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Lehrer-Demo für mehr Geld

Bad Bramstedt Lehrer-Demo für mehr Geld

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert eine Angleichung der Grundschullehrergehälter an die der Kollegen in weiterführenden Schulen. Mit einem Sternmarsch und einer Kundgebung auf dem Bleeck unterstützen am Dienstag rund 70 Grundschullehrer aus Bad Bramstedt und Umgebung die Forderung.

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Mit bunten Plakaten demonstrierten die Lehrer auf dem Bleeck. Auch Schüler und Eltern reihten sich ein.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Lehrkräfte aus den Grundschulen in Bad Bramstedt, Hitzhusen, Lentföhrden, Nützen, Hartenholm und Schmalfeld nahmen an der Demonstration teil. Auch einige Eltern und Schüler liefen mit.

 „Wir wollen mit unserem Protest in der Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, was Politik mit uns macht“, sagte Mitorganisatorin Nadine Degen, Grundschullehrerin am Maienbeeck. Während Lehrer an Gemeinschaftsschulen und neu eingestellte Hauptschullehrer zum Einstieg, dem sogenannten Eingangsamt, nach der Besoldungsstufe A13 bezahlt werden, müssen sich Grundschullehrer mit der niedrigeren Besoldung A12 zufrieden geben. Das bedeutet nach Angaben der GEW monatlich zwischen 300 und 450 Euro weniger Geld auf dem Konto. Dabei sei ihr Job keineswegs leichter. Während an Gymnasien die Regelstundenzahl bei 25,5 Stunden liegt und an Gemeinschaftsschulen zwischen 25,5 und 27, haben die Lehrer an Grundschulen eine wöchentliche Unterrichtsverpflichtung von 28 Stunden. Hinzu komme, die Vertretung erkrankter Kollegen infolge der „verlässlichen Grundschulzeiten“. In der Praxis könne das bedeuten, dass zwei bis drei Klassen parallel zu unterrichten seien, erklärte Nadine Degen. „Es passiert nicht selten, dass wir dann 50 Kinder gleichzeitig unterrichten“, berichtete Maienbeeck-Schulleiterin Christine Landscheck.

 Die Landesregierung sieht die Angelegenheit anders. Im geplanten Gesetz zur Änderung der Lehrkräftebesoldung bleibt es bei A12 für die Grundschullehrer. Die Tätigkeiten „heben sich weiterhin voneinander ab“, heißt es in der offiziellen Begründung des Gesetzesentwurfs. Das Grundschullehramt sei „vorrangig pädagogisch“ geprägt. An den weiterführenden Schulen „tritt zu der gestiegenen pädagogischen Verantwortlichkeit die Berufs- und Wissenschaftsnähe der schulischen Ausbildung“. Eine Angleichung der Besoldung sei deshalb nicht vorgesehen.

 Nadine Degen meint dagegen, Grundschullehrer brächten den Kindern mit dem Lesen und Schreiben doch wichtige Grundlagen für das Berufsleben bei. Die pädagogische Arbeit, die Grundschullehrer zu leisten hätten, werde viel zu wenig gewertet, findet sie. Und auch die Ausbildung sei bei Grundschullehrern nicht weniger aufwendig als bei anderen Lehrkräften. Letztlich scheue die Landesregierung doch nur die höheren Kosten. Dass nicht alle Grundschullehrer sofort in A13 eingestuft würden, sei ihr auch klar. Aber eine schrittweise Höhergruppierung abhängig von den Berufsjahren sollte möglich werden, meint Degen. Das gebe es auch schon bei Grund- und Hauptschullehrern an Gemeinschaftsschulen. Nach acht Jahren könnten sie in die Gruppe A13 aufsteigen.

 Auch einige Eltern solidarisierten sich mit den Lehrern. Anja Erhardt, Mutter eines siebenjährigen Sohnes, sagte: „Grundschullehrer legen die wichtigsten Grundlage für die schulische Laufbahn. Dass sie weniger verdienen, ist ungerecht.“

 Die Gehälter verbeamteter Lehrer zu vergleichen, ist schwierig, da es eine Vielzahl von Besoldungsgruppen gibt. Deshalb können nur Beispiele genannt werden. Ein lediger Grundschullehrer bekommt in Schleswig-Holstein ein Einstiegsgehalt von rund 3200 Euro brutto im Monat in der Gehaltsgruppe A12. Nach 20 Jahren im Schuldienst steigt sein Bruttogehalt auf knapp 3900 Euro. Ein Lehrer einer weiterführenden Schule in der Gehaltsgruppe A13 verdient als Berufsanfänger ein Monatsgehalt von knapp 3600 Euro. Nach 20 Jahren verdient er 4300 Euro. Abzuziehen sind bei Beamtengehältern die Steuern, der Solidaritätszuschlag und ein Beitrag zur privaten Krankenversicherung. Weitere Sozialabgaben müssen Beamte nicht bezahlen. Das bedeutet, dass dem oben genannten Berufsanfänger in der Grundschule rund 2500 Euro netto ausgezahlt werden, dem A-13-Lehrer in den Anfangsjahren rund 2800 Euro.

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