Richtung A20/Lübeck, eine für Linksabbieger zum Ortszentrum.

 Pro Woche passieren 34000 Kraftfahrzeuge die Stelle, berichtet Wolfgang Griesbach vom Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Bad Segeberg. Fast 800 Fahrer werden wöchentlich geblitzt, also rund 2,3 Prozent. Üblich ist an fest installierten Blitzanlagen ein Schnitt von 0,5 Prozent. Doch der Standort an der B 206 ist heimischen Autofahrern noch nicht präsent. Außerdem nutzen auch viele Ortsunkundige die B 206 auf dem Weg zur A 20.

 Unter den rund 800 Verkehrssündern waren fast 20 Fahrer, die bei Rotlicht die Ampelzone überfahren hatten, die einen Fußgängerüberweg zwischen Bahnhof und Busbahnhof sichert.

 Was viele Autofahrer irritierte: Die Säule blitzt bei Rotlichtsündern zwei Mal, erklärt Andreas Barth, seit Anfang Juni neuer Leiter des Technischen Geschwindigkeitsüberwachungsdienstes bei der Polizeidirektion Bad Segeberg. Der erste Blitz erfolgt beim Überfahren der Haltelinie. Das Vergehen wird aber nicht geahndet, falls die Fahrer nicht weiter vorfahren. Das Blitzbild wird dann gelöscht. Geht die Fahrt weiter in den Gefahrenbereich, also die Kreuzung, wird ein zweiter Blitz ausgelöst. Leuchtete schon länger als eine Sekunde lang Rot an der Ampel, droht außer Bußgeld ein Fahrverbot.

 Verwirrung gab es auch, weil Autofahrer geblitzt wurden, aber meinten, korrekt gefahren zu sein. Das könnte sein, weil ein Nebenmann auf einer Nachbarspur erwischt wurde, erklärt Michael Krüger, Leiter der Kreisverkehrsaufsicht. Nur diese Verkehrssünder erhalten später auch ein Strafschreiben von den Behörden.

 An der Blitzsäule an der B 432 in Leezen in Höhe der Schulesind die Ergebnisse je nach Fahrtrichtung recht unterschiedlich. In Richtung Hamburg sind innerhalb einer Woche von 31200 erfassten Fahrern im Schnitt rund 100 zu schnell, sagt Barth, also 0,3 Prozent. Die Quote liegt wohl so niedrig, weil dort jahrelang ein altes Messgerät („Starenkasten“) stand, wie viele Autofahrer wissen. Überrascht werden viele Fahrer jedoch davon, dass die neue Säule auch die Gegenfahrbahn in Richtung Bad Segeberg erfasst. Dann kommt der Blitz von links. Rund 500 Autofahrer sind in diese Richtung wöchentlich zu schnell (1,6 Prozent). Die Säule sichert außerdem die Rotlichtphasen an einer Bedarfsfußgängerampel.

 Für beide Säulen steht ein Kameraeinschub zur Verfügung, der wechselnd eingesetzt wird. Von außen ist nicht erkennbar, ob der Schacht leer ist. Ein Jahr dauert die Testphase für die Säulen, sagt Michael Krüger von der Verkehrsaufsicht. Unter Umständen werde dann überlegt, an weiteren Gefahrenpunkten mit Ampelbetrieb Säulen aufzustellen. Derzeit zeichne sich aber keiner ab.

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Gerrit Sponholz
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